Zürich NEUerschienen
«Zürich NEUerschienen» stellt neu eingetroffene Turicensia vor. Das sind aktuelle und neu erschienene Bücher und weitere Medien mit einem Bezug zu Stadt und Kanton Zürich.
Andreas Herczog – das Leben eines 68ers

November 2025. «Das begriff ich nie: Dass man von den Russen überfallen wird und nachher die POCH gründet. Linker als links.» Neben einem Pflegegeschwister von Andreas Herczog (1947–2021) lässt Autor Urs Buess in der Neuerscheinung «Der 68er im Aussendienst» weitere Weggefährtinnen und -gefährten des Architekten und Politikers zu Wort kommen. Ihre Erzählungen verweben sich zu einer Biografie Herczogs und zeichnen das Panoptikum einer politisch bewegten Zeit und Generation.
Ungarnflüchtling, Stadt- und Raumplaner, Mitgründer der POCH, Zürcher Nationalrat – Andreas Herczog kam als Kind in die Schweiz und machte sich das Land zur Heimat, die er von Zürich aus mitgestaltete. Dass «Der 68er im Aussendienst» von einem Freund auf der Grundlage von Gesprächen mit Gefährtinnen und Gefährten geschrieben wurde, schadet dem Buch als Zeitdokument und Biografie nicht, im Gegenteil. Persönliche Einblicke sind in diesem Fall wertvoller als ein kritischer Aussenblick. Die angenehm zu lesenden Texte, ergänzt durch Schwarz-Weiss-Fotografien, laden ein, in das Universum von Andreas Herzog und der 68er-Bewegung in Zürich einzutauchen.
Die Neuerscheinung steht bald in unserer Turicensia Lounge zum Blättern und im Freihandmagazin zur Ausleihe bereit. Mehr Lektüre über die Zürcher 68er sowie Texte von Andreas Herczog finden Sie in unserem Bestand ebenfalls.
Das Kinderheim Pilgerbrunnen

Oktober 2025. Der Zürcher Frauenbund zur Hebung der Sittlichkeit kauft 1889 die Liegenschaft Pilgerbrunnen und eröffnet ein «Vorasyl für gefallene Mädchen». Über die Jahrzehnte geht daraus das heutige Kinderheim Pilgerbrunnen hervor, getragen vom Evangelischen Frauenbund Zürich. Die unterschiedlichen Stationen der Institution auf dem Weg zum modernen Kinderheim widerspiegeln den gesellschaftlichen Wandel vom späten 19. Jahrhundert bis heute.
Bald bricht für das Kinderheim abermals eine neue Zeit an: Zurzeit entsteht ein Neubau, dessen Architektur auf aktuelle sozialpädagogische Konzepte abgestimmt ist. Der Frauenbund nimmt das Neue zum Anlass für einen Rückblick und hat zwei Historikerinnen damit betraut, die Geschichte des Kinderheims Pilgerbrunnen aufzuarbeiten. Daraus entstanden ist das Buch «Zuflucht».
Loretta Seglias und Verena Rothenbühler beleuchten darin die Geschichte des Kinderheims bis ins Jahr 2000 aus unterschiedlichen thematischen Perspektiven. Ergänzt mit Porträts von Menschen, deren Biografien mit dem Pilgerbrunnen verbunden sind, und zahlreichen Fotografien, gelingt es ihnen, vergangene Jahrzehnte greifbar zu machen. Das Buch rückt ein Stück Sozial- und Frauengeschichte vom Rand der Gesellschaft ins Zentrum – auf eine zugängliche und wissenschaftlich fundierte Weise.
«Zuflucht» steht bald in unserer Turicensia Lounge zum Blättern und im Magazin zum Ausleihen bereit. In unserem Bestand finden Sie auch frühere Rückschauen und Jahresberichte des Evangelischen Frauenbundes Zürich.
Wohnen im Mehrgenerationenhaus – die Giesserei in Winterthur

September 2025. Hans Suter träumt von einem Mehrgenerationenhaus und mit einem Inserat im Winterthurer «Landboten» sucht er 2005 nach Gleichgesinnten. Unter dem Dach der Genossenschaft für selbstverwaltetes Wohnen (Gesewo) wird aus dem Haus- schliesslich ein Grossprojekt: Auf dem Sulzer-Areal Oberwinterthur entsteht ein kleines Dorf – die «Giesserei». 2013 ziehen die ersten Mieterinnen und Mieter in das damals grösste aus Holz gebaute Wohnhaus Europas.
Im Buch «Vom Traum zur Wirklichkeit» ist Hans Suter als Initiant des Projekts einer von vielen, die von der Giesserei erzählen. Aus unterschiedlichen Perspektiven zeichnen eine Architektin und ein Architekt, ein Historiker, unzählige Projektbeteiligte und auch einige der über 300 Bewohnerinnen und Bewohner ein vielgestaltiges Bild eines mutigen Wohnprojekts. Fotografien begleiten die Texte. Sie zeigen die industrielle Vergangenheit des Areals, die Bauphase, den Bau und die lebendige Gemeinschaft der Giesserei. Hans Suters Traum ist traumhafte Wirklichkeit geworden.
Die Neuerscheinung steht in unserer Turicensia Lounge zum Blättern und bald im Freihandmagazin zum Ausleihen bereit. Mehr über genossenschaftliches Wohnen im Kanton Zürich erfahren Sie in der Zürcher Bibliographie.
Conrad Ferdinand Meyer – ein Leben neu erzählt

August 2025. Nationaldichter und «Irrenhäusler», versierter Poet und frommer Sonderling – Conrad Ferdinand Meyer (1825–1898) war zugleich Held und Antiheld seiner Lebensgeschichte. In «Conrad Ferdinand Meyer. Schatten eines Jahrhunderts» erzählt der Zürcher Germanist und Professor Philipp Theisohn diese Dichterbiografie neu und eingebettet in ihre Zeit.
Man liest sie gern, die gut 400 gehaltvollen und dichten Seite, auf denen sich auch ein paar Fotografien aus dem Bestand der Zentralbibliothek Zürich finden, die Meyers Nachlass aufbewahrt. «Keine Ordinarius-Prosa» urteilt der Schriftsteller und Publizist Marko Martin für Deutschlandfunk Kultur und wir schliessen uns gerne an.
Der Autor widmet sich Meyer, einem der wichtigsten Deutschschweizer Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, pünktlich zu dessen 200. Geburtstag. Auch die Zentralbibliothek zelebriert den Zürcher Dichter im Jubiläumsjahr: Wir laden dazu ein, Conrad Ferdinand Meyer neu zu entdecken, und erweisen ihm mit Veranstaltungen und weiteren Aktivitäten die Ehre. Wem der Schnauf für ein ganzes Buch fehlt, erfährt in einem Beitrag auf unserer Zürich-Themenseite in etwas kürzerer Form mehr über sein Leben und Werk.
Adalbert Klingler: Puppenmeister und «Landi-Chaschper»

Juli 2025. Bereits als kleiner Junge entdeckt Adalbert Klingler seine Leidenschaft für das Handpuppenspiel, die sich zu einer lebensprägenden «Kasperlibesessenheit» entwickelt. Der Weg zum professionellen Handpuppenspieler ist lang und entbehrungsreich: eine abgebrochene Lehre, ein abgebrochenes Studium, unbefriedigende Jobs. Und nebenher das Theater und der Kasper.
Seine Odyssee führt Adalbert Klingler 1939 schliesslich an die Landi, wo er sich als «Landi-Chaschper» einen Namen macht, und nach dem Zweiten Weltkrieg in den Park im Grüene in Rüschlikon. Dort ermöglicht Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler dem mittlerweile Fünfzigjährigen Klingler, hauptberuflich als Puppenspieler zu arbeiten.
In «Adalbert Klingler. Ein Leben für den Kasperli» erzählt seine Enkelin die Lebensgeschichte dieses Pioniers des künstlerischen Handpuppenspiels in der Schweiz und lässt ihn selbst zu Wort kommen: Auszüge unveröffentlichter Lebenserinnerungen, teils in Mundart, offenbaren einen Erzähler, der sich seiner «unkaufmännischen Anlage» durchaus bewusst ist und dem man gern zuhört. Fotografien und Abbildungen von Dokumenten ergänzen den Text.
Das Buch zeichnet ein aussergewöhnliches Leben nach und erinnert an einen leidenschaftlichen Menschen, der sich mit seinen Puppen in unzählige Kinderherzen spielte. «Adalbert Klingler. Ein Leben für den Kasperli» steht in unserer Turicensia Lounge zum Blättern und bald im Freihandmagazin zum Ausleihen bereit.
Reformierte Theologie in Zürich: die «Hohe Schule» am Grossmünster

Juni 2025. Vor 500 Jahren gründet Zwingli in Zürich die «Hohe Schule». Diese Bildungsstätte, später auch «Carolinum» genannt, soll die Pfarrerausbildung verbessern und die Reformation der Zürcher Kirche unterstützen. 1833 geht die Theologische Fakultät der neuen Universität daraus hervor.
Drei Experten der Reformationsgeschichte, darunter Urs B. Leu, Leiter unserer Abteilung Alte Drucke und Rara, nahmen das Jubiläum zum Anlass, um einen Band über die Anfänge und die Konsolidierung von Zwinglis Schule im 16. Jahrhundert herauszugeben. Das mehrere hundert Seiten starke Werk «500 Jahre reformierte Theologie in Zürich» versammelt Texte von zehn Autorinnen und Autoren, die das Thema von unterschiedlichen Seiten beleuchten. Urs B. Leu schreibt in seinem Beitrag über die Hohe Schule und die Zürcher Buchkultur bis 1601. Ein Ausblick auf die folgenden Jahrhunderte sowie Listen von Lehrpersonen im Anhang runden die umfassende Darstellung ab.
Das Werk schliesst eine Lücke in der Wissenschafts- und Schulgeschichte der frühen Neuzeit und lädt zum weiteren Erforschen einer «untererforschten Zeit» ein. «500 Jahre reformierte Theologie in Zürich» ist bei uns ausleihbar. Mehr über die Reformationszeit in Zürich erfahren Sie in einem Online-Beitrag auf unserer Zürich-Seite sowie in der Zürcher Bibliographie.
Conrad Grebel – schicksalhafte Jahre eines Zürcher Täufers

Mai 2025. Im Roman «Die himmlischen Versuchungen des Conrad Grebel» wird die Zeit der Reformation lebendig. Der Historiker Peter Kamber lässt Barbara Grebel das Schicksal ihres Bruders Conrad erzählen. In den bewegten 1520er-Jahren will der junge Mann nicht in die Fussstapfen seines erfolgreichen Vaters treten. Stattdessen brennt er mit einer Novizin durch, bricht mit dem Reformator Ulrich Zwingli und vollzieht die erste Erwachsenentaufe des 16. Jahrhunderts. Als Täufer in einem Zürcher Gefängnisturm eingekerkert, gelingt ihm die Flucht.
Der historische Roman ist sorgfältig recherchiert. Angesichts der Quellenbelege, die der Autor auf seiner Website zur Verfügung stellt, glaubt man ihm gern, dass alle Figuren und Ereignisse authentisch sind. Mit einem ruhigen Erzählton verweilt er lange genug bei ihnen, um die Zeit wiederaufleben zu lassen, aber ohne auszuufern.
«Die himmlischen Versuchungen des Conrad Grebel» steht bald in unserer Turicensia Lounge zum Blättern und im Freihandmagazin zum Ausleihen bereit. Mehr über die Reformationszeit in Zürich erfahren Sie in einem Online-Beitrag auf unserer Zürich-Seite sowie in der Zürcher Bibliographie, mehr über die Täuferbewegung in unserer aktuellen Ausstellung «Verfolgt, vertrieben, vergessen». Weitere Zürich-Bücher von Peter Kamber finden Sie bei uns ebenfalls.
Adolf Muschg im Gespräch

April 2025. Letztes Jahr wurde einer der ganz Grossen der Schweizer Literatur 90 Jahre alt: Adolf Muschg. Anlässlich des runden Geburtstags hat ihn der Journalist und Schriftsteller Anton Beck für die «Schweizer Illustrierte» interviewt. Diesem ersten Gespräch folgten schliesslich vier weitere und alle zusammen sind nun als «Erste Begegnungen» im Zürcher Kampa Verlag erschienen.
Die Gespräche spüren Muschgs Werden und Leben als Schriftsteller und Intellektuellem nach, ohne der Chronologie zu verfallen. Diese handelt der Autor in einer informativen, auf das Nötigste reduzierten Übersicht am Ende des Buches ab. Umso mehr Platz bleibt in den Gesprächen für das wirklich Wichtige eines langen Schriftstellerlebens: prägende Begegnungen, wegweisende Erlebnisse und nicht zuletzt das schriftstellerische Schaffen. So erzählt Adolf Muschg von einem Zusammentreffen mit Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt, von einem Lehrer, der mit Menschlichkeit überzeugt, und von der Entstehung seines literarischen Debüts «Im Sommer des Hasen» von 1965.
«Erste Begegnungen. Im Gespräch mit Anton Beck» ist bei uns ausleihbar, alle anderen Werke von Adolf Muschg ebenfalls – als Kantons- und Stadtbibliothek sammeln wir sämtliche Publikationen von Zürcher Schriftstellerinnen und Schriftstellern. Mehr Informationen über Muschg finden Sie in der Zürcher Bibliographie.
Die Geschichte der Täuferbewegung

März 2025. Vor 500 Jahren fanden in der Stadt Zürich die ersten Erwachsenentaufen statt. Die Täuferbewegung hatte es nicht leicht, die «Kinder des Friedens» wurden verfolgt, vertrieben – und umgebracht. So etwa der Täufermärtyrer Felix Mantz, den Zürich zum Tod verurteilte und 1527 in der Limmat ertränken liess.
Fünf Autorinnen und Autoren zeichnen im Buch «Kinder des Friedens» die Geschichte der Täuferbewegung nach. Einer davon ist Dr. Urs B. Leu, Leiter unserer Abteilung Alte Drucke und Rara, der auch als Mitherausgeber fungiert. Im Rahmen seiner Forschung zur Reformationsgeschichte stiess Leu vor gut dreissig Jahren eher zufällig auf die «sogenannte Sektengeschichte» der Täufer. Seither hat sie ihn nicht mehr losgelassen.
Das Buch soll auch für «Nichteingeweihte» interessant sein und das ist gelungen. Es begleitet den Dokumentarfilm «Kinder des Friedens», für den Leu als Fachexperte tätig war, sowie die von Leu kuratierte Ausstellung «Verfolgt, vertrieben vergessen» bei uns in der Zentralbibliothek. Zugleich steht es für sich allein.
«Kinder des Friedens» steht bald in unserer Turicensia Lounge zum Blättern sowie im Freihandmagazin zum Ausleihen bereit. Das 2007 erschienene Buch «Die Zürcher Täufer 1525–1700» und die Quellensammlungen zum Täufertum finden Sie bei uns ebenfalls.
Der etwa einstündige Dokumentarfilm wird am 29. Mai im Schweizer Fernsehen gezeigt, die öffentliche Premiere findet Anfang Juni im Rahmen einer Fachtagung an der Universität Zürich statt.
101 Ausflugsziele rund um den Zürichsee

Februar 2025. In ihrem neuen Buch «100+Ein Lieblingsort: Zürichsee» nimmt Marianne Siegenthaler die Leserinnen und Leser mit zu ihren Lieblingsorten rund um den Zürichsee. Die 101 Orte sind mal nah am Seeufer, mal etwas weiter weg wie das Forchdenkmal oder das Johanna-Spyri-Museum in Hirzel. Eine Zürichsee-Karte, via QR-Code auch online abrufbar, schafft Orientierung.
Familien mit Kindern, Alleinstehende, Paare – Marianne Siegenthalers Auswahl bietet für jeden und jede das richtige Ausflugsziel, sei es an einem sonnigen oder auch einem regnerischen Wochenende. Mit einem kurzen Text und einem einladenden Bild stellt die Autorin Kulturorte, Naturhighlights, Sport- und Freizeitangebote, Restaurants und spezielle Einkaufsmöglichkeiten vor. Angaben zu den Öffnungszeiten und zur Anreise mit dem öffentlichen Verkehr erleichtern die Planung des Ausflugs.
«100+Ein Lieblingsort: Zürichsee» macht Lust, alles stehen und liegen zu lassen und die Region zu erkunden. Das Buch finden Sie bald zum Schmökern in unserer Turicensia Lounge und zur Ausleihe im Freihandmagazin. Auch zahlreiche weitere Zürich-Ausflugsführer warten darauf, entdeckt zu werden.
Die Zürcher Familie Meiss

Januar 2025. Was tun, wenn eine Zürcher Patrizierfamilie 800 Jahre alt wird? Die von Meiss entschieden sich für ein Buch. In den Händen von Herausgeber und Verleger Bruno Meier ist der inhaltlich dichte und reich bebilderte Band «800 Jahre Familie Meiss von Zürich» entstanden.
Sechs Historikerinnen und Historiker eröffnen unterschiedliche Zugänge zu über zwanzig Generationen der Familie: Helene Arnet, Sebastian Brändli, Peter Niederhäuser, Jürg Stüssi-Lauterburg, Dölf Wild und auch Bruno Meier selbst schreiben über die Geschicke der von Meiss während des Ancien Régime und in Zeiten des Umbruchs, erzählen von Meiss’schen Besitztümern und spüren einzelnen Familienmitgliedern sowie dem Verhältnis der Meissens zu den schönen Künsten nach. Schliesslich erreichen sie die Gegenwart einer Patrizierfamilie in einer meritokratischen Gesellschaft.
«800 Jahre Familie Meiss von Zürich» steht in unserem Freihandmagazin zum Ausleihen und in der Turicensia Lounge zum Blättern bereit. Mehr über die von Meiss erfahren Sie in der Familiengeschichte von 1928/29, im «Stammbuch der Junker Meiss von Zürich» und in der Zürcher Bibliographie. Mit einem Zürich-Beitrag geben wir Einblick in die «Familienarchive in der Zentralbibliothek Zürich».