Von Steuerrödeln und Steuerklärungen

In Appenzell wurde um 1400 sogar das letzte Gewand zu Steuerzwecken eingezogen (PAS 2494c, F:13)

«Steuern sind der Preis, den wir für eine zivilisierte Welt bezahlen.» So steht es an den Mauern der US Steuerbehörden. Welche Steuern, wie hoch, wozu und wer bezahlt sie? Solche Fragen säumen den Weg zur modernen Nation. Auch in unserem Bestand befinden sich zahlreiche Medien zum Thema Steuern.

Bereits im alten Zürich wurden Steuern erhoben und Steuerregister angelegt. Unter dem Namen «Steuerrödel» (Steuerregister) ist eine Serie von Papierheften aus 1357-1470 erhalten, welche Namen, Wohnort, Steuerbeträge der erwachsenen Bevölkerung in Stadt- und Landschaft Zürich enthalten. Diese Steuerregister, von Hans Nabholz editiert, sind eine wertvolle wirtschaftlich-, sozial- und kulturhistorische Quelle.

Seit 1831 gilt im Kanton Zürich eine gesetzlich geregelte Steuererhebung und das Prinzip der Selbstdeklaration. Wenn demnächst die Steuererklärung ins Haus flattert, gilt es diese effizient und kostensparend auszufüllen. Zahlreiche Ratgeber helfen dabei.

Krakauer Katechismus von 1588

Titelblatt des zweiten Teils des Gesangbuchs «Piosnki drugie», Zentralbibliothek Zürich Alte Drucke, 1.476, Seite Oˣ

Im Zuge der Revision als im Online-Katalog nicht verzeichnetes Buch zum Vorschein gekommen, stellte sich das Werk ohne Titelblatt, im Innendeckel und im alten Standortkatalog als «Polnisch Gesang- und Bättbuch» umschrieben, als Unikat heraus.

Der vorliegende Katechismus mit Kantional ist neben den Ausgaben aus der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel (Druckjahr 1565/1568), der UB Basel (1584) und der ZB Zürich (1569/1572) eine bislang unbekannte Ausgabe aus dem Jahr 1588. Alle Ausgaben stammen aus der Offizin von Maciej Wirzbięta, einem Krakauer Drucker des 16. Jahrhunderts. 

Erstaunlich ist die Häufung dieses polnischen Druckes in der Schweiz, während etwa in Polen kein einziges Exemplar dieses sogenannten calvinistischen «Krakauer Katechismus» überliefert ist, obwohl später gedruckte, polnische Katechismen reformatorischer Prägung auf diesen «Krakauer Katechismus» verweisen. Julius Caesar Muralt, der im hinteren Spiegel des Buches durch einen handschriftlichen Eintrag verewigte Vorbesitzer, hätte uns vielleicht verraten, auf welchen Wegen dieses «Polnisch Gesang- und Bättbuch» in die Schweiz gekommen ist. Die Datierung seines Besitzeintrags «Anno […] salutis M. D. XCI […] Die 21. Julij» (21.07.1591) lässt jedoch darauf schliessen: wir sind ein paar Tage zu spät.

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