Furtwängler, Wilhelm (1886–1954)


Dirigent, Komponist

Porträt von Wilhelm Furtwängler

Signatur: Nachl. W. Furtwängler

Musikmanuskripte, Musikdrucke, Textmanuskripte, Druckschriften, Briefe, Tonträger, Bildmaterial, Varia. - 6.5 m.
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Wilhelm Furtwängler wurde am 25. Januar 1886 in Berlin geboren. Ab 1899 erhielt er Unterricht in Tonsatz, Komposition und Klavier. Die ersten Stücke datieren jedoch bereits aus dem Jahr 1893.

1906/07 war Furtwängler als Korrepetitor am Theater in Breslau tätig. Ab 1908 folgten weitere Engagements in Zürich, München und am Stadttheater in Straßburg. Anschliessend an die Jahre als Dirigent in Lübeck und als Opernkapellmeister am Mannheimer Hoftheater übernahm Furtwängler 1920 in der Nachfolge von Richard Strauss als Dirigent die Leitung der Konzerte des Orchesters der Berliner Staatsoper sowie der Museumskonzerte in Frankfurt am Main. 1922 trat er die Nachfolge von Arthur Nikisch als Leiter des Berliner Philharmonischen Orchesters sowie des Leipziger Gewandhausorchesters an. 1928 beendete Furtwängler die Zusammenarbeit mit dem Gewandhausorchester zugunsten der Wiener Philharmoniker, lehnte jedoch die damit verbundene Leitung der Wiener Staatsoper ab, um weiterhin mit den Berliner Philharmonikern arbeiten zu können. 1931 übernahm er die Gesamtleitung der Wagner-Festspiele in Bayreuth.

1933 wurde Furtwängler zum Direktor der Berliner Staatsoper sowie zum Vizepräsidenten der Reichsmusikkammer ernannt. Nur ein Jahr später legte Furtwängler in Folge des Verbots, Paul Hindemiths Oper Mathis der Maler aufzuführen, aus Protest alle Ämter nieder, blieb aber „aus Sorge um die deutsche Kultur“ in Deutschland. Bereits im folgenden Jahr leitete er wieder die Berliner Philharmoniker, zu deren Dirigent auf Lebenszeit er 1952 ernannt wurde, und übernahm 1939 die Leitung der Wiener Philharmoniker. 1945 erfolgte die Umsiedlung nach Clarens am Genfersee, wo er bis zu seinem Tode lebte.

Mit seinen Kompositionen, die in seiner Arbeit eine bedeutende Stellung einnahmen, schloss Furtwängler an den späten Beethoven und das Symphonie- und Sonatenschaffen der Spätromantik an.

1976 schenkte Elisabeth Furtwängler den Nachlass ihres Mannes der Zentralbibliothek Zürich. Seither hat die Zentralbibliothek ihre Furtwängleriana durch Ankäufe von Briefen, Tonträgern und anderen Dokumenten systematisch ergänzt und ist zum wichtigsten Quellenort der zur Zeit blühenden Furtwängler-Forschung geworden.

Seit 2000 liegen weitere Teile des Nachlasses (Briefe, Kalendernotizen) in der Staatsbibliothek zu Berlin – Preussischer Kulturbesitz.

 

Literatur:

Furtwängler, Wilhelm, Gespräche über Musik, 9. Aufl., Zürich 1978

Furtwängler, Wilhelm, Ton und Wort. Aufsätze und Vorträge. 1918–1954, Zürich 1994

Furtwängler, Wilhelm, Vermächtnis. Nachgelassene Schriften, 5. Aufl., Wiesbaden 1975

Walton, Chris, Jürg Stenzl et al., Wilhelm Furtwängler in Diskussion. Sieben Beiträge, Winterthur 1996