Eschmann, Johann Carl (1826–1882)


Komponist, Pianist, Musikpädagoge

Porträt von Johann Carl Eschmann

Signatur: Mus NL 21

Musikmanuskripte, Musikdrucke. - 1.2 m.
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Johann Carl Eschmann wurde am 12. April 1826 in Winterthur geboren. Sein Vater war Kapellmeister der kantonalen Militärmusik in Zürich. Zunächst erhielt Johann Carl Klavierunterricht bei Richard Wagners Freund Alexander Müller in Zürich. Ab 1845 setzte er seine Studien für zwei Jahre am Konservatorium in Leipzig fort, u.a. als Schüler von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Nach der Rückkehr in die Schweiz wirkte der Cousin von Henriette (1829–1896) und Jean Eschmann (1826–1869) bis 1850 als Lehrer für Klavier und Komposition in Zürich, danach lebte er neun Jahre in seiner Geburtsstadt Winterthur. Er veröffentlichte eine Reihe von Kompositionen, vornehmlich für Klavier solo bzw. für Gesang und Klavier. Sie erschienen vor allem in Deutschland, etwa bei den Verlagen Luckhardt in Kassel, bei Raabe und Plothow in Berlin sowie bei Hofmeister in Leipzig. In den 1850er-Jahren trat Eschmann gelegentlich auch als Pianist in den Konzerten der Allgemeinen Musik-Gesellschaft (AMG) in Zürich auf und traf dort mehrmals mit Richard Wagner zusammen, der dort als Gastdirigent wirkte. In Winterthur litt er hingegen zunehmend unter der Popularität Theodor Kirchners, der dort seit einigen Jahren als Organist und Pianist tätig war. 1859 zog Eschmann daher nach Schaffhausen und arbeitete dort sieben Jahre als Chordirigent sowie als Klavier- und Gesangslehrer. Danach kehrte er nach Zürich zurück, wo er bis zu seinem Tod die Unterrichtstätigkeit fortsetzte.
Johann Carl Eschmann starb am 27. Oktober 1882 in Zürich.

Eine fast vollständige Sammlung von Eschmanns gedruckten Werken besitzt die Staatsbibliothek zu Berlin.
Seit 1998 erscheinen Eschmanns Werke in Neuauflagen beim Amadeus Verlag, Winterthur.

 

Quelle:

Walton, Chris, Richard Wagners Zürcher Jahre, Zürich 2000 (184. Neujahrsblatt der Allgemeinen Musikgesellschaft Zürich)

Die Musik in Geschichte und Gegenwart, 2., neubearb. Ausg., Kassel 1994–2008