Adolf Brunner (1901–1992)


Komponist

Porträt von Adolf Brunner

Signatur: Nachl. A. Brunner

Musikmanuskripte, Tonträger. - 0.8 m.
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Adolf Brunner wurde am 25. Juni 1901 in Zürich geboren. Den ersten Kompositionsunterricht erhielt er von seinem Onkel, dem Komponisten Hans Lavater. Bei Walter Frey studierte er Klavier. 1921 übersiedelte er nach Berlin, wo er privat bei Philipp Jarnach studierte, dann ab 1922 an der Staatlichen Hochschule für Musik bei Franz Schreker, Walther Gmeindl und Siegfried Ochs. Zu seinen Studienkollegen gehörten Jerzy Fitelberg, Ernst Pepping und Berthold Goldschmidt.

1925 kehrte Brunner nach Zürich zurück. Dort wurde 1929 sein Berliner Abschlusswerk Symphonisches Orchesterstück mit Suite vom Tonhalle-Orchester unter der Leitung von Volkmar Andreae uraufgeführt. Zwischen 1920 und 1940 machte Brunner verschiedene Reisen nach Frankreich, Italien, Griechenland und Deutschland. Während des Zweiten Weltkrieges war er ein führendes Mitglied des Gotthardbundes, einer überparteilichen, antifaschistischen Bewegung. Von 1949 bis 1960 wirkte er als Leiter der Abteilung "Politik und Aktuelles" am Radiostudio Zürich.

Am 15. Februar 1992 starb Brunner in Thalwil.

Brunner hat sich als Komponist und als Organisator besonders um die Erneuerung der protestantischen Kirchenmusik bemüht. Vor allem seine kirchenmusikalischen Werke haben nachhaltigen Erfolg. Die Passionsgeschichte nach dem Evangelisten Markus zum Beispiel, 1975 in der Kreuzkirche Dresden uraufgeführt, ist während der Karwoche in der Schweiz immer wieder zu hören.

 

Literatur:

Billeter, Bernhard, Adolf Brunner, Zürich 1972 (156. Neujahrsblatt der Allgemeinen Musikgesellschaft Zürich)

Brunner, Adolf, Erinnerungen eines Schweizer Komponisten aus der Schule Philipp Jarnachs und Franz Schrekers, hrsg. von Chris Walton, Zürich 1997 (181. Neujahrsblatt der Allgemeinen Musikgesellschaft Zürich)