Was ist Open Access?

Open Access meint den kostenlosen und unbeschränkten Zugang zu wissenschaftlicher Literatur und Information im Internet.

Warum Open Access?

Ergebnisse aus öffentlich finanzierter Forschung sollen frei zugänglich sein – das leuchtet ein! Im bisherigen System zahlt die Öffentlichkeit hingegen mehrfach: Öffentlich finanzierte Bibliotheken müssen die Ergebnisse aus öffentlich finanzierter Forschung von privaten Verlagen kaufen, damit diese von ihren Benutzenden gelesen werden können.

Open Access führt zu Chancengleichheit für Interessierte inner- und ausserhalb des Wissenschaftsbetriebs, auch in Weltregionen, die keine finanziell gut ausgestatteten Bibliotheken haben.

Wie finde ich Open-Access-Publikationen?

  • Im Onlinekatalog der ZB sind die offen zugänglichen Inhalte mit «Open Access» gekennzeichnet.
  • Durch Browser-Erweiterungen kann man automatisch auf Open-Access-Versionen von wissenschaftlicher Literatur hingewiesen werden: z. B. Unpaywall (für Chrome und Firefox) oder Open Access Helper (für Safari).
  • Viele historische Quellen aus den Sammlungen der ZB sind digitalisiert und über die Plattformen e-manuscripta und e-rara in Open Access verfügbar.

Schweizer Open-Access-Strategie 

In der Schweiz sollen bis 2024 sämtliche Publikationen aus öffentlich finanzierter Forschung in Open Access zugänglich sein. Das ist das Ziel der nationalen Open-Access-Strategie. Um dieses Ziel zu erreichen, werden zurzeit unterschiedliche Aktionsfelder bearbeitet, die in einem Aktionsplan festgehalten sind. Dazu gehören u. a.

  • ein nationales Monitoring, das erhebt, welche Kosten den Hochschulen für Open-Access-Publikationen entstehen
  • Verhandlungen mit Verlagen über neue Open-Access-Verträge
  • internationale Vernetzung und Zusammenarbeit
  • die Entwicklung und Stärkung alternativer Publikationsmodelle.

Zudem ist der Open-Access-Aktionsplan das erste Standbein der neuen Schweizer Open-Science-Strategie.

Open Access ist ein internationaler Trend, der von der Wissenschaftspolitik gefördert – und gefordert – wird. Ein Beispiel für eine internationale Initiative ist der Plan S, der von der Europäischen Kommission initiiert wurde und von zahlreichen Forschungsförderern unterstützt wird. Dessen Ziel ist, dass bereits ab 2021 sämtliche staatlich finanzierten Forschungsergebnisse in Open Access zugänglich sein sollen. 

Publizieren in Open Access

Für das Publizieren in Open Access gibt es verschiedene Wege. Die wichtigsten sind:

  • Forschende veröffentlichen ihre Arbeiten in einer Open Access-Zeitschrift, sodass sie sofort und für alle frei zugänglich sind. Dafür bezahlen sie eine Publikationsgebühr. Das ist der sogenannte «Goldene Weg».
  • Forschende veröffentlichen ihre Arbeiten in klassischen Zeitschriften, die nur gegen Bezahlung gelesen werden können. Zusätzlich stellen sie die Arbeiten frei zugänglich im Internet zur Verfügung, z. B. auf dem Publikationsserver ihrer Hochschule. Dies erlaubt der Verlag meist erst nach einer Frist. Das ist der sogenannte «Grüne Weg».
  • Alternative Publikationsformen: Dazu gehören Open-Access-Zeitschriften, die keine Publikationsgebühren verlangen, sondern ihre Kosten auf anderem Weg decken (z. B. Zeitschriften von wissenschaftlichen Gesellschaften), aber auch neue Formen der Publikation wissenschaftlicher Beiträge (z. B. Mikropublikationen).

Open Access fordert nicht nur den freien Zugang. Open-Access-Publikationen sollen auch weiterverwendet werden dürfen, was durch Lizenzen (z. B. Creative Commons) vermerkt wird. Die Urheberrechte sollen ausserdem bei den Forschenden bleiben. Im klassischen System gehen diese Rechte nämlich oft ganz an den Verlag über.

Bei Open Access werden die gleichen Qualitätsstandards angewendet wie für herkömmliche Publikationen. Die wissenschaftliche Korrektheit wird durch Peer Review oder vergleichbare Methoden geprüft. 

Wo finde ich Unterstützung zu Fragen rund um Open Access?

Sie haben als Wissenschaftlerin oder Wissenschaftler Fragen zum Publizieren in Open Access? Dann ist das Team vom Data Services & Open Access (DSOA) der Universität Zürich gerne für Sie da. Die Abteilung Data Services & Open Access (DSOA) ist eine gemeinsame Initiative der UZH und der ZB. Das DSOA unterhält für die Universität das Repositorium ZORA und beantwortet Fragen zum Publizieren in Open Access. Die ZB unterstützt das DSOA bei Anfragen aus den Geistes- und Sozialwissenschaften.

Sie möchten als Privatperson mehr über Open Access erfahren oder haben Fragen und Anregungen? Dann wenden Sie sich gerne per Mail an uns.

Hier finden Sie weitergehende Informationen zu Open Access: