Corona und der Lockdown haben die Entwicklung von E-Learning Angeboten der Abteilung IDE (Abteilung Informationskompetenz, Digitale Dienste und Entwicklungen) beschleunigt. Diese wurden agil mit Scrum entwickelt. Anfangs Januar 2020 planten wir einen Online-Kurs für Lifelong Learners, die sich möglichst zeit- und ortsunabhängig Recherchekompetenzen aneignen wollen. Im Sommer 2020 ging Recherche.fit live und wurde bereits 760-mal genutzt.

Die zweite Corona-Welle nahmen wir zum Anlass, weitere Schulungsprodukte digital anzubieten.

«ZBfit» für Maturanden

Unser Modul ZB.fit richtet sich an Schulklassen, die eine Einführung in die Literaturrecherche und die Bibliotheksbenutzung für die Vorbereitung auf die Maturaarbeit haben möchten. Comicfiguren als Peers begleiten die Schülerinnen und Schüler durch den Online-Kurs. Eine App ermöglicht es, orts- und zeitunabhängig mittels Handy Recherche- und Bibliothekskompetenz zu vermitteln.

Eine Comicfigur führt durch den Kurs.

Wir suchten einen spielerischen Zugang zur Literaturrecherche und zur Nutzung der ZB. Zudem sollte das Online-Angebot für diese Zielgruppe über das Handy nutzbar und mit Gamification-Elementen angereichert sein. Mit der App Actionbound konnten wir all diese Kriterien erfüllen. In Actionbound können Punkte gesammelt und Quiz gelöst werden.

Inhaltlich haben wir auf folgende Schwerpunkte gesetzt: Bibliotheks- sowie Recherchekompetenz vermitteln. Der Umgang mit Google und Wikipedia als medienpädagogische Erweiterung zum Rechercheportal swisscovery fand ebenfalls Eingang in den Kurs. Eine virtuelle Führung durch die ZB soll bei der Orientierung vor Ort helfen. Dazwischen haben wir auch eine kleine Auflockerung eingebaut.

Eine neue Herausforderung war, dass wir alle Inhalte Handy-gerecht in Actionbound erstellen und einpflegen mussten. Bis heute wurde ZB.fit über 350 mal gespielt und wird sehr gerne genutzt. Bereits sind wir an der Entwicklung eines E-Learning Angebots für eine dritte Zielgruppe: die Studierenden der Universität.

Falls Sie Fragen haben stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.



Productownerin Recherche.fit

Productownerin ZB.fit

Open Access heisst nicht kostenlos

Immer mehr wissenschaftliche Publikationen erscheinen in Open Access, das heisst, dass sie weltweit von jeder interessierten Person kostenlos im Internet gelesen werden können. Aber: Open Access heisst nicht kostenlos. Nicht selten müssen die Autorinnen und Autoren der Publikationen für die Veröffentlichung in Open Access eine sogenannte Article Processing Charge (APC, oder im Fall von Büchern: Book Processing Charge, BPC) bezahlen. Damit werden die Kosten für Publikationen von den Lesenden auf die Autorinnen und Autoren verschoben. Nicht selten steht für Publikationsprojekte – gerade von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern – aber kein Geld zur Verfügung. Deshalb hat die Zentralbibliothek neu einen Unterstützungsfonds geschaffen.

Die Zentralbibliothek finanziert Publikationen zur Sozial- und Geistesgeschichte des 20. Jahrhunderts

Die Zentralbibliothek kann seit diesem Jahr die Forschenden der Universität Zürich unterstützen, indem sie die Publikationsgebühren bis maximal 2000 Franken pro Artikel unterstützt. Ermöglicht wird dies durch den Willy Bretscher-Fonds. Dieser Fonds wurde aus dem Nachlass des früheren NZZ-Chefredaktors Willy Bretschers und seiner Gattin Katharina Bretscher-Spindler gebildet. Der Zweck des Fonds erlaubt die Unterstützung von Publikationen zur Sozial- und Geistesgeschichte des 20. Jahrhunderts aus allen Fakultäten der Universität. Mit diesem Fonds unterstützt die Zentralbibliothek die Idee von Open Access und leistet einen wichtigen Beitrag auf dem Weg zum Ziel, das von swissuniversities definiert wurde: dass alle an öffentlichen Institutionen wie Universitäten entstandenen wissenschaftlichen Publikationen bis 2024 frei zugänglich, eben Open Access, sein sollen. 

Was müssen Sie tun?

Falls Sie Angehöriger der Universität Zürich (ab Stufe Doktorat) sind, können Sie der Zentralbibliothek einen Antrag zur Übernahme der APC bzw. BPC für Ihren Zeitschriftenartikel, einen Beitrag in einem Sammelband oder eine Monografie stellen, sofern die Publikation thematisch dem Fondszweck und formal den Richtlinien des Fonds entspricht. Hier finden Sie die detaillierten Richtlinien des Fonds und hier das Antragsformular.

Leiter Fachreferate Kultur- und Geschichtswissenschaften


«Die Zentral-Bibliothek ist neu und sehr sehr ergreifend schön …»

Diese emphatische Beurteilung der Zentralbibliothek Zürich kurz nach der Fertigstellung des Neubaus geht aus der Korrespondenz der Künstlerin Warja Lavater (1913–2007) mit Bruno Weber, dem damaligen Leiter der Graphischen Sammlung, vom 5. November 1994 hervor. Drei Jahre zuvor hat Warja Lavater der Bibliothek ihr «buchkünstlerisches Werk» als Depositum anvertraut. Die Pressemitteilung vom 29. Mai 1991 streicht neben Skizzenbüchern, Buchillustrationen, druckgrafischen Einzelblättern und Buchobjekten zu Recht ihre «Faltbücher» als Hauptwerke heraus. Diese dreiundfünfzig Leporellos machen heute indes nur einen Teil des reichen Fundus aus. Nach dem Tod der Künstlerin wird das Depositum in eine Schenkung umgewandelt und der vollständige Nachlass gelangt in die ZB. Das Spektrum der rund 2000 Artefakte reicht von grossformatigen Bildern bis hin zu «Objets trouvés», die nur wenige Zentimeter messen.

Abb. 1: Anonym, Achtjährige Warja Lavater in Griechenland, Fotografie, 1921

Eine weltoffene Kindheit

Warja, mit Taufnamen Barbara Esther Lavater, wird als Tochter der Schriftstellerin Mary Helen Sloman (1891–1980) und des Ingenieurs Emil Lavater (1882–1962) am 28. September 1913 in Winterthur geboren. Die ersten neun Jahre ihrer Kindheit verbringt sie in Moskau und Athen. Durch das russische Kindermädchen wird aus dem Namen Warwara für Barbara die Koseform Warja. 1921 kehrt die Familie endgültig nach Winterthur zurück. Das offene Haus ihrer Eltern prägt die Heranwachsende.

Abb. 2: Anonym, Warja Lavater und Gottfried Honegger, Fotografie, 1955

Ausbildung zur Grafikerin

Bestärkt durch ihren Vater entscheidet sich Warja Lavater mit achtzehn Jahren für eine Ausbildung zur Grafikerin an der Kunstgewerbeschule in Zürich. In der Fachklasse «Graphik» besucht sie die Kurse von Ernst Keller (1891–1968). Als Begründer des sogenannten «Swiss Style» wirkt er auf mehrere Generationen von Schülerinnen und Schülern prägend. Ausgehend von den formalen Ansätzen des Bauhauses hinterfragt Keller den illustrativen Stil, um Bildinformationen zu vermitteln. Er initiiert eine neue formale Einheit aus Schrift und Bild. Nach ihrer Ausbildung lernt Warja Lavater über ihren Basler Arbeitgeber Hermann Eidenbenz (1902–1993) Gottfried Honegger (1917–2016) kennen, den sie 1940 heiraten wird. 1937 gründen beide das gemeinsame, von ihnen als «futuristisch» bezeichnete Atelier.

Abb. 3: Umsetzung des Signets der Schweizerischen Landesausstellung von 1939 auf Hut, Tuch und als Anstecknadel, 1939 (Urheberrecht: ProLitteris)

Die Landesausstellung von 1939 und weitere Signete

Als sich Warja Lavater entschliesst, einen Entwurf für das allgemeine Abzeichen der «Landi» einzureichen, liegen dem Generalbüro der Landesausstellung bereits Eingaben von fünfzehn Grafikern vor. Den provisorischen ersten Preis hält bis zu diesem Zeitpunkt Hermann Eidenbenz. In vier Wochen erarbeitet Lavater einen Entwurf, der sich beim Komitee gegen die männliche Konkurrenz durchsetzt. Sie wird als Preisträgerin des Landi-Plakat-Wettbewerbs ausgezeichnet. In der Folge zieht sie weitere wichtige Aufträge an Land und realisiert 1939 beispielsweise das Logo der gekreuzten Schlüssel für den Schweizerischen Bankverein, der späteren UBS. In der für das Atelier schwierigen Zeit des Zweiten Weltkriegs kreiert Warja Lavater das Signet für die Aktion «Mehr Anbauen oder Hungern».

Abb. 4: Anonym, Gäste in der Wohnung an der Kirchgasse 50, Zürich, Fotografie, 1949

«… wir hatten Gäste und Gäste»

Nach dem Krieg lässt sich die junge Familie mit den beiden Töchtern Bettina (* 1943) und Cornelia (* 1944) an der Kirchgasse 50, dem ehemaligen Deutschen Konsulat, nieder. Hier blüht das gesellschaftliche Leben mit illustren Gästen auf: Hier verkehren der Komponist Benjamin Britten (1913–1976), der Schriftsteller und Mitbegründer der Dada-Bewegung Richard Hülsenbeck (1892–1974), der Künstler Max Bill (1908–1994), das Künstlerehepaar Heiner (1909–2003) und Isa Hesse-Rabinovitch (1917–2003) und viele mehr. Ab 1956 baut das Ehepaar Honegger-Lavater zusammen mit Zimmerleuten in Gockhausen zwei Ateliers und ein Wohnhaus aus Holz. Später wird Max Frisch (1911–1991) in den Atelierhäusern, die er als «Institution» bezeichnet, seinen Roman Montauk (1973) schreiben.

Abb. 5: Anonym, Die Linie auf der SAFFA-Insel, Fotografie, 1958

Abb. 6: Warja Lavater, Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren, Lithografie anlässlich der Einführung des Frauenstimmrechts in Zürich, 1969 (Urheberrecht: ProLitteris)

Frauenbewegung 

Dreizehn Jahre nach Kriegsende fordern Frauen in der ganzen Schweiz das Wahl- und Stimmrecht. Das politische Anliegen ist während der zweiten Schweizerischen Ausstellung für Frauenarbeit (SAFFA) von 1958 von zentraler Bedeutung. Warja Lavater wird für die Gestaltung des Hauptplatzes der SAFFA-Insel angefragt. Sie entwirft unter anderem elf monumentale Wandtafeln, die den Titel Die Linie tragen. Die figurativen Darstellungen sind vorbildlichen Frauengestalten der Eidgenossenschaft gewidmet. Auch in den nachfolgenden Jahren setzt sich Lavater mit Fragen zur Stellung der Frau in der Gesellschaft auseinander. Anlässlich der Annahme des Frauenstimmrechts der Stadt Zürich pflanzen am 14. September 1969 politisch aktive Frauen, wie Emilie Lieberherr (1924–2011), auf dem Lindenhof einen Lindenbaum. Auf dieses Ereignis bezieht Warja Lavater eine Lithografie mit herzförmig emporschwebenden Lindenblättern. In die Darstellung fügt sie den ersten Artikel der Menschenrechtscharta «Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren». Für die Feier am 14. Juni 1996 aus Anlass von 25 Jahren Frauenstimmrecht und 15 Jahren Gleichstellungsartikel in der Bundesverfassung gestaltet die Künstlerin die Einladungskarte.

Abb. 7: Anonym, Warja Lavater auf der Terrasse ihres Penthouses in New York, Fotografie, 1959

Aufbruch zu neuen Ufern

Angestossen durch einen zweijährigen Aufenthalt in den USA von 1958–1960 treten ihre bisherigen Arbeitsbereiche als Grafikerin und Illustratorin, beispielsweise für die schweizerische Zeitschrift Jugend-Woche, in den Hintergrund. Sie begibt sich als Künstlerin auf neues Terrain. Es entstehen Gouachen, die sie als «quasi Pop Art» bezeichnet. Gleichwohl empfindet sie sich nicht als Malerin und entdeckt für sich ein neues Medium, das Faltbuch. Abstrakte Zeichen, die jeweils in einer Legende aufgeschlüsselt sind, legen sich wie ein Bildteppich über das gefaltete Papierband des Leporellos. Sie erzählt auf eine vollkommen neue Art und Weise Märchen, Fabeln oder Legenden, die die Trennung von Text und Illustration aufhebt. Ihre ersten Künstlerbücher heissen Folded Stories, später bezeichnet Lavater diese als Imageries. Die Leporellos erscheinen in Basel bei Basilius Presse, als Sonderedition des Museum of Modern Art in New York und in Paris bei Adrien Maeght. Zu den bekannten abstrakten Bilderzählungen gehören Wilhelm Tell und Rotkäppchen.

Abb. 8: Warja Lavater, Ausschnitt aus dem Leporello Wilhelm Tell (Folded Story 1), Offsetdruck, in Englisch herausgegeben von The Junior Council, Museum of Modern Art, New York, verlegt von Basilius Presse, Basel/Stuttgart, 1962 (Urheberrecht: ProLitteris)

Erzählkunst und Abstraktion

Warja Lavater bleibt Zeit ihres Lebens – wie sie es selbst ausdrückt – der «Book-Art» als Ausdrucksmittel verbunden. 1986 nimmt sie an der ersten Biennale der Papierkunst, der PaperArt, am Leopold-Hoesch-Museum in Düren teil. Im Bereich der Papierkunst entstehen unter anderem raumgreifende skulpturale Objekte, die sich formal auf Buchdeckel beziehen. Kleinformatige handgeschöpfte Papierobjekte stehen der «Konzeptkunst» nahe. Zwischen 1971 und 1981 wird Lavater von der städtischen Wasserversorgung Zürich mit Wand- und Raumgestaltungen in Keramik für die Anlagen Strickhof, Gontenbach und Hardhof beauftragt. Auch im monumentalen Bereich orientiert sich Lavater für die Visualisierung des Wasserkreislaufes an der von ihr in den Folded Stories entwickelten Erzählkunst.

Abb. 10 Warja Lavater, Dornröschen sticht sich an der Spindel, Ausschnitt aus dem Leporello La Belle au Bois dormant, épreuve 1, nachträgliche Widmung: «à Monsieur Editeur Adrien Maeght, anno 2000 …», Paris 1982, Gouache (Urheberrecht: ProLitteris)

La Belle au Bois dormant / Dornröschen

Spätestens seit der Ausstellung Die Perzeption im Zürcher Helmhaus (Dezember 1990 – Januar 1991) ist Warja Lavater einem breiten Publikum bekannt. Die Ausstellung verdankt ihren Titel der gleichnamigen Gedichtsammlung von 1973, in der sich die Künstlerin mit dem Alphabet und Piktogrammen auseinandersetzt.

Und heute? Die Zentralbibliothek Zürich widmet 2021 dem Œuvre im Grenzbereich zwischen Literatur und Bildkunst eine Ausstellung. Rund dreissig Jahre nach der Übergabe des Depositums möchte die Retrospektive Sing-Song-Signs & Folded Stories den Nachlass aus dem Dornröschenschlaf erwecken. In der Schatzkammer werden einige der wichtigsten Werke Lavaters präsentiert. Die Gastkuratorin Carol Ribi, die eine Dissertation zur Künstlerin verfasst, legt dabei den Schwerpunkt auf die Folded Stories und die Imageries. Der Themenraum Turicensia beleuchtet wichtige Zürcher Stationen der Künstlerin.

Abb. 11: Warja Lavater, lesezeichen – perzeptionen, Setzkasten mit Stempel, Speckert+Klein AG, Zürich, vermutlich 1973 (Urheberrecht: ProLitteris)

Vorarbeiten für die Ausstellung

Die Vorbereitungen für die Ausstellung sind seit 2019 in vollem Gang. Nach dreissig Jahren ist es an der Zeit, die konservatorischen Bedingungen kritisch unter die Lupe zu nehmen. Tatkräftig unterstützt von I+D-Auszubildenden und von der Abteilung Bestandserhaltung ist der Nachlass weiter erschlossen und nach heutigen Standards umgepackt worden. In bewährter Manier erstellte das Digitalisierungszentrum Reproduktionen in höchster Qualität. Die digitalen Aufnahmen stehen den Besuchenden auf Tablets während der Ausstellung zur Verfügung.

Stv. Leiterin Graphische Sammlung 

und Fotoarchiv

Produktentwicklung mit Scrum

Die Abteilung Informationskompetenz Digitale Dienste und Entwicklung (IDE) erarbeitet Produkte mit Scrum. Dieses Vorgehen ist in der agilen Softwareentwicklung weitverbreitet. Wir entwickeln jedoch agil ausschliesslich Produkte jenseits von Software.

Scrum ist ein Vorgehensmodell für agiles Produktmanagement. Es besteht aus fest definierten Rollen, Ereignissen und Artefakten. Scrum ist in der agilen Softwareentwicklung weit verbreitet. Es eignet sich jedoch sehr gut auch für Produktentwicklung in anderen komplexen Bereichen. Im Gegensatz zu traditionellen Projektvorgehensweisen, die mit fixen Phasen (Planen, Entwickeln, Testen, Ausrollen) arbeiten, geht Scrum inkrementell und iterativ vor: In kurzen Zyklen von höchstens vier Wochen wird ein fertiges Produkt entwickelt, das bereits benutzt werden kann. Aufgrund der Rückmeldungen kann entschieden werden, ob und was weiterentwickelt werden soll.

Was hat Scrum in einer Bibliothek zu suchen?

Bibliotheken sind wie fast alle Unternehmen mit den Herausforderungen der Digitalisierung konfrontiert. Diese gehen einher mit einem sich schnell wandelnden Umfeld, stetig ändernden Kundenwünschen und überraschend auftauchender Konkurrenz. Immer schneller müssen auch Bibliotheken auf Veränderungen der Umwelt reagieren. Mit einem Wort: Sie müssen agiler werden.

Es ist daher keineswegs abwegig, Scrum für die Entwicklung von komplexen Produkten in einer Bibliothek einzusetzen.

Vom Problem zum Produkt

Ausgangspunkt ist immer ein Problem, das für jemanden gelöst werden soll. Eine Product Ownerin analysiert das Problem und erarbeitet die Produktvision. Danach beginnt sie, die einzelnen Wünsche und Anforderungen der unterschiedlichen Stakeholder und Endnutzenden zu sammeln und zu priorisieren. An einer Planungssitzung stellt die Product Ownerin die wichtigsten Anforderungen an das Produkt vor. Das Entwicklungsteam bestimmt, wie viele dieser Anforderungen es in den nächsten drei Wochen umsetzen kann, sodass am Ende ein potentiell auslieferbares Produkt entsteht. Nach der Sitzung beginnt die Umsetzung. Täglich trifft sich das Team zu einer kurzen Besprechung. Nach drei Wochen wird das Produktinkrement den Stakeholdern und den Kunden vorgestellt. Diese geben Rückmeldung zum Produkt. Diese Rückmeldungen fliessen wiederum in die Planung der nächsten Iteration ein. Das Team hält nach jedem Sprint eine Retrospektive ab, in der das Team untersucht, wie es die Zusammenarbeit für die nächste Iteration verbessern könnten. Danach beginnt der Prozess wieder von vorne mit der nächsten Planungssitzung.

Bisher entwickelte Produkte

Bisher hat das Team ein Escape Game, eine Kundenforschungsstudie und mehrere E-Learning-Angebote für Kantonsschulen, Lifelong Learners und Studierende auf diese Weise erarbeitet. Weitere Produkte werden folgen.

Früh scheitern

Wir haben inzwischen gelernt, die Rückmeldungen von echten Anwenderinnen und Anwendern zu schätzen. Früh zu scheitern mit einer Idee lohnt sich immer. Wir fokussieren uns nun viel mehr auf den Wert, den wir für die Kundinnen und Kunden erbringen. Da agiles Arbeiten Transparenz, Selbstorganisation und intensive Teamarbeit erfordert, haben wir auch viel über erfolgreiches Zusammenarbeiten gelernt. Die im System eingebaute kontinuierliche Verbesserung hilft dabei, sich stets weiterzuentwickeln. So wird das Team sich weiter verbessern und in Zukunft noch viele Produkte jenseits von Software mit Scrum entwickeln.



Leiter Infomationskompetenzvermittlung
Digitale Dienste / Entwicklung

J. U. Müller - Gottfried Kellers feuriger Freund

"Ferner hatte ich um die Zeit einen feurigen und lebhaften Freund, welcher meine Neigungen stärker teilte als alle anderen Bekannten, viel mit mir zeichnete und poetisch schwärmte [...]." 

So erzählt Gottfried Keller in seinem Bildungsroman «Der grüne Heinrich».  Dieser feurige Freund spielt eine fragwürdige Rolle. Die in einen schwärmerischen Briefwechsel verlagerte Freundschaft zerbricht nämlich, als Kellers Alter Ego Heinrich Lee entdeckt, dass ihn der andere an der Nase herumgeführt hat. Er hat sich in seinen Briefen mit fremden Federn geschmückt.

Eine zwiespältige Romanfigur

Schon kurz nach Kellers Tod 1890 wurde bekannt, dass die Romanfigur ein Vorbild in der Wirklichkeit hatte: den Frauenfelder Baumeistersohn Johann Ulrich Müller (1819-1888). 18 seiner Briefe samt Beilagen blieben erhalten und kamen mit Kellers Nachlass an die Stadtbibliothek Zürich und später an die ZB. Doch genau gelesen hat sie bisher kaum jemand.


Der erste Brief mit einer Skizze des Schlosses Frauenfeld, 1.3.1837

Ein Holzweg in Kellers Leben?

Das Urteil über den Frauenfelder stand in der Keller-Forschung schon fest: Ihre Beziehung sei «einer der vielen Holzwege» im Leben des Dichters gewesen, aus Müller sei «nichts Rechtes» geworden (Erwin Ackerknecht, 1939). Das konnte ich als gebürtige Frauenfelderin nicht ungeprüft stehen lassen.

Wirklichkeit vs. Fiktion 

Also machte ich mich im Hinblick auf das Gottfried-Keller-Jubiläum 2019 auf die Suche nach Quellen, um Fiktion und Wirklichkeit zu trennen. Mein freier Arbeitstag war fortan mein «Müller-Thurgau»-Tag. Ein Ausgangspunkt waren Johann Müllers Briefe von 1837 bis 1848 in der Handschriftensammlung. Sie erlaubten es, die Fährte erfolgreich wieder aufzunehmen. 

Nur scheinbar langweilige Archivalien

Ein zweiter Ausgangspunkt waren Akten im Bürgerarchiv der Stadt Frauenfeld und in den Staatsarchiven Thurgau und Zürich: Einträge in Bürgerlisten, Steuerbüchern, Ratsprotokollen und andere nur scheinbar langweilige alte (analoge) Archivalien. Schnell weitete sich der Suchraum aus, nach Basel, München, Wien, schliesslich über den Atlantik.

Digitale Ressourcen

Wertvolle Informationen lieferten digitalisierte Schweizer und amerikanische Zeitungen , genealogische Datenbanken sowie Online-Archive mit lokalgeschichtlichen Büchern und Dokumenten. Zahlreiche Bibliotheksmitarbeitende und HistorikerInnen im In- und Ausland unterstützten mich hilfsbereit und machten - gerade auch während des Lockdowns im ersten Halbjahr 2020 - manche Ressource zugänglich. 

Ein Geschenk aus Amerika

Eine Überraschung hielt die Kartensammlung der ZB bereit: 1871 gelangten als Geschenk der US-Bundesregierung 34 amtliche Seekarten an den zürcherischen Kartenverein. Dieser übergab sie 1897 an die Stadtbibliothek. Wer hätte gedacht, dass hinter dem Namen des Kartografen J. U. Mueller der Thurgauer Gottfried-Keller-Freund steckt! 

Gottfried Keller (links) und J. U. Mueller

Neuanfang als John U. Mueller

Nicht nur der gescheiterte Landschaftsmaler Keller, auch der verschuldete Baumeister Müller rappelte sich wieder auf. Und so ist es höchste Zeit für eine Rehabilitierung. Die nun vorliegende Monografie «Gottfried Kellers feuriger Freund» (Verlag Hier und Jetzt) will dies leisten. Sie versteht sich auch als Hommage an all die Schätze, die in Archiven und Bibliotheken weltweit aufbewahrt, erschlossen und zugänglich gemacht werden. 

Am 19. November findet an der ZB die Buchvernissage statt. Wir laden alle Interessierten herzlich ein! Bitte melden Sie sich hier an.



wiss. Mitarbeiterin Handschriftenabteilung

Manuell und maschinell transkribieren mit e-manuscripta

Bei den drei grossen Schweizer Portalen für gedruckte Dokumente – e-rara.ch, e-periodica.ch und e-newspaperarchives.ch - wurden die Texte bereits mit dem OCR-Texterkennungsverfahren erschlossen. Es wurden grosse Mengen an Scans verarbeitet und durchsuchbar gemacht. So ist es nun möglich, nach Wörtern zu suchen, die innerhalb eines Artikels oder Buches vorkommen und diese Textstellen direkt anzusteuern.

Herausforderung Handschrift

Im gleichen Stil möchten wir die handschriftlichen Dokumente besser zugänglich machen. Da die Schriften aber viel unregelmässiger und für eine Maschine um einiges schwieriger zu erkennen sind, haben wir ein Transkriptionsprogramm eingerichtet, bei dem die Abschriften von Hand erstellt werden.

Indem an möglichst vielen Stellen gleichzeitig transkribiert wird, soll der Gesamtbestand an erschlossenen und durchsuchbaren Texten kontinuierlich wachsen. Jede interessierte Person kann sich beteiligen und ganz frei aus allen aufgeschalteten Dokumenten eine Seite auswählen und diese transkribieren.

Editor

Nebst einer reinen Textabschrift können auch Anmerkungen und Erläuterungen zu Personen, Orten oder inhaltlichen Aspekten hinzugefügt werden. Solche Zusätze lassen sich bis jetzt noch nicht zuverlässig von der Maschine erstellen. Allerdings werden mit künstlicher Intelligenz schon erstaunliche Resultate erzielt – da gelingt durchaus die Identifikation einer genannten Person mittels Analyse der umstehenden Texte.

Die Maschine holt auch bei Handschriften auf

In der Zwischenzeit hat sich auch die maschinelle Verarbeitung von handschriftlichen Dokumenten weiterentwickelt und es können immer mehr Schriften erkannt werden. Da eröffnet sich eine neue Möglichkeit, eine grosse Zahl von Seiten zu bearbeiten, wie es von Hand nicht denkbar wäre.

So wollen wir nun mit der maschinellen Verarbeitung im Programm der HTR-Anwendung Transkribus starten. Mit einem Beispieltitel wurde hier im ersten Durchgang das Layout erfasst und jede Zeile mit blauer Farbe markiert. Diese Koordinatengebung erlaubt es später, Suchtreffer per Highlighting auf dem Bild zu markieren, wie es durchaus üblich ist bei OCR-Dateien, wie beispielsweise in e-rara.

Training mit spezifischer Handschrift

In weiteren Durchgängen werden vorhandene Schrift-Modelle angewendet, um möglichst viel Text zu erkennen. Wenn die Modelle nicht gut passen, sollten zuerst von einer Handschrift möglichst viele Seiten manuell transkribiert werden. Etwa 100 Seiten werden empfohlen. Diese Trainingsdaten können verwendet werden, um weitere Seiten der gleichen Handschrift maschinell zu bearbeiten.

Bei e-manuscripta haben wir das Problem, dass wir von ganz vielen verschiedenen Handschriften jeweils nur eine überschaubare Menge an Text haben. Vielleicht etwa 10’000 Seiten pro Handschrift als äusserstes Maximum – bei total 862'593 auf der Plattform vorhandenen Seiten. Das bedeutet, wenn wir Transkribus anwenden möchten, sind wir eher auf die bereits vorhandenen Modelle angewiesen. Und können dann bei besonders prominenten Schreiberhänden eine gewisse Vertiefung erarbeiten. Wenn beispielsweise eine umfangreiche Edition vorliegt, bietet sich eine gute Ausgangslage für die Bearbeitung eines solchen Bestandes.


Leiterin Geschäftsstelle e-manuscripta.ch

Die klingende Bibliothek

«Ne tirez pas sur le pianiste» – unter dieses Motto hätte man das letzte ZB-Konzert stellen können. Der Pianist André Desponds improvisierte über vier Takte, die der Zürcher Musikverleger Hans Georg Nägeli in seiner Erstausgabe der G-Dur Sonate op. 31,1 von Beethoven hinzugefügt hatte.

Beethoven, Ludwig van: Deux sonates pour le piano forte [op. 31,1-2]. Zuric : Naigueli, [1803?]. Zentralbibliothek Zürich, Mus WG 75: 5 / Public Domain Mark

«Wo steht das, zum Teufel?» Das war die erboste Reaktion Beethovens als Ferdinand Ries ihm die Sonate aus der frisch aus Zürich eingetroffenen Erstausgabe vorspielte. In der Folge liess er eine Neuausgabe der Sonate in einer «Edition très correcte» bei Nikolaus Simrock in Bonn drucken.

Die Edition von Nägeli und zahlreiche weitere wertvolle, alte und teils auch unikale Musikdrucke finden sich insbesondere in den Beständen der früheren Stadtbibliothek und der Bibliothek der Allgemeinen Musik-Gesellschaft Zürich.

200 musikalische Nachlässe

Die Musikabteilung der Zentralbibliothek hütet zudem rund 200 Nachlässe von Komponisten, Musikerinnen und Musikwissenschaftlern sowie einige Chor-, Orchester- und Verlagsarchive. Diese Musikalien, Tonträger und Archivalien stehen neben dem «normalen» Ausleihbestand im Lesesaal der Musikabteilung, teils auch digitalisiert auf der Plattform e-rara, Forschenden, Musikerinnen und Musikern und anderen Interessierten zur Verfügung.

Kammermusik im Predigerchor

Weil Musik aber erst richtig lebt, wenn sie erklingt, organisiert die Musikabteilung seit mittlerweile zwanzig Jahren die «Mittagsmusik im Predigerchor». In dieser Konzertreihe kommen unsere musikalischen Schätze in Kombination mit Werken aus dem gängigen Konzertrepertoire zur Aufführung. Das nächste Mal am 9. Dezember mit dem Violinduo Marina Yakovleva und Misha Yakovlev.

Konzertimpression: Das Ensemble Shiki spielt Kammermusik.

Musik und Wissenschaft

In Kooperation mit der Allgemeinen Musik-Gesellschaft Zürich, dem Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Zürich und anderen Partnern, zuletzt Prima volta und dem Verein Hommage Alexander Schaichet , pflegt die Musikabteilung auch besondere Konzertformate, die sich an der faszinierenden Schnittstelle zwischen Kunst und Wissenschaft bewegen.

Auf grosses Interesse stossen die szenischen Lesungen. Im nächsten April soll die dritte Lecture performance «Alexander Borodin (1833-1887) - Chemiker und Komponist» zur Aufführung kommen.

Beliebt sind auch kommentierte Konzerte wie «I dilettosi fiori – spätmittelalterliche Instrumentalmusik» am 27. November: Corina Marti, Clavisimbalum und Flöten, und Inga Mai Groote, Professorin am Musikwissenschaftlichen Institut, präsentieren Werke von Guillaume Machaut und anderen.

Wenn Sie einen unserer Anlässe besuchen möchten, reservieren Sie bitte unter musik@zb.uzh.ch einen Platz. Aufgrund der aktuellen Situation ist die Platzzahl beschränkt.


Leiterin Musikabteilung

Neue Bibliotheksplattform «swisscovery»

Schon lange arbeitet die ZB mit anderen Schweizer Bibliotheken zusammen. Nun schliessen sich 475 wissenschaftliche Bibliotheken in der Swiss Library Service Platform, kurz SLSP, zusammen. Die Einführung des neuen Bibliothekssystems und des neuen Suchportals «swisscovery» bringt einige Änderungen für unsere Kundinnen und Kunden mit sich.

Was ist SLSP?

Das Kooperationsprojekt SLSP Swiss Library Service Platform hat die ZB, wie viele andere Schweizer Hochschulbibliotheken, in den letzten Jahren intensiv beschäftigt. Es wurde eine zentrale Dienstleistungsplattform für wissenschaftliche Bibliotheken errichtet. Bereits seit 2015 haben sich Mitarbeitende der ZB am Projekt SLSP beteiligt. Als Gründungsaktionärin war die ZB bei der Geburtsstunde der Aktiengesellschaft SLSP dabei. SLSP löst den IDS- und den NEBIS-Verbund ab.

Der ALPZUG

Für die ZB und die UZH-Bibliotheken war der Wechsel zu SLSP eine einmalige Gelegenheit, ihre Zusammenarbeit zu intensivieren. Sie werden innerhalb des Bibliothekssystems eine Einheit bilden. Unter dem Namen ALPZUG (Alma Primo ZB UZH gemeinsam) packten sie deshalb 2018 das Umstiegsprojekt miteinander an. Der sprechende Projektname hat sich bewährt: Zusammen haben wir uns auf den Weg auf die Alp gemacht. Wir befinden uns nun im letzten, steilsten Stück des Aufstiegs, die Alphütte lässt sich aber bereits erspähen.

Vorbereitungen unter Hochdruck

Kolleginnen und Kollegen aus fast allen Abteilungen der ZB, aus der Hauptbibliothek und aus den Institutsbibliotheken der UZH sind ins ALPZUG-Projekt involviert. Es wurden Absprachen mit anderen SLSP-Bibliotheken getroffen, Daten bereinigt, die neue Software getestet und konfiguriert, Workflows angepasst und Schulungsunterlagen erarbeitet. Diesen Herbst werden alle Bibliotheksmitarbeitenden im neuen System geschult. Sorgfältig wurden auch die Abläufe geplant, die die Dienstleistungen für die Kundinnen und Kunden der Bibliotheken betreffen.

Synergien werden genutzt

Das neue Bibliothekssystem und die neue Suchoberfläche bringen bedeutende Veränderungen in der internen Verwaltung. Ausserdem werden Arbeiten an SLSP ausgelagert und die Bibliotheken können neue Synergien nutzen. So wird auch die ZB entlastet, um neue lokale Angebote zu entwickeln.

Neue Suchoberfläche

Ab Dezember 2020 werden die Bestände der ZB und der UZH-Bibliotheken über die neue Rechercheplattform «swisscovery» durchsuchbar und zugänglich sein. Dort finden Sie auch Dokumente der anderen wissenschaftlichen Bibliotheken der Schweiz. Das bisherige Rechercheportal sowie die NEBIS-Recherche und swissbib werden eingestellt.

Schweizweiter Kurier

Vereinfacht wird das Bestellen aus anderen Bibliotheken: Bücher aus Bibliotheken, die am SLSP-Courier teilnehmen, werden Sie sich gegen eine kleine Gebühr in die ZB – oder in eine andere Wunschbibliothek – liefern lassen können. Es werden deutlich mehr Bibliotheken am SLSP-Courier teilnehmen als bisher am IDS-Kurier, das Angebot vergrössert sich also.

Registrierung und kurzer Ausleihstopp

Bisherige und neue Kundinnen und Kunden müssen sich neu registrieren. Sie werden schweizweit ein einziges Konto haben und werden künftige Änderungen an ihren persönlichen Daten selber vornehmen. Anfang Dezember wird es während einiger Tage nicht möglich sein, Bücher und andere Dokumente auszuleihen. Darüber werden wir Sie beizeiten informieren, damit Sie Gelegenheit haben, Ihre benötigten Dokumente rechtzeitig zu bestellen und auszuleihen.



ALPZUG-Projektkoordinatorin

Die Zentralbibliothek als Hüterin alter Schätze

Die Zentralbibliothek Zürich ist den meisten als moderne Hochschulbibliothek bekannt, die ihre Nutzerinnen und Nutzer mit aktueller Literatur in elektronischer und analoger Form versorgt und darüber hinaus ein vielfältiges Serviceangebot für Studierende und Forschende bereithält.

Nicht alle wissen, dass die Zentralbibliothek in ihren Spezialsammlungen auch Schätze von internationaler Bedeutung hütet: Kostbare Drucke, Nachlässe bedeutender Personen, seltene Kartenwerke, Musikautographen, Kunstwerke, Verlags- und Firmenarchive und mittelalterliche Handschriften.

Vorträge, Führungen und Ausstellungen

Neben der Konservierung, Erschliessung und Bereitstellung zur Benutzung von historischen Dokumenten ist es eine Kernaufgabe der Bibliothek, der Öffentlichkeit Kenntnisse über diese Dokumente zu vermitteln. Dies geschieht in Vorträgen, Einzelführungen und immer auch schon in Ausstellungen. Die im Jahr 2014 neu gestaltete und mit moderner Technik ausgestattete Schatzkammer, also das unterste Geschoss des Predigerchors, bietet einen idealen Rahmen für thematische Ausstellungen jeden Zuschnitts. Gemeinsam ist allen ZB-Ausstellungen, dass besonders bedeutende Dokumente oder Objekte aus den eigenen Sammlungen erklärt und kontextualisiert werden. Durch das Sammlungsprofil der Bibliothek ist meist auch ein deutlicher Zürich-Bezug gegeben.

«Krieg und Frieden» - Schweizer Bilderchroniken in der ZB

Aktuell ist in der Schatzkammer die Ausstellung «Krieg und Frieden – Bilderchroniken aus der Frühzeit der Alten Eidgenossenschaft» zu sehen. Die sogenannten Schweizer Bilderchroniken sind eine Reihe reich bebilderter und prächtig ausgestatteter handschriftlicher Chroniken, in denen ab dem 15. Jahrhundert zunächst einzelne Schweizer Städte stolz ihre eigene Vergangenheit darstellten. Da auch die Geschichte der anderen Orte stets mit einbezogen wurde, nahmen diese Werke zunehmend den Charakter von gesamteidgenössischen Chroniken an. Die Zentralbibliothek hütet einige der schweizweit bedeutendsten dieser Handschriften: Die Tschachtlanchronik als erste Schweizer Bilderchronik überhaupt, die «Grosse Burgunderchronik» von Diebold Schilling d.Ä. und die Zürcher Edlibachchronik. Hier geht es zur Ausstellung mit ihrem reichhaltigen Begleitprogramm.

Zugang zu historischen Materialien für alle

Die Vermittlung kulturellen Wissens in Ausstellungen ist, wenn diese auch noch so attraktiv gestaltet sein mögen, in ihrer Reichweite stets limitiert – räumlich wie zeitlich. Die ausgestellten Handschriften oder anderen kostbaren Objekte können zwar ansprechend präsentiert und erklärt werden; eine wirkliche Annäherung an die Exponate ist aber nicht möglich. Deshalb nutzt die Zentralbibliothek seit Jahren die Möglichkeit, besonders wichtige Handschriften, Graphiken, Karten oder Drucke der Allgemeinheit auf www.e-manuscripta.ch oder z.T. auch anderen Plattformen wie www.e-codices.ch kostenfrei digital zur Verfügung zu stellen. Im Zuge der Ausstellung wurden so einige der Schweizer Bilderchroniken aufwändig digitalisiert und aufgeschaltet: Eine Liste findet sich hier.

Analoge und digitale Nutzung

Die Digitalisierung wichtiger Materialien aus den Sammlungen der Zentralbibliothek wie auch anderer Bibliotheken und Archive garantiert Interessierten auf der ganzen Welt einen unkomplizierten Zugang zu kulturgeschichtlich bedeutsamen Dokumenten. Auch die Originale können auf diese Weise geschont und besser für die Zukunft erhalten werden. Die digitale Darbietung hat aber auch ihre Grenzen: Die besondere Materialität einiger Dokumente ist nur unzureichend nachvollziehbar, etwa wenn Seiten eingeklebt oder Textteile überschrieben wurden. Die analoge und digitale Nutzung historischer Ressourcen sind deswegen keine Alternativen, sondern nur gemeinsam wirklich sinnvoll und fruchtbar: Probieren Sie es gleich aus – in unserer Ausstellung «Krieg und Frieden»!



Stv. Leiter Handschriftenabteilung

Das «Methodencafé» der ZB

Im neuen internen Weiterbildungsformat der ZB, dem Methodencafé, erproben wir neue Arbeitsweisen und -techniken.

Was ist das Methodencafé?

Einmal im Quartal sind alle Kolleginnen und Kollegen eingeladen, zu einem Thema oder einer Fragestellung den gesamten Ideenfindungsprozess durchzuspielen. Wir vom Methodencafé-Team stellen dafür jedes Mal verschiedene Methoden vor.

Machen statt Zuhören

Wir wärmen uns jeweils mit einer Aktivierungsmethode auf, entwickeln viele Ideen mit einer Entwicklungsmethode und denken die besten davon mit einer Ausarbeitungsmethode weiter. Die erarbeiteten Ideen sind in diesem Moment zweitrangig, wir wollen die Methoden kennenlernen und sie direkt anwenden. Uns ist es wichtig, einen Raum zu bieten, in dem die Teilnehmenden diese neuen Arbeitstechniken selbst erfahren können.

Top oder Flop?

Bücher nach jeder Ausleihe entsorgen und neu kaufen, Benutzende gratis und unbegrenzt drucken und kopieren lassen, Geschäftsautos für alle Mitarbeitenden. Diese Ideen entstanden mit der Entwicklungsmethode «Flip-Flop» beim Thema «Grüne Bibliothek». Statt direkt nach Ideen für eine nachhaltigere ZB zu fragen, haben wir uns überlegt, wie die ZB die Umwelt maximal belasten könnte. Durch den Umweg über diese destruktiven Ideen – der übrigens sehr viel Spass machte und für viele Lacher sorgte – entstanden viele hilfreiche Vorschläge: optimierte Beleuchtung in allen Räumen, Prämie für klimafreundlichen Arbeitsweg, Förderung von papierlosem Arbeiten und Home-Office. Wir waren beeindruckt davon, wie viele gute Ideen in kurzer Zeit zusammengekommen sind.

Weshalb brauchen wir überhaupt Kreativitätstechniken?

Aus unserer Erfahrung sind Ideen und Lösungen immer stärker gefragt, gerade weil Anforderungen und Rahmenbedingungen in vielen Arbeitszusammenhängen immer komplexer werden. Ob in Projekten, Teamsitzungen oder der Entwicklung neuer Services: methodisch vorzugehen, lohnt sich – für sich alleine und gemeinsam. Wir alle verbringen viel Zeit in Sitzungen, in denen wir uns in Details verlieren. Wir äussern oft erstmal unsere Bedenken mit einem «Ja, aber» oder geben uns mit der erstbesten Idee aus einem Brainstorming zufrieden. Dabei gehen viel Potenzial, Motivation und Zeit verloren. Und richtig zufrieden sind wir mit dem Ergebnis oft auch nicht. In den Kreativmodus zu wechseln, ist nicht schwierig und bringt Energie für frische Ideen.

Ein neues Weiterbildungsformat

Das Methodencafé ist ein niedrigschwelliges Angebot. Alle Kolleginnen und Kollegen sind eingeladen, teilzunehmen und mitzumachen, unabhängig von Funktion und Abteilung. Dadurch ergibt sich ein schöner Nebeneffekt: Wir können uns intern begegnen, uns austauschen und vernetzen, auch über Abteilungsgrenzen hinweg.

Von der Theorie in die Praxis

Ein wichtiger Teil jedes Methodencafés ist der Abschluss: Wir nehmen uns bewusst etwas Zeit, um gemeinsam zu überlegen, welche Methoden wir in unseren Arbeitsalltag integrieren können. So entsteht nach und nach ein Repertoire an Techniken und Methoden, mit welchem wir im Arbeitsalltag jederzeit ohne viel Vorbereitung in den Kreativmodus wechseln können.

Das Methodencafé in Zeiten von COVID-19

Bisher hat das Methodencafé davon gelebt, dass wir uns physisch in einem Raum getroffen haben. Gemeinsam haben wir grosse Blätter beschrieben und Post-Its auf Wände geklebt. In der Zeit, in der Teamsitzungen per Videokonferenz zur Normalität werden, ist es angezeigt, dass wir unseren persönlichen Methodenkoffer um digitale Werkzeuge erweitern. Auch was eine virtuelle Durchführung des Methodencafés angeht, werden wir in Zukunft einiges ausprobieren.




Leiterin Innovationsmanagement und Projektportfolio

Wissenschaftliche Projektmitarbeiterin

Wo der Schuh drückt - Das Feedbackmanagement der Zentralbibliothek Zürich

«Hätte ich die Leute gefragt, was sie wollen, hätten sie ‘schnellere Pferde’ geantwortet.» Dieses Zitat stammt angeblich vom Autohersteller Henry Ford; erwiesen ist es nicht. Es verdeutlicht die Schwierigkeit, die Kundschaft zufriedenzustellen. Wenden wir die «Ford»-Methode an und gehen davon aus, selbst am besten zu wissen, was für unsere Benutzer/innen gut ist? Oder hören wir auf sie und erfüllen jeden Wunsch?

Bibliotheken haben sich lange schwer getan, auf ihre Kund/innen zu hören. Um im in diesem Punkt besser zu werden, haben wir in der Zentralbibliothek Zürich 2018 das Feedbackmanagement eingeführt. Als «Feedback» verstehen wir jede zweckbestimmte Meinungsäusserung (Lob, Beschwerde, Anregungen) über unser Angebot. Damit soll ein verstärkter Austausch mit den Bibliotheksbenutzer/innen stattfinden, was uns die Möglichkeit gibt, ihre Bedürfnisse zu erkennen und darauf zu reagieren. Wir wollen sowohl Mängel und Verbesserungspotential in unseren Angeboten erkennen als auch erfahren, welche Dienstleistungen gut funktionieren.

Den Finger draufhalten

Benutzer/innen können über E-Mail (feedback@zb.uzh.ch), ein elektronisches Formular oder auf Papier über unsere Feedback-Boxen mit uns in Kontakt treten. Indirekt sammeln wir auch Rückmeldungen aus den sozialen Medien und über unser Unternehmensprofil auf «Google My Business». Die Rückmeldungen werden von zwei Mitarbeiter/innen ausgewertet. Wir achten darauf, dass Feedbacks an die zuständigen Abteilungen gelangen, mögliche Massnahmen ergriffen und zeitnah beantwortet werden. Die statistisch erfassten Meldungen werden monatlich ausgewertet und wir machen auf wiederkehrende Themen aufmerksam, bei denen Massnahmen notwendig sind.

Taschenabgabe und Gratisversand

2019 sind 634 Meldungen eingegangen. Davon waren je ein Viertel Lob und Anregungen, etwas über 40 Prozent waren Beschwerden. Daraufhin ergriffene, kleinere Massnahmen sind zum Beispiel die Desinfektionsmittelspender, welche 2019 noch vor der Coronakrise mehrfach gewünscht und eingeführt wurden. Ein Dorn im Auge der Besucher/innen war die Abgabe der Taschen bei Kurzbesuchen. Als Reaktion darauf wurde beim Eingang eine Taschenablage eingeführt. Vor allem während des Lockdowns haben viele Benutzer/innen den speditiven Service verschiedener Abteilungen gelobt. Der in diesem Zeitraum angebotene Medienversand wurde nach mehreren negativen Rückmeldungen für Studierende und Angehörige der UZH kostenlos angeboten.

Häufige Wünsche oder Beanstandungen betreffen auch die Toiletten, das Raumklima, die Öffnungszeiten oder die Arbeitsplätze. Je nach Fall und Situation können die kritisierten Punkte nicht für alle befriedigend gelöst werden. Kleine Mängel an der Infrastruktur werden aber dank Rückmeldungen schnell behoben.

Feedbacks sollen zudem Inputs für benutzerorientierte Innovationen geben und als Basis für zukünftige Projekte dienen wie zum Beispiel Umstrukturierungen der Lern- und Arbeitsplätze.

«Vertraut euren Kunden!»

Wie es in einer Beschwerde eines Benutzers einmal hiess: «Trust your customers!» Wir müssen offen für Veränderungen sein und den Mut aufbringen, Fehler einzugestehen oder zu unseren Entscheidungen zu stehen. Ein Feedbackmanagement gibt uns die Chance, den Status Quo zu überdenken.



Feedbackmanagement

Die ZB während der Corona-Zeit – ein Blick zurück

Es ging alles ganz schnell: Am 13. März, einem Freitagnachmittag, gab der Bundesrat die Ausserordentliche Lage und die Schliessung von Kultur- und Bildungseinrichtungen für das Publikum bekannt. Die Leitung der Universität Zürich verfügte das Ende des Präsenzsemesters und die sofortige Umstellung auf digitale Lehre. Am Montag, 16. März, waren die Magazine der ZB noch geöffnet, es gab einen grossen Andrang, "Hamsterkäufe", um sich noch mit Literatur zu versorgen, und dann – war es vorbei.

Die plötzliche Stille

Seit nunmehr zehn Wochen ist es still im Lesesaal der ZB. Die Türen unserer Spezialsammlungen bleiben verschlossen. Das lebendige und mitunter quirlige Miteinander von Studierenden, Forschenden, Lesehungrigen, Lounge-Lektüre-Suchern und ZB-Expertinnen und -Experten ist zum Stillstand gekommen. Eine irritierende Stille, die es in der über einhundertjährigen Geschichte der Bibliothek noch nicht gegeben hat.

Wie funktioniert die Versorgung mit Büchern und Medien?

Einige Fragen drängten sofort: Wo arbeiten jetzt die Mitarbeitenden? Kann jeder ins Homeoffice wechseln? Wie muss die Arbeit dafür organisiert werden? Wie bringt man Kinderbetreuung und Konzentration auf Arbeitsaufgaben zusammen? Und wie kommunizieren wir? Nicht jeder hatte schon mit Videokonferenzen Erfahrungen gesammelt. Auf der anderen Seite brauchte es sofort eine Entscheidung, wie die Literatur- und Informationsversorgung aufrechterhalten werden konnte. Denn die Universität hatte das Semester ja nicht abgebrochen, sondern nur die Präsenz auf dem Campus aufgehoben. Studieren, lernen und forschen konnte und sollte man weiterhin – dafür brauchte es die Services der ZB in bewährter Qualität. Und auch die Öffentlichkeit benötigte weiterhin aktuelle und verlässliche wissenschaftliche Informationen, auch wenn die Bibliothek geschlossen blieb.

Postversand und E-Medien

Sehr schnell war uns darum klar, welche die Schlüsseldienstleistungen einer grossen wissenschaftlichen Bibliothek wie der ZB sein mussten: ein einfach und kostengünstig zu nutzender Direktversand von Büchern und Medien, ein effizienter Scanservice für Aufsatzliteratur, ein stark erweitertes Angebot an E-Medien ohne Benutzungshürden und eine weiterhin zuverlässige und barrierefreie Beratung und Auskunft. Und es sollte weiterhin möglich sein, Literatur zur Anschaffung vorzuschlagen – und diese auch im Lockdown zu erhalten.

Das zehnfache Volumen

Was folgte, war ein grosser Effort der Mitarbeitenden vor allem in unseren Serviceabteilungen wie Bestandslogistik, Kundenservice und Digitalisierungszentrum, aber auch in Supporteinheiten wie dem Gebäudemanagement, den Postdiensten und der IT. Diese Kolleginnen und Kollegen wurden weiterhin – unter Beachtung der Sicherheitsvorschriften – im Haus gebraucht und konnten nicht ins Homeoffice wechseln. Sie haben während dieser Wochen Ausserordentliches geleistet, unermüdlich und mit zunehmend stolzer Begeisterung dafür, dass sie «den Laden am Laufen halten» konnten. 

Der Dank vieler Nutzerinnen und Nutzer dafür hat sie gestärkt und durchhalten lassen. Die Anforderungen waren enorm: Die Zahl der via Postversand zugestellten Bücher stieg von sonst 150 bis 200 Einheiten pro Woche auf gegen 1500, bisweilen auch darüber. All dies musste mit der bestehenden Infrastruktur bewältigt werden. Möglich war dies nur durch Unterstützung von Mitarbeitenden, die sonst andere Aufgaben wahrnehmen. Aber auch im Hintergrund mussten die Arbeiten weiterlaufen, damit keine Bearbeitungsrückstände und keine Lücken bei der Erwerbung der aktuellen Literatur entstehen, wenn der reguläre Betrieb wieder beginnen würde. Unsere E-Medien-Spezialisten haben den Kontakt mit Anbietern und Verlagen gesucht, um möglichst viele Inhalte auf einfache Art und Weise zugänglich zu machen. Dabei sind uns die Anbieter immer wieder entgegengekommen.

Treue ZB-Leserschaft

Am 8. Juni machen wir den nächsten Schritt zurück zum gewohnten Service der ZB, wenn auch weiterhin mit Einschränkungen. Was nehmen wir aus dieser Zeit mit? Zunächst einmal Dankbarkeit für die Treue unserer Leserinnen und Leser zu ihrer ZB - und zugleich die Erfahrung, wieviele ZB-Kolleginnen und Kollegen sich für ihre Bibliothek auch unter schwierigen Bedingungen grossartig engagieren.

Digitalisierungsschub als Chance

Wie in vielen Unternehmen hat uns die Krise Mut gemacht, ohne Scheuklappen und pragmatisch an das Potenzial der digitalen Transformation heranzugehen und darin neue Chancen zu entdecken: Das gilt für die Formen unserer Zusammenarbeit und viele Abläufe und Prozesse, die auch schlanker und einfacher funktionieren, aber ebenso für die digitalen Services, die wir nun mit noch mehr Nachdruck ausbauen: in der Beratung und Vermittlung, bei Tools zum digitalen Studieren, zum forschenden Zusammenarbeiten und zum lebenslangen Lernen. Vor allem aber wollen wir die Inhalte noch vollständiger digital anbieten und den Zugang für alle öffnen.

Wir halten Kontakt zu Ihnen

Während der Corona-Zeit ist uns aber vor allem eines deutlich geworden: wie wichtig es ist, aktiv und umfassend mit Ihnen, unseren Leserinnen und Lesern, zu kommunizieren. Und dies über viele Kanäle, um Sie dort zu erreichen, wo Sie sich gerade aufhalten: in den Sozialen Medien, auf unserer Website, im Chat oder in einer Veranstaltung, ob sie nun in der Bibliothek oder in Livestream und Videochat stattfindet. Der ZB-Blog auf unserer Website, dessen Auftaktbeitrag Sie hier lesen, ist ein neuer Baustein dafür. Schreiben Sie uns ihre Meinung dazu – und lassen Sie uns gerne wissen, worüber Sie an dieser Stelle gerne einmal etwas lesen würden.



Direktor der Zentralbibliothek

Die ZB-Strategie für 2021–2024

Was nimmt sich die ZB für die kommenden Jahre vor? Worauf wollen wir unsere Kräfte bündeln, unsere Ressourcen fokussieren und unsere Fähigkeiten ausrichten? Um diese Fragen zu beantworten, benötigt eine Organisation eine Strategie. Projekte, Aktivitäten und Initiativen sollen sich in einen Rahmen einschreiben, der die übergeordneten Ziele definiert, allen Mitarbeitenden Orientierungsmarken für ihr Handeln an die Hand gibt und dafür sorgt, dass die Bibliothek die Herausforderungen des Wandels frühzeitig erkennt und entschlossen angeht.

Ein Kompass für den Umgang mit Wissen in der digitalen Welt

2016 veröffentlichte die ZB ihre Strategie für die Zeit bis 2020 unter dem Titel «Die ZB zeigt Profil». Vielen der formulierten Ziele sind wir nähergekommen – zugleich beanspruchen die grundlegenden Inhalte von "ZB 2020", welche unsere institutionellen Aufträge spiegeln, weiterhin Gültigkeit. Bei der Erarbeitung der Strategie 2021–2024 ging es darum, die strategische Ausgangslage zu analysieren und die Komplexität der Strategiesituation zu verstehen, wenn wir unsere Relevanz im aktuellen Umfeld erhalten wollen. Dies wurde flankiert von einer Umwelt- und Organisationsbetrachtung. 

Welche sind die wichtigsten Elemente der neuen ZB-Strategie? Zur Vision «Die ZB ist Kompass für den Umgang mit Wissen in der digitalen Welt» haben wir drei Schlüsselthemen identifiziert:

  • Digital Literacy: Wir wollen bessere Orientierung in der Informationsfülle ermöglichen und neue Instrumente und Hilfestellungen bereithalten, damit sich Nutzerinnen und Nutzer ein fundiertes Bild über den Kontext und die Werthaltigkeit von Informationen machen, diese kompetent auswählen und für sich organisieren können. Damit tragen wir auch dem Bildungsauftrag der Bibliothek Rechnung.
  • User Experience und Einfachheit des Zugangs: Das Internet hat das Potenzial für vernetzte, intuitiv zu handhabende und bruchlose Informationsbeschaffung und -nutzung, doch die konkrete Nutzererfahrung sieht – gerade bei digitalen Ressourcen – oft anders aus. Wir glauben, dass es sich lohnt, mehr Energie in intuitive Benutzeroberflächen und leistungsstarke Suchinstrumente zu investieren. Dafür ist eine vertiefte Analyse des Nutzungsverhaltens und der verstärkte Einbezug der Kunden in die Angebotsentwicklung wichtig.
  • Partnerin der Forschung: Die ZB verfügt über viel Erfahrung in der Digitalisierung von Quellen und im Umgang mit Metadaten. Die Bibliothek kann aber im gesamten Lebenszyklus eines Forschungsprojektes unterstützen. Hierfür wollen wir passgenaue Angebote schaffen. Wir wollen uns an der Debatte um Standards und Praxiskriterien für digital scholarship beteiligen, uns in den Aufbau von nachhaltigen, kooperativ organisierten Forschungs- und Dateninfrastrukturen einbringen und Initiativen im neuen Feld der Citizen Science lancieren, wofür die Sammlungen der ZB reiches Material bieten.

Im Jahr 2021 geht es darum, Wege und Massnahmen zur Umsetzung zu definieren. Alle in der ZB sollen dazu beitragen, die Strategie lebendig und greifbar werden zu lassen, damit die Vision zu einem Ziel wird, das uns gemeinsam inspiriert und miteinander weiterbringt.


Direktor


Library Science Talks - weltweiter Austausch über Bibliotheksfragen

Langzeitarchivierung, Marketingstrategien an der ETH Zürich und die Oodi in Helsinki sind drei Beispiele für Vorträge im Rahmen der Library Science Talks aus den vergangenen Jahren. Für diese Veranstaltungsreihe kommen jährlich sechs namhafte Expertinnen und Experten aus der Bibliothekswelt und der Informationswissenschaft, der Computerlinguistik und den Digital Humanities in die Schweiz. Sie folgen der gemeinsamen Einladung der Association of International Librarians and Information Specialists (AILIS), des CERN Scientific Information Service und der Zentralbibliothek Zürich. Daher finden die Library Science Talks stets nacheinander in Genf und in Zürich statt – auf Englisch oder in den beiden Landesprachen. Als öffentliche Veranstaltungen erweitern die Library Science Talks ihre Reichweite zugleich über die eigene Fachcommunity hinaus und sprechen je nach Thema auch ein grösseres Publikum an.

Spannende Einblicke in Bibliotheken weltweit

Das Spektrum ist breit, die Themen stammen aus wissenschaftlichen und öffentlichen Bibliotheken. Wir haben Beiträge zur Architektur wie die Vorträge zur Bürgerbeteiligung bei der Planung zur Oodi (Helsinki Central Library) von Tuula Haavisto oder zum Dokk1 in Aarhus von Marie Østergård gehört. Weitere Talks behandelten Managementfragen wie beispielweise das Marketing an der ETH-Bibliothek (Deborah Kyburz) oder die zielgruppenorientierte Erweiterung der Services in der «Knowledge & Learning Commons»-Initiative an der United Nations Library in Genf (Sigrun Habermann).

Neueste Forschungsergebnisse aus der Informationswissenschaft

Ein weiterer Schwerpunkt sind aktuelle Fragestellungen aus der Informationswissenschaft, Computerlinguistik und den Digital Humanities. Sie thematisieren etwa die Datengenerierung, Informationstechnologien und das Datenmanagement. Zur Veranschaulichung lassen sich das Text-, Daten- und Link-Mining in der Bibliothèque Nationale de France (Emmanuelle Bermès), das nationale Archivierungskonzept Kanadas (Gerald Beasley) oder der Konnex von Linked Data und nachhaltigem Publizieren an der Universität Ghent (Ruben Verborgh) nennen.

Internationales und schweizweites Netzwerk

In den letzten vier Jahren waren über zwanzig Vortragende aus dem europäischen Ausland, aus Übersee (USA und Kanada) sowie schweizerische Kolleginnen und Kollegen zu Gast. Die unterschiedlichen Perspektiven auf oft ähnliche Herausforderungen führen zu lebhaften Diskussionen und ermöglichen den Austausch mit der Community. Die Library Science Talks sind als etablierte Serie aus der Genfer und Zürcher Bibliotheksszene kaum mehr wegzudenken. Zugleich haben sie an Reichweite gewonnen, da die Talks seit 2019 aufgezeichnet werden und auf unserer Website zur Verfügung stehen.

Unsere Antwort auf Corona? Library Science Talks im Livestream

Das Frühjahr 2020 stellte mit den strikten Corona-Massnahmen auch die diesjährigen Library Science Talks kurz in Frage. Doch wir zögerten nicht lange und verlegten die Talks kurzerhand in den Livestream. So konnten wir sowohl den Kontakt zu den internationalen Gästen weiterhin pflegen als auch die Livediskussionen beibehalten. Zu unserer Freude war die Resonanz von Anfang an gross. Inzwischen erhalten wir gar Teilnahmeanfragen von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren aus Australien und den USA.

Tagung «Informationen – digital verpackt»

Nach der Sommerpause starten wir am 22. und 23. September mit einer zweitägigen Konferenz zum Datenmanagement und Informationstechnologien in die zweite Jahreshälfte der Library Science Talks. Das Programm finden Sie bald auf unserer Tagungshomepage: Seien Sie gespannt!



Leiterin Aus- und Weiterbildung

Das Stiefkind der Forschungsförderung: die Retrodigitalisierung

Mittlerweile sind Open Access und Open Data zentrale Paradigmen der wissenschaftlichen Kommunikation. Der freie Zugang und die nachhaltige Sicherung von Forschungsdaten stellen wichtige Aspekte des Forschungsdatenmanagements dar. Für die Förderinstitutionen wie den Schweizerischen Nationalfonds (SNF) oder die Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW) haben Fragen zur Informationsinfrastruktur (wie eben Datensicherung und –zugang) zentrale Bedeutung und sind ein wichtiger Faktor für den Entscheid, ob ein Forschungsprojekt finanziell unterstützt werden soll.

Retrodigitalisierung als wichtige Aufgabe

Auffällig – oder vielleicht besser: irritierend – ist, dass ein Bereich von der Forschungsförderung sehr stiefmütterlich behandelt wird: die Retrodigitalisierung. Diese Form der Digitalisierung ist für viele geisteswissenschaftliche Editionsprojekte unabdingbar, die handschriftliche Dokumente digital zugänglich machen. Und auch für Museen, Archive und Bibliotheken – und selbstredend auch für die ZB - ist die Retrodigitalisierung eine wichtige Aufgabe, um dem Auftrag der Aufbewahrung, Sicherung und Präsentation von Kulturgut nachzukommen.

Bibliotheken als indirekte Forschungsförderer

Wissenschaftliche Forschungsprojekte, die Bedarf an Digitalisaten haben, können momentan bei den nationalen Förderinstitutionen keine oder nur geringe Beiträge für die Retrodigitalisierung beantragen. Das bringt Bibliotheken oder andere bestandshaltende Institutionen in eine Zwangslage: Denn die Projekte benötigen die Digitalisate, um das Vorhaben durchzuführen. Dies ist aber nur möglich, wenn Bibliotheken – wie etwa die ZB - den Projekten in dieser Situation entgegenkommen und die Scans ohne angemessene Kostenrechnung produzieren und abgeben. Bibliotheken werden dadurch (ungewollt) zu indirekten Forschungsförderern: ohne ihren Beitrag könnten Projekte nicht realisiert werden.

Vorbild DFG?

Die Förderpolitik der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ist in diesem Bereich anders ausgerichtet: Seit Jahren schreibt sie ganz gezielt Digitalisierungsvorhaben aus (Bsp. Digitalisierung mittelalterlicher Handschriften oder historischer Zeitungen). Dies könnte auch für den SNF oder die SAGW als Vorbild dienen, den bislang vernachlässigten Bereich der Retrodigitalisierung in der Forschungsförderung besser zu berücksichtigen. Der Sache angemessen wäre es: Die Digitalisate stellen Grundlagen im Bereich der wissenschaftlichen Informationsversorgung dar und sind als weithin und vielfältig nachnutzbare Forschungsinfrastrukturen anzusehen.




Leiter Produktionsmanagement Digitalisierung

Kein Zugriff auf wissenschaftliche Artikel? Diese Tools helfen

Wer nicht über eine Universitätsbibliothek Zugang zu kostenpflichtigen wissenschaftlichen Artikeln hat, steht oft vor der sogenannten «Bezahlschranke»: um einen Text lesen zu können, muss man ihn bezahlen. Aber auch gut ausgestattete Bibliotheken wie die Zentralbibliothek können nicht alles lizenzieren und wichtige Inhalte bleiben für die Hochschulangehörigen verborgen.

Doch immer mehr wissenschaftliche Artikel werden von den Forschenden - zusätzlich zur Verlagsveröffentlichung - frei im Internet zur Verfügung gestellt. Und nun kommt das Beste: Es gibt Browser-Erweiterungen, die Sie beim Browsen auf frei verfügbare Versionen wissenschaftlicher Artikel hinweisen – kostenlos, ganz legal und ohne langes Suchen:

Stossen Sie beim Browsen auf einen wissenschaftlichen Artikel ohne Zugriff, prüfen alle drei Tools automatisch den alternativen Zugang aus über 25 Millionen frei verfügbaren Artikeln. Ist dies erfolgreich, erscheint im Browser automatisch ein Button, den Sie nur noch anklicken müssen, um zur freien Version zu gelangen. 

Das funktioniert sehr gut, in Einzelfällen kann der Hinweis aber auch mal fehlen. Zum Beispiel, wenn auf der Seite, auf der Sie sich befinden, der relevante Identifikator für einen Artikel fehlt. Dennoch sind die Erweiterungen eine sehr hilfreiche Sache – sie kosten nichts und machen keine Arbeit.

Warum gibt es frei verfügbare Versionen? Ein wenig Hintergrund zu Open Access

Die aktuelle Corona-Krise hat noch einmal mit aller Deutlichkeit gezeigt, wie wichtig der freie Zugang zu neuen und relevanten Forschungsergebnissen ist. Doch auch ohne Pandemie und Krise fordern Forschende, Bibliotheken und die Politik den unbeschränkten und kostenlosen Zugang zu wissenschaftlicher Information im Internet. Denn im bisherigen System zahlt die Öffentlichkeit mehrfach: Öffentlich finanzierte Bibliotheken müssen die Ergebnisse aus öffentlich finanzierter Forschung von privaten Verlagen kaufen, damit diese gelesen werden können.

In einer idealen Welt…

… wäre das Publikationswesen so gestaltet, dass Verlage nicht für das Lesen, sondern das Veröffentlichen vergütet werden. Dann wären alle Veröffentlichungen sofort für alle frei und kostenlos lesbar. Das ist das sogenannte «Goldene» Open Access. An diesem Ziel wird international und auf vielen Ebenen gearbeitet

Auf dem Weg dahin

Die sogenannte Transformation des Publikationswesens zu Open Access ist ein langer Weg – der auch einiges kostet. Bis dahin braucht es auch pragmatische Lösungen. Zum Beispiel können wie oben beschrieben Forschende ihre Arbeiten zusätzlich zur Veröffentlichung im Internet frei zugänglich machen, oft auf dem Publikationsserver ihrer Hochschule. Das ist das sogenannte «Grüne» Open Acces», dessen Nutzung mit den oben vorgestellten Tools unterstützt wird.

Auf der nationalen Ebene wird in der Schweiz das Ziel verfolgt, Open Access zum Standard zu machen: mit einer nationalen Open Access-Strategie wonach bis 2024 sämtliche Publikationen aus öffentlich finanzierter Forschung in Open Access zugänglich sein sollen. Dies ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu Open Science.



Koordination Open Access

Neue Ausstellungen und Veranstaltungen: Die Corona-Pause ist vorbei

In den letzten Monaten ruhte der Veranstaltungsbetrieb der ZB, aber nun geht es wieder los. Am 2. September wird unsere Ausstellung «Krieg und Frieden» zu den ikonischen Bilderchroniken der Schweiz ihre Türen öffnen. Und am 3. September starten wir mit dem Thema «Künstliche Intelligenz in der Medizin» eine neue Podiumsreihe. Ihr Name «Eschertalk» verweist auf den Gründer der ZB, Hermann Escher. Künftig wollen wir dem interessierten Publikum mehrmals jährlich Themen präsentieren, die an den Hochschulen erforscht werden und gleichzeitig von breitem gesellschaftlichem Interesse sind. Die zweite Veranstaltung im Dezember trägt den Titel «Alles nur Fake News? - Wie verändern Social Media die öffentliche Debatte?». Finanziert wird die neue Reihe von der «Gesellschaft von Freunden der ZB».

Drehbuchbattle und druckfrische Literatur

Weitere Leckerbissen erwarten Sie diesen Herbst: Beispielsweise eine Lesung des in Frauenfeld lebenden iraktischen Autors Usama Al Shahmani im Rahmen des Festivals «Zürich liest». Al Shahmanis Roman «In der Fremde sprechen die Bäume arabisch» ist auf grosses Interesse gestossen, Jetzt stellt er sein neues Werk «Im Fallen lernt die Feder fliegen» in der ZB vor. 

Zum Welttag des audiovisuellen Erbes Ende Oktober präsentieren wir eine «Drehbuchbattle». Haben Sie gewusst, dass die ZB alle Drehbücher von Schweizer Filmen sammelt? Unsere Fachreferentin ist auch Filmjournalistin und begrüsst an diesem Abend die Autorinnen und Autoren von drei Schweizer Komödien. Sie lesen aus ihren Drehbüchern vor und diskutieren über das Pointenschreiben. Die Details zu diesen und weiteren Events finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.

Bitte anmelden

Natürlich sind weiterhin Schutzmassnahmen gegen das Coronavirus nötig, und so muss man sich für alle Veranstaltungen auf unserer Homepage anmelden, auch wenn kein Eintritt verlangt wird. Unser neues Reservationssystem zeigt Ihnen an, ob noch Plätze frei sind für die gewünschte Veranstaltung. Über Ihren Besuch würden wir uns freuen! Und sollten Sie sich anmelden, dann aber doch verhindert sein, sind wir dankbar für eine Absage.



Leiterin Marketing und Kommunikation

Schweizer Filme entdecken - Drehbuchlesung mit Diskussion

Hat Sabine Boss beim Verfassen der berndeutschen Dialoge bereits die Stimme von Goalie-Darsteller Marcus Signer im Ohr? Finden sich diese Dialoge im fertigen Film telquel wieder?

Wie kommt Peter Luisi bei der Arbeit an Gottfried Kellers «Kleider machen Leute» auf die irrwitzige Idee, Beat Schlatter während einem Fussballspiel nackt aufs Feld zu schicken? Und was hat «Flitzer» mit Gottfried Kellers Novelle am Hut?

Was geht Micha Lewinsky durch den Kopf, wenn er für seinen brandneuen Film über den Fichen-Skandal den Titelsong von Franz Schnyders 1941 entstandenem «Gilberte de Courgenay» ausgräbt?

Flitzer – Moskau – Goalie

Dieses und vieles mehr diskutieren wir mit den Autor*Innen von «Dr Goalie bin ig», «Flitzer» und «Moskau Einfach!» ausgehend von Stellen, die sie aus ihren Drehbüchern vorlesen.

Dies zum einen, weil uns Wunder nimmt, wie Schweizer Filme entstehen. Dies aber auch, weil Drehbücher in Archiven und Bibliotheken ein Aschenbrödel-Dasein führen und es im filmaffinen 21. Jahrhundert höchste Zeit ist, sie aus ihrem Dornröschenschlaf zu wecken.

 Die Veranstaltung finden Sie hier.

Drehbücher, ein Kulturgut

Anders, als man annehmen möchte, sind Drehbücher keine schludrig verfassten Anleitungen für einen Film, sondern eine eigenständige literarische Gattung, verwandt dem Drama. Auch zeugen sie in mannigfaltiger Weise nicht nur von der Kreativität ihrer Verfasser, sondern als Kulturgut auch von der Zeit und der Gesellschaft, in der sie entstehen.

Die Zentralbibliothek Zürich sammelt in Zusammenarbeit mit der Zürcher Filmstiftung und der Cinémathèque seit knapp 20 Jahren Schweizer Drehbücher.

Im Rahmen der anlässlich des am 27. Oktober stattfindenden Welttag des Audiovisuellen Erbes organisierten Veranstaltung bietet die Zentralbibliothek eine einmalige Gelegenheit solche Drehbücher zu entdecken und drei der derzeit erfolgreichsten Schweizer Drehbuchautor*Innen kennen zu lernen. Damit wer die Filme nicht bereits kennt auch weiss, wie diese auf Leinwand aussehen, zeigt das Kino Stüssihof diese in Sondervorstellungen am Sonntag, 25. Oktober und Mittwoch, 28. Oktober.



Filmjournalistin und ZB-Fachreferentin für Film