Die Vorlese-Sammlung

Hörbücher so weit das Auge reicht: Literatur zum Hören aus unserer Sammlung

Buchdeckel an Buchdeckel stehen die Bücher in den Regalen der ZB – oder CD-Hülle an CD-Hülle. Denn bei uns können Sie auch Hörbücher ausleihen. Von Gottfried Kellers «Gedichten» über «Zürcher Sagen und Legenden» bis hin zu zeitgenössischer Literatur bietet unsere Hörbuch-Sammlung alles. Neben diesen vorgelesenen Geschichten sind auch unsere Hörspiele vielversprechend, zum Beispiel die Radiofassung von Kurt Frühs «Bäckerei Zürrer», Kasperlis Abenteuer oder Reden von Max Frisch.

Ein Hörbuch kommt selten allein. Besonders umfangreiches Begleitmaterial legt der Kilchberger Sinus Verlag bei: In Booklets sind der Lesetext sowie literarische Hintergrundinformationen abgedruckt, zum Beispiel bei der Hörbuch-Edition des Gesamtwerks von Conrad Ferdinand Meyer.

Während einige Literaturverlage die Hörbuch-Produktion Dritten überlassen, produzieren andere selbst. So auch der Zürcher Diogenes Verlag. Das Hörbuch-Programm von Diogenes widerspiegelt eine allgemeine Entwicklung auf dem Hörbuchmarkt: Heute sind neben CDs vermehrt MP3-Downloads erhältlich. Mittlerweile haben Letztere sogar die Nase vorn. Auch bei uns können Sie Hörbücher downloaden: in der e-Thek warten 631 Audiobooks, davon beinahe 100 Titel aus dem Zürcher Diogenes-Verlag, auf Hörerinnen und Hörer.

New Work

Bild: Pixabay

Die weltweite Pandemie hat die Arbeitswelt auf den Kopf gestellt. Dieser Wandel hat auch in den Beständen der ZB verstärkt Eingang gefunden. Einige Schlaglichter – aus der Perspektive der Arbeitnehmenden – möchten wir hier vorstellen.

In der Leselounge findet sich Neue Narrative : das Magazin für neues Arbeiten : Arbeit, Wirtschaft, WirEs werden Geschichten erzählt aus einer egofreien Arbeitswelt, die zum Anpacken, Nachmachen und Weiterdenken einladen soll. Zahlreiche Tool- und Playbooks machen mit betont graphischer Aufbereitung Lust auf neue Formen der Zusammenarbeit, Innovation und Entscheidungsfindung sowie Neudenkens des Bisherigen.

In Ratgebern erzählen Digitale Nomaden von ihren Erfahrungen und geben Tipps. Stresskompetenz und Selbstfürsorge bzw. Resilienz in einer VUCA-Welt wurden zu neuen Schlüsselkompetenzen. Vielleicht stellt sich auch hier und da die weniger neue Sinnfrage zur Verausgabung in der Leistungsgesellschaft.

Und wer dann lieber mal eine digitale Entgiftung – sorry -  digital detox angehen und dabei auch noch die Kreativität fördern möchte, findet mit Offline matters : the less-digital guide to creative work vielleicht Anregungen.

Suchen Sie Streams?

Illustration: <br> https://pixabay.com/de/illustrations/kino-film-kamera-beamer-video-4153289/ <br>(adaptiert von Sokica Amiguet)

Erfreuen Sie sich an unserer grossen Sammlung an Streaming-Plattformen! Wir nehmen Sie mit auf einen Tour d'horizon durch unser Angebot. Alles, was Sie dazu benötigen, ist ein Wohnsitz in der Schweiz und die ZB-Bibliothekskarte (mehr Informationen hier).

Für Forschung und Studium oder auch das Gemüt empfehlen wir diese tollen Dienste:

  • artfilms digital (Masterclasses und Dokumentarfilme zur Kunst)
  • AVON (interdisziplinäre Dokumentar-Streams)
  • medici.tv (Schwerpunkt Konzerte und Opernaufführungen)
  • MIZ Video online enthält Fernsehsendungen, die das Medien- und Informationszentrum MIZ der Zürcher Hochschule der Künste mit dem webbasierten Videorecorder nanoo.tv aufzeichnet
  • Naxos Music Library ist ein sehr interessanter Audio-Service aus diversen Musikgenres

Filmliebhaber alter Klassiker und neuer Blockbuster sind gut bedient mit:

  • AVA
  • filmfriend

In unserem Verzeichnis der Datenbanken und E-Ressourcen finden Sie viele weitere Plattformen wie Filmstream, PlaySuisse, Cinémathèque France: Henri, European Film Gateway, Filmothek des deutschen Bundesarchivs, Library of Congress: Digital Collection. Wir empfehlen, jeweils vorgängig die Option «Mehr Details» aufzuklappen. Darüber erhalten Sie wichtige Informationen zum Produkt und zum Einstieg in die Datenbank.

Gute Unterhaltung und viel Freude beim Stöbern...

Die Zürcher Chronik von Hans Conrad Keller

Der Lehrer Heinrich von Moos steuerte zahlreiche Bilder in seinem ganz eigenen Stil zur Chronik bei. Dargestellt sind hier das Haus zum Rüden, das Zunfthaus zur Zimmerleuten und die Wettingerhäuser am Limmatquai (Ms T 528, zwischen S. 22 und S. 23).

Der Handwerker Hans Conrad Keller vom Steinbock verfasste von 1798 bis 1837 eine zwanzigbändige Chronik. Die ersten beiden Bände decken die Anfänge der Zürcher Geschichte bis 1797 ab. Er verfolgte die Geschehnisse im In- und im Ausland und sammelte Druckschriften und Bilder. Hans Conrad Keller erlebte die napoleonischen Kriege 1798 bis 1815, die letzte grosse Hungersnot in der Schweiz 1816 und die Restauration. Daneben beschreibt er auch zahlreiche Ereignisse im Kanton Zürich, z.B. den Einsturz des Dachstuhls der Kirche von Gossau 1820, aber auch die Wetterverhältnisse und die Lebensmittelpreise.

Was die Chronik aussergewöhnlich macht, sind nicht nur die enthaltenen Druckschriften oder Bilder, sondern die Auswahl der Materialien: Die Chronik zeigt, was ein Handwerker im frühen 19. Jahrhundert für erinnerungswürdig und bemerkenswert hielt. Die ZB wird der Öffentlichkeit dieses aussergewöhnliche Werk auf e-manuscripta.ch zugänglich machen.

150 Jahre Yellowstone-Nationalpark

Photochrom Lower Falls of Yellowstone River (zwischen 1891 und 1914)

Eine vulkanogene Landschaft in den Rocky Mountains mit vielen geothermalen Quellen wie Geysiren und Schlammtöpfen sowie eine reiche Wildtierfauna mit Bisons, Grizzlybären, Wapitis und Wölfen: das und vieles mehr bietet der Yellowstone-Nationalpark seinen Besuchenden.

Am 1. März 1872 unterschrieb US Präsident Ulysses S. Grant das Gesetz zur Gründung des Parks. Mit seinen 150 Jahren gilt er als ältester Nationalpark der Welt. Der Schweizerische Nationalpark zum Vergleich wurde 1914 gegründet. Primäres Ziel der US-amerikanischen Gründung war nicht der Naturschutz, sondern «ein öffentlicher Park oder Vergnügungspark zur Wohltat und zum Vergnügen der Menschen». Stöbern Sie in unseren reichen Beständen nach Publikationen zum Thema.

Eben neu erschienen sind die Titel Yellowstone National Park, the first 150 years oder ein interessantes Werk zur Wiedereinführung der Wölfe seit 1995 in den Park und deren Auswirkungen auf das Ökosystem der Region. Wer immer noch nicht überzeugt ist, dass sich eine Reise in den Westen lohnt, dem empfehlen wir einen Blick in einen dieser prächtigen Bildbände.

Von Steuerrödeln und Steuerklärungen

In Appenzell wurde um 1400 sogar das letzte Gewand zu Steuerzwecken eingezogen (PAS 2494c, F:13)

«Steuern sind der Preis, den wir für eine zivilisierte Welt bezahlen.» So steht es an den Mauern der US Steuerbehörden. Welche Steuern, wie hoch, wozu und wer bezahlt sie? Solche Fragen säumen den Weg zur modernen Nation. Auch in unserem Bestand befinden sich zahlreiche Medien zum Thema Steuern.

Bereits im alten Zürich wurden Steuern erhoben und Steuerregister angelegt. Unter dem Namen «Steuerrödel» (Steuerregister) ist eine Serie von Papierheften aus 1357-1470 erhalten, welche Namen, Wohnort, Steuerbeträge der erwachsenen Bevölkerung in Stadt- und Landschaft Zürich enthalten. Diese Steuerregister, von Hans Nabholz editiert, sind eine wertvolle wirtschaftlich-, sozial- und kulturhistorische Quelle.

Seit 1831 gilt im Kanton Zürich eine gesetzlich geregelte Steuererhebung und das Prinzip der Selbstdeklaration. Wenn demnächst die Steuererklärung ins Haus flattert, gilt es diese effizient und kostensparend auszufüllen. Zahlreiche Ratgeber helfen dabei.

Krakauer Katechismus von 1588

Titelblatt des zweiten Teils des Gesangbuchs «Piosnki drugie», Zentralbibliothek Zürich Alte Drucke, 1.476, Seite Oˣ

Im Zuge der Revision als im Online-Katalog nicht verzeichnetes Buch zum Vorschein gekommen, stellte sich das Werk ohne Titelblatt, im Innendeckel und im alten Standortkatalog als «Polnisch Gesang- und Bättbuch» umschrieben, als Unikat heraus.

Der vorliegende Katechismus mit Kantional ist neben den Ausgaben aus der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel (Druckjahr 1565/1568), der UB Basel (1584) und der ZB Zürich (1569/1572) eine bislang unbekannte Ausgabe aus dem Jahr 1588. Alle Ausgaben stammen aus der Offizin von Maciej Wirzbięta, einem Krakauer Drucker des 16. Jahrhunderts. 

Erstaunlich ist die Häufung dieses polnischen Druckes in der Schweiz, während etwa in Polen kein einziges Exemplar dieses sogenannten calvinistischen «Krakauer Katechismus» überliefert ist, obwohl später gedruckte, polnische Katechismen reformatorischer Prägung auf diesen «Krakauer Katechismus» verweisen. Julius Caesar Muralt, der im hinteren Spiegel des Buches durch einen handschriftlichen Eintrag verewigte Vorbesitzer, hätte uns vielleicht verraten, auf welchen Wegen dieses «Polnisch Gesang- und Bättbuch» in die Schweiz gekommen ist. Die Datierung seines Besitzeintrags «Anno […] salutis M. D. XCI […] Die 21. Julij» (21.07.1591) lässt jedoch darauf schliessen: wir sind ein paar Tage zu spät.

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