Die Zürcher Nelkenmeister

«Die Zürcher Nelkenmeister» von Ulrich Gerster

Januar 2024. Zwei Nelken liegen vor einem jungen Mann auf der Erde, eine rote und eine weisse. Beim Jüngling handelt es sich wohl um den Zürcher Stadtheiligen Felix. Mit den zwei Nelken hat der Maler sein Gemälde signiert.

Wer sich hinter diesen zwei Blumen verbirgt, ist nicht klar. Fest steht hingegen, dass er nicht der einzige Künstler war, der statt seines Namens Nelken wählte. In Zürich gab es einen zweiten und einen dritten «Nelkenmeister». Waren sie Mitglieder einer Bruderschaft? Nutzten sie die Nelken als Warenzeichen? Das wird wohl für immer ihr Geheimnis bleiben.

Im Buch «Die Zürcher Nelkenmeister» geht der Kunsthistoriker Ulrich Gerster detailliert auf diese Künstler und ihr Werk ein. Das Einstiegskapitel bettet die Nelkenmeister in das Zürich ihrer Zeit um 1500 ein, ein Werkverzeichnis erlaubt eine Gesamtschau. Zusammen mit zwei älteren Monographien über die Fribourger und die Berner Nelkenmeister bildet das Buch eine umfassende Trilogie über die Nelkenmeister in der Schweiz.

Herausgegeben hat den Band die Gilde der Zürcher Nelkenmeister. Diese Vereinigung entstand in den 1980er-Jahren, als das eingangs erwähnte Nelkenmeister-Bild des jungen Mannes im Kunsthandel auftauchte. Eine eigens dafür einberufene Runde von Zürcher Zünftern ermöglichte schliesslich den Kauf des teuren Werks. Seither besucht diese Gilde der Zürcher Nelkenmeister einmal im Jahr ihr Nelkenmeisterbild im Kunsthaus.

On the road again mit der ersten Zürcher Frauenband

«Kleenex/LiLiPUT – the Diary of the Guitarist Marlene Marder» by Marlene Marder

Dezember 2023. Marlene Marder nimmt die Leserinnen und Leser auf einen Roadtrip mit. Dank ihrem Tagebuch sind wir 1978 bei der filmreifen Gründung der Zürcher Punkband Kleenex dabei und touren mit den Musikerinnen durch England und Deutschland. Zigaretten, Bier, ein Gefühl von Freiheit, Misogynie. Marlene Marder dokumentiert und schreibt, wie nur eine junge Schweizer Indiemusikerin um 1980 schreiben kann, und sie beschönigt nicht.

Die Punkgitarristin publizierte ihr Tagebuch 1986, drei Jahre nach der Auflösung der Band, die am Ende nicht mehr Kleenex, sondern LiLiPUT hiess. Jetzt ist bei einem kleinen US-amerikanischen Record Label und Verlag eine englischsprachige Neuausgabe erschienen – «an interpretation, a translation, a republication», schreibt Herausgeberin Grace Ambrose. Sie hat ein einzigartiges Dokument der Musik- und Frauengeschichte für ein zeitgenössisches Publikum aufbereitet und macht es den englischsprachigen Kleenex/LiLiPUT-Fans zugänglich. «Punks translating punks being published by punks», beschreibt Jen Calleja die Publikation, für die sie den Sound von Marlene Marders Sprache übersetzt hat. Zahlreiche Fotografien, Artikel und Flyer begleiten den Text, teils aus der Originalausgabe, teils neu hinzugefügte.

Entstanden ist ein wundervolles Buch und eine Schatztruhe für alle, die Kleenex/LiLiPUT noch nicht kennen. Für alle anderen auch. Anhören können Sie sich die erste Zürcher Frauenband in unserer Musikabteilung.

Hommage an den Fotografen Ernst Scheidegger

«Ernst Scheidegger – Fotograf» herausgegeben von der Stiftung Ernst Scheidegger-Archiv

Dezember 2023. Ernst Scheidegger war von mehr als einer Welt. Mal trug er den Hut des Fotografen, mal den des Filmemachers, des Gestalters, Redaktors, Verlegers, Buchautors, Malers, Lehrers oder den des Galeristen. Vielleicht trug er eher alle gleichzeitig. Auf jeden Fall prägte er die Schweizer Kunst- und Fotografiewelt mit.

Ende November wäre Scheidegger 100 Jahre alt geworden. Dieser runde Geburtstag gab Anlass zu einer Ausstellung und einem Buch über ihn als Fotograf. Ein Fokus liegt auf dem fotografischen Frühwerk, ein anderer auf Scheideggers bekannten Porträts von Künstlerinnen und Künstlern. «C’est comme un reportage», schrieb Alberto Giacometti über eine Bildserie, die ihn und sein Schaffen zeigt.

Im Buch «Ernst Scheidegger – Fotograf» blättern die Leserinnen und Leser durch diese Serie und zahlreiche weiter schwarz-weiss bebilderte Seiten. Einen farbigen Akzent setzen ausgewählte Fotografien einer Reportage über eine indische Planstadt. Texte über Scheideggers Leben und Werk ergänzen und ordnen ein und seine langjährige Lebensgefährtin lässt den Fotografen auch als Privatperson greifbarer werden. Am Ende des Buches steht der Mann hinter der Kamera für einmal sogar davor.

Erschienen ist das Buch im Verlag Scheidegger & Spiess, einem der vielen Kinder Scheideggers. «Ernst Scheidegger – Fotograf» ist wie andere Publikationen dieses Zürcher Verlags bei uns ausleihbar. Mehr Informationen über Ernst Scheidegger finden Sie in der Zürcher Bibliographie.

Bodega Española – eine zweite Heimat im Niederdorf

«Bodega Española» von Denise Marquard und Doris Fanconi

November 2023. Diesen Sommer war die Bodega Española für ein paar Wochen geschlossen. Der eine oder andere Stammgast tat sich schwer damit, denn das traditionsreiche Weinlokal im Niederdorf bietet viel mehr als Wein und Tapas. Wo sonst setzt sich der Wirt am Weihnachtsabend zu einem einsamen Gast?  In welchem anderen Stadtzürcher Lokal ist die Stammtischkultur noch lebendig? Grund für die Sommerpause war ein Wirtewechsel: Nach 44 Jahren übergab das Ehepaar Winistörfer den Betrieb an ein neues Pächterehepaar, das vor der Neueröffnung sanft renovierte.

Mit dem Buch «Bodega Española – wie Zürich ein bisschen spanischer wurde» gibt die Zürcher Lokaljournalistin Denise Marquard Einblick in den dunkel getäferten Mikrokosmos an der Münstergasse. Sie erzählt die bald 150-jährige Geschichte des Lokals und lässt Stammgäste sowie einen langjährigen Kellner von «ihrer» Bodega erzählen. Historische Fotografien illustrieren den Text, die Atmosphäre der Bodega von heute zeigen zahlreiche Bilder der Fotografin Doris Fanconi. Ein Tapasrezept lädt dazu ein, auch kulinarisch einzutauchen.

«Bodega Española» steht in unserer Turicensia Lounge zum Blättern und Lesen bereit. Mehr Lektüre zur Gastronomie im Kanton Zürich finden Sie in der Zürcher Bibliographie.

Gegen die Kälte anschreiben: die Zeitungen der 80er-Jugendbewegung

«Das Packeis vermüllern» von Anja Nora Schulthess

Oktober 2023. Sie wollten das Packeis brechen, in Zürich und der Gesellschaft. Die Jugendlichen der 80er-Bewegung wählen unterschiedliche Mittel und Wege, um gegen Kälte und Starrheit anzukämpfen. Zwei davon sind die Zeitungen «Eisbrecher» und «Brecheisen». Der Titel ist Programm, der Zeitraum des Erscheinens kurz: Mit 10 beziehungsweise 17 Ausgaben geben die Redaktorinnen und vor allem Redaktoren dem Jugendprotest eine Plattform.

Anhand der zwei Bewegungszeitungen wirft die Autorin Anja Nora Schulthess in «Das Packeis vermüllern» einen Blick auf die Jugendbewegung der 80er. Die «zu spät geborene» Tochter bewegter Eltern lässt mehrere Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zu Wort kommen. Auch mit Fotografien, abgebildeten Zeitungsseiten und einer sorgfältigen Analyse der Zeitungen fängt sie das Lebensgefühl der «Bewegig» zwischen absurdem Humor und todernster Gesellschaftskritik ein. Anja Nora Schulthess blickt wohlwollend in die Vergangenheit, ohne die Schattenseiten auszulassen.

«Das Packeis vermüllern» ist bei uns ausleihbar. Wer Lust bekommt, selbst einen Blick in die zwei Bewegungszeitungen zu werfen, kann sie mit einer Magazinbestellung in den Lesesaal bestellen. Einen Einblick in das Zürcher Packeis und die Vorkommnisse von 1980 gibt auch Reto Hännys berühmte Reportage «Zürich, Anfang September». Weitere Lektüre zur Jugendbewegung der 1980er-Jahre finden Sie in der Zürcher Bibliographie, die SRF-Sendung mit den müllernden Müllers online.

Wipkingen im Fokus

«Damals – Wipkingen. Ein Bilderbogen» von <br> Martin Bürlimann und Kurt Gammeter

September 2023. Mit «Damals – Wipkingen. Ein Bilderbogen» widmen die Autoren einem der 34 Stadtzürcher Quartiere ein ganzes Buch. 16’698 Menschen leben in Wipkingen, das sich vom Käferberg bis zur Limmat erstreckt. Der reich bebilderte Band versammelt die «Damals»-Kolumnen aus der Wipkinger Zeitung von 2016 bis 2022, erweitert und mit zusätzlichen Bildern versehen.

In Wipkingens Geschichte werfen drei Bilderstürmer die Kirchenbilder in den Fluss, zählt der Pfarrer 1634 erstmal die 230 Einwohnerinnen und Einwohner und deckt die Polizei nach langen Ermittlungen einen als Selbstmord getarnten Mord auf. Die im Buch versammelte Collage aus Berichten über Ereignisse, Personen, Bauwerke und vieles mehr gibt Einblick in die ältere und neuere Lokalgeschichte von Wipkingen. Wie das Cover vermuten lässt, zeigt oft eine aktuelle Fotografie, wo ein historisches Bild zu verorten ist.

Erschienen ist der Band im Wibichinga Verlag, mit dem die Autoren und Verleger Martin Bürlimann und Kurt Gammeter diesem Quartier nicht nur eines, sondern gleich mehrere Bücher widmen. Noch mehr über das Wipkingen von gestern und heute finden Sie in der Zürcher Bibliographie. Zahlen und Fakten zu Wipkingen und anderen Zürcher Stadtquartieren publiziert Statistik Stadt Zürich in den Quartierspiegeln.

Eine Wohnutopie bauen

«Wohnen ist keine Ware» herausgegeben von Monika Hartmann Vaucher

August 2023. Eine Fabrikantenerbin erhält vier Hektaren Bauland am Ortsrand von Horgen am Zürichsee. «Für mich war klar, dass ich mit dem geerbten Land sorgfältig umgehen wollte», schreibt sie. Was andere teuer verkaufen würden, nutzt sie deshalb für eine Wohnutopie: ein sozial und ökologisch nachhaltiges Quartier. Zu diesem Zweck gründet sie eine AG, leistet eine Anschubfinanzierung und elf Jahre später ziehen die ersten Mieterinnen und Mieter ein. Eine lange Zeit. Und das Bauen geht weiter.

Bauland so gross wie sechs Fussballfelder, zusätzliches Kapital und der Wille, «Raum für eine nachhaltige Lebensform» zu schaffen: Scheinbar perfekte Voraussetzungen. Wieso stagniert das Projekt im dritten Jahr trotzdem? Warum werden im sechsten die Baubewilligungsverfahren sistiert? Das Buch «Wohnen ist keine Ware» dokumentiert detailliert ein einzigartiges Bauprojekt im Kanton Zürich, das «Modellcharakter und Ausstrahlung» haben soll. Eine Auszeichnung der Stiftung für gute Bauten des Kantons Zürich trägt bestimmt dazu bei. Eine ansprechend geschriebene und gestaltete Projektdokumentation ebenfalls. Bald ist sie bei uns ausleihbar.

Mehr Lektüre zum Themengebiet Architektur und Raumplanung im Kanton Zürich finden Sie in der Zürcher Bibliographie.  

Blicke auf Schlieren

«Stadtwerdung im Zeitraffer» herausgegeben von Meret Wandeler, Ulrich Görlich und Caspar Schärer

Juli 2023. Reihenhäuser wechseln die Farbe, eine Busspur entsteht und verschwindet, ein Acker weicht grossen Gebäuden. Ortschaften verändern sich. Den Wandel von Schlieren dokumentiert die Publikation «Stadtwerdung im Zeitraffer». Über 15 Jahre hinweg wurden 63 Standorte regelmässig fotografiert – dieselbe Ansicht, vergleichbares Wetter und Licht, immer menschenleer.

Diese fotografische Langzeitbeobachtung war ein Forschungsprojekt der Zürcher Hochschule der Künste, deren Handschrift das zweibändige Werk trägt. Der Essayband vereint thematisch zusammengestellte Fotoserien mit Reflexionen zu Methode und Gegenstand aus diversen Perspektiven. So schreibt etwa Co-Herausgeberin und Fotografin Meret Wandeler über «Wiederholung als Methode», ein Architekt über verschiedene Arealstile und eine Landschaftsarchitektin über Natur in der Stadt. Auch ein Blick auf Schlieren als sozialer Raum fehlt nicht. Im Archivband sind die Fotografien nach Standort sortiert und chronologisch angeordnet. Zusammen bilden die zwei schön gestalteten Bücher ein eindrückliches Zeitdokument zu Schlieren und der Agglomeration.

«Stadtwerdung im Zeitraffer» steht in unserem Freihand-Magazin zum Ausleihen bereit, die englischsprachige Version ebenfalls.  Mehr Literatur über Schlieren finden Sie in der Zürcher Bibliographie, mehr zum Forschungsprojekt in Swisscovery und auf der Projektwebsite.

Eine verschwundene Dadaistin

«Tod im Cabaret Voltaire – Josephine Wyss ermittelt» von Miriam Veya

Juni 2023. Josephine Wyss wird mit 29 Jahren Witwe und weiss nicht, was sie tun soll, ohne Geld, mit einer Wohnung in Wiedikon und einem Büro im Niederdorf. Und ohne ihren Lieblingsmenschen Fred. Bis sie unfreiwillig in seine Fussstapfen tritt und einer verschwundenen Dadaistin nachspürt – um 1919 keine alltägliche Tätigkeit für eine Frau. Doch Josy, wie ihre Freundin Klara sie nennt, lässt sich nicht beirren, auch als alles noch schwieriger wird, als es ohnehin schon ist.

Sorgfältig und doch leichtfüssig erzählt die Zürcher Autorin Miriam Veya in ihrem Debütroman «Tod im Cabaret Voltaire» von einem nicht ganz gewöhnlichen Frauenleben kurz nach dem Ersten Weltkrieg. Dabei lässt sie die Leserinnen und Leser in die Lebenswelt von damals eintauchen, führt sie durch das Niederdorf und das dadaistische Cabaret Voltaire. Das Buch liest sich teilweise eher wie ein historischer Roman als wie ein Krimi. Denn Miriam Veya erzählt zwar eine Kriminalgeschichte, aber zeichnet en passant auch ein Bild der gesellschaftlichen Rollen, die den Frauen jener Zeit offenstanden.

Im September präsentiert Miriam Veya ihren Romanerstling in unserer Veranstaltungsreihe «Zürich im Buch». Das ist noch eine Weile hin, in unserer Turicensia Lounge steht das Buch aber bereits jetzt zum Blättern bereit. Mehr Informationen über das Cabaret Voltaire und den Dadaismus in Zürich finden Sie in der Zürcher Bibliographie.

Der Winterthurer Unternehmer Hans Sulzer

«‹Weltengänger› in krisenhaften Zeiten – der Winterthurer Industrielle und Diplomat Hans Sulzer (1876-1959)» herausgegeben von Daniel Nerlich und Matthias Wiesmann

Mai 2023. Der Winterthurer Industrielle Hans Sulzer (1876-1959) gestaltete die Schweizer Wirtschaft in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entscheidend mit. Er stand der global agierenden Gebrüder Sulzer AG vor, war Mitglied gewichtiger Verwaltungsräte und repräsentierte als Präsident des Leitungsgremiums des Schweizerischen Handels- und Industrie-Vereins die Schweizer Privatwirtschaft. Zudem war er für den Bundesrat auf diplomatischer Mission. All dies bewältigte er in einer politisch und wirtschaftlich herausfordernden Zeit.

In der Neuerscheinung «‹Weltengänger› in krisenhaften Zeiten» setzen sich sechs Historikerinnen und Historiker mit dem nicht unumstrittenen neoliberalen Unternehmer, eine Autorin mit seiner Frau Elisabeth Sulzer-Weber auseinander. Die unterschiedlichen Perspektiven ergänzen sich und fügen sich zum Bild eines Lebens und seiner Zeit zusammen. Zahlreiche Fotografien und Dokumente illustrieren das von einem Enkel Sulzers initiierte Buch. 

Diese Publikation des Archivs für Zeitgeschichte der ETH Zürich ist bei uns ausleihbar. Weitere Lektüre über Hans Sulzer sowie die Familie Sulzer und ihren Konzern finden Sie in der Zürcher Bibliographie. Ein Klassiker des Neoliberalismus – Friedrich August Hayeks «Der Weg zur Knechtschaft» –, auf den sich Hans Sulzer in mindestens einer seiner Reden explizit bezieht, erschien auf Deutsch im Zürcher Rentsch-Verlag. Wir haben die Erstauflage im Bestand.

Vom Zürcher Oberland nach Montana einfach

«Heimatlos» von Stephan Pörtner

April 2023. «Fahren Sie auch zum ersten Mal mit der Eisenbahn?», wird Jakob Furrer im Zug von Zürich nach Basel gefragt. Im Roman «Heimatlos» nimmt der Zürcher Autor Stephan Pörtner die Leserinnen und Leser ins 19. Jahrhundert mit – eine Zeit des Aufbruchs und Fortschritts für die einen, eine der Armut für viele andere.

Pörtner erzählt die Geschichte eines Bauernsohns aus dem Zürcher Oberland. Armut, Feindschaft und Träume verschlagen Jakob Furrer von Wald in die Stadt Zürich und schliesslich in die Schlacht am Little Big Horn. Der Protagonist und seine Lebensgeschichte sind erfunden. Vincent Charly, in den sich Jakob Furrer auf seiner Odyssee verwandelt, fiel aber tatsächlich im legendären Kampf zwischen der indigenen Bevölkerung und der US-Armee.

Der Schriftsteller und Übersetzer Stephan Pörtner ist vor allem für seine Köbi-Krimis bekannt. Auch in «Heimatlos» muss der eine oder andere sein Leben lassen, das Genre hat der Autor aber eindeutig gewechselt – erfolgreich.  Nach 335 Seiten glaubt man ihm, dass das Leben eines armen Zürcher Bauern so gewesen sein könnte, dass irgendein Leben wohl so gewesen ist.

Dank «Zürich liest ein Buch» begegnen Sie bestimmt vielen Menschen, mit denen sie sich über den Roman austauschen können. Anlässlich der zweiten Auflage gabs ein neues Cover, deshalb sieht das Buch nicht immer gleich aus. Bei uns in der Turicensia Lounge finden Sie die gestreifte Erstauflage

A factory village on Lake Zurich

Seegfrörni by Rolf Käppeli

March 2023. In August 1945, a man in Rustikon kills his family and himself. In September 1958, a winegrower shows his guest a photo of damaged vines. During a girls' night out in November 1968, the wife of a factory worker reveals how much she fears for her husband’s health.

Author Rolf Käppeli lets readers listen to conversations and thoughts in and around Rustikon. With this collection of many-voiced scenes, he relates three decades of the history of a village on Lake Zurich – from the end of the Second World War to the late 1970s. The main character is not the boss of the chemical factory, or the factory gardener, or the wife of the sick factory worker; rather, it is the village itself. And everything in fictional Rustikon is connected to the chemical factory in some way or, at least, does not remain untouched by it.

Rustikon is unmistakably Uetikon, where the author lives. The site of the former Uetikon chemical factory is now being redeveloped and the lake bed, which is polluted with heavy metals, is being cleaned. Rolf Käppeli tackles his adopted home of Uetikon not just in literary terms but also in a documentary film, in which he lets former factory employees and other contemporary witnesses have their say. And the busy author has more plans: Seegfrörni is the second volume of a factory village trilogy and the third is still in the works. You can find the first volume, as well as Seegfrörni, in our collection. Find out more about Uetikon and its chemical factory by going to the Zurich Bibliography.

The latest Zurich crime novels

Zurich crime novels

February 2023. The canton of Zurich glows deep red on the map showing the frequency of violent crimes in the Statistical Atlas of Switzerland. While in the real world this could be considered quite disturbing, in the made-up one it is actually a good thing. Zurich, as a setting, has inspired numerous authors to create Zurich crime novels. We’ve rounded up the latest ones.

Some Zurich investigators are solving cases for the first time – for example, the maritime police officer Rosa Zambrano, who is investigating a murder in the world of biotech. Pastor Roger Gabathuler, forensic pathologist Lisa Klee and Inspector Monti are also hunting criminals for the first time – although a second case for one or another of them is sure to follow soon.

Old acquaintances also reappear in the latest Zurich crime novels. The detective duo Marisa Greco and Bashir Berisha are, this time, being targeted by a Mafia hitman; Inspector Sarah Conti is investigating a murder in the new Chipperfield building; while investigators Zita Schnyder and Werner Meier are in action more than once, as their very first case has been republished. Also investigating again are Forensic Doctor Socrates, Noldi Oberholzer the busy dialect policeman Ääschme, Philipp Humboldt and Heiri Stampfli from the Kapo and his team.

The two detectives Maximilian von Wirth and Federica Hardegger are on the road again, in their first visit to the canton of Zurich, hunting down crime-writing duo Florian Berger and Cressida Kandel, who seem to have committed a crime themselves. Those who prefer slightly shorter stories should read the winter thrillers in Zürihegel.

You can find the Zurich crime novels in our Turicensia Lounge and in the open stacks.

Drawing with Witzig

‘From the Land of Plenty to the Dance of Death – the Zurich-based illustrator and drawing instructor Hans Witzig’, edited by Anna Lehninger

January 2023. Want to draw a cat? How about a dog? Or perhaps a giraffe? It’s a breeze with Hans Witzig’s little drawing book, even if you didn’t learn much about drawing as a child. The Zurich-based illustrator, art historian and, most famously, drawing teacher is known first and foremost for his guidance on learning to draw. In the New Year publication of the Antiquarian Society, Anna Lehninger shows that his work is a great deal broader than that.

In ‘From the Land of Plenty to the Dance of Death’ – Zurich-born illustrator and drawing instructor Hans Witzig’, the art historian has brought together an illustrious group of co-authors. The 25 richly illustrated articles present Witzig and his work from his drawing instructions to fairy-tale illustrations, political posters and socially critical works.

’It would have been impossible to overlook Hans Witzig’s drawing books,’ says Lehninger about her research into Swiss children’s drawings. ’When I spoke to former teachers or older people reminiscing about their childhood, “those Witzig booklets” soon came up.’ As a member of the project team at the Zentralbibliothek Zürich, she catalogued part of Witzig’s archive and saw other sides to the artist in the process. She acquired a fresh understanding of Witzig through her work on the new publication and the curating of an exhibition for the ZB. ’The artist’s thoughtful, critical and sometimes macabre side reveals him in a new light, along with his wonderful humour and pictorial wit, especially in his early works.’

You can discover Witzig for yourself in ‘From the Land of Plenty to the Dance of Death’, which will be on display in the Turicensia Lounge, initially solely in the form of a book. The digitised ‘Lesebuch zur Heimatkunde der Stadt Zürich’ on our Zurich Open Platform (ZOP) also offers fresh insights. The exhibition is due to open in mid-March in the treasury and the Turicensia Room.

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Header-Bild: Auf der Grundlage einer Postkarte des Zürcher Wappenlöwens beim Hafen Enge, um 1910 (ZB Zürich)