Summer School
An zwei Tagen vermitteln Expert*innen digitale Forschungsmethoden in einem abwechslungsreichen, praxisorientierten Format. Abendvorträge erweitern das Programm und laden zu Diskussion und Reflexion ein.
Zukünftige Veranstaltungen
Summer School 2026: Longue Durée digital
Kulturelle Phänomene und Diskurse über grosse Zeiträume hinweg mit Machine Learning erforschen
15. Juni 2026, 14:00 bis 17:00 Uhr, Pre-Event, online
17. Juni 2026, 09:00 Uhr bis 18. Juni 2026 20:00 Uhr, Zentralbibliothek Zürich
Grosse digitale Textkorpora eröffnen der historischen geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschung neue Möglichkeiten: Diskurse, Bedeutungsverschiebungen und die Artikulation von Ungleichheiten lassen sich über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte hinweg nachverfolgen. Doch zwischen der Forschungsfrage und dem Textkorpus stehen methodische und praktische Hürden – und genau hier setzt die ZB-Summer School an.
In zwei abwechslungsreichen Tagen arbeiten wir gemeinsam daran, wie sich qualitative und hermeneutische Forschungsinteressen mit Methoden der digitalen Textanalyse bearbeiten lassen, ohne dass dabei die theoretische Reflexion zu kurz kommt. Der erste Tag widmet sich der Erschliessung und Exploration von Textkorpora: Wie lassen sich geeignete Quellen identifizieren, ihre Qualität beurteilen und semantische Verschiebungen sowie Tonlagen über lange Zeiträume sichtbar machen? Am zweiten Tag wenden wir uns der Klassifikation zu – von der Entwicklung und Annotation eigener Kategorien bis hin zum Einsatz von Sprachmodellen und der kritischen Evaluation ihrer Outputs. Eine offene Werkstatt gibt Raum, eigene Fragestellungen einzubringen. Abends vertiefen Gastvorträge von Sophie Mützel und Lukas Posselt die Themen und geben Gelegenheit zur Diskussion und Reflexion.
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Vergangene Veranstaltungen
Summer School 2025: Digitale Aufbereitung historischer Quellen mittels ChatGPT
Von der Quelle zum Datensatz
02. September 2025, 09:00 Uhr bis 03. September 2025 19:30 Uhr, Zentralbibliothek Zürich
Diese interdisziplinäre Summer School richtet sich an Historiker*innen, die ihre Quellen mit grossen Sprachmodellen (LLMs) wie ChatGPT bearbeiten möchten. Bisher waren Textmining-Kenntnisse erforderlich, um serielle Quellen wie Karteikarten, Register, Listen, Kataloge oder Bibliografien in eine strukturierte Datenform zu übertragen. Heute können auch grosse Sprachmodelle solche Aufgaben übernehmen. Die Summer School vermittelt die dafür notwendigen Kompetenzen: Wie verfeinert man den Prompt so, dass das Modell die Texte und Zahlen möglichst präzise wiedergibt? Wie überträgt man den in der grafischen Oberfläche entwickelten Prompt in ein Python-Script, mit dem sich eine grössere Anzahl von Dokumenten verarbeiten lässt?
Der zweite Schwerpunkt liegt auf der kritischen Reflexion der digitalen Methodik. Die Ergebnisse der Transformation der Quellen zum Datensatz müssen im wissenschaftlichen Kontext überprüft werden. Welche etablierten Vorgehensweisen der Qualitätsmessung gibt es, und wie kann die Datenqualität anhand eines Goldstandards überprüft werden? Neben automatisierten Verfahren steht auch die manuelle Dateninspektion zur Verfügung. Hierfür hat sich OpenRefine als effizientes Tool etabliert, mit dem sich Ungereimtheiten schnell erkennen und bereinigen lassen. Zudem bietet OpenRefine die Möglichkeit, Personen- und Ortsnamen mit Referenzwerken wie WikiData, Geonames oder der GND abzugleichen.
Die Summer School besteht aus verschiedenen methodischen Inputs und praktischen Arbeitsphasen. Die Teilnehmenden können entweder mit dem Beispieldatensatz oder mit ihren eigenen Quellen arbeiten. Der Beispieldatensatz besteht aus einem Korpus so genannter «Nachtzedel» der Stadt Zürich (1780-1810). Ein Nachtschreiber zählte jeden Abend die Hotelgäste, schrieb dabei ihren Beruf und ihre Herkunft auf. In anderen Städten ist diese Quellengattung als «Fremdenlisten» bekannt. Solche Listen geben Einblick in die vielfältigen Beziehungen und transnationale Vernetzung der Stadt. Sie zeigen, welche Händler und Kunstschaffenden die Stadt besuchten und woher sie stammten.
Die öffentlichen Abendvorträge erweitern die Thematik durch Erfahrungen aus konkreten Forschungsprojekten und durch kritische Reflexion der automatisierten Quellenverarbeitung. Die Roundtable bietet Raum zur kontroversen Diskussion von Chancen und Risiken beim Einsatz von KI in der Geschichtswissenschaft.
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Summer School 2024: Digitale Methoden der Zeitungsanalyse
11. bis 12. September 2024, Zentralbibliothek Zürich
Zeitungen und Zeitschriften sind wichtige Medien für die öffentliche Meinungsbildung und Teil des offenen demokratischen Diskurses. In historischer Perspektive gehören sie deshalb zum überlieferungswürdigen Kulturerbe. Für Forschung und Wissenschaft sind sie wichtige Quellendokumente, die mit vielfältigen Fragestellungen erforscht und analysiert werden können. Die Summer School der Zentralbibliothek Zürich möchte Forschenden eine Einführung in Praxis und Theorie der digitalen Analysemethoden von Zeitungen geben. Es werden keine entsprechenden Erfahrungen vorausgesetzt; die Summer School richtet sich sowohl an Anfänger als auch an Fortgeschrittene. Sie verfolgt folgende Zielsetzungen:
• Vermittlung von digitalen Analysekompetenzen in Theorie und Praxis: Analyse von Volltexten, Bildern und Metadaten
• Reflexion digitaler Analysemethoden (digitale Quellenkritik, Herangehensweisen/Methodik, Möglichkeiten und Grenzen von Tools, mögliche Alternativen)
• Kennenlernen zentraler Zeitungsportale aus dem deutschsprachigen Raum (ANNO, Deutsches Zeitungsportal, Impresso-Projekt, etc.)
VeranstalterInnen/OrganisatorInnen
• Estelle Bunout (Université du Luxembourg)
• Nina C. Rastinger (Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural Heritage/Österreichische Akademie der Wissenschaften)
• Sarah Oberbichler (Leibniz-Institut für Europäische Geschichte Mainz)
• Johanna Störiko (Institut für Digital Humanities der Universität Göttingen)
• Jesko Reiling (Zentralbibliothek Zürich)
Die Summer School ist eine Kooperation der AG «Zeitungen & Zeitschriften» des Verbandes Digital Humanities im deutschsprachigen Raum (DHd) und der Zentralbibliothek Zürich. Weitere Informationen.
Winter School 2024: Einführung in die digitale Editorik. Briefe mit TEI codieren und publizieren.
08. bis 09. Februar 2024, Zentralbibliothek Zürich
Aufgrund der vielen Anmeldungen wiederholen wir unsere erstmals Ende August 2023 durchgeführte Summer School zur digitalen Editorik anfangs Februar 2024.
Regalfüllende kritische Editionen werden zunehmend durch digitale Editionen ergänzt oder gar ersetzt. Damit haben sich viele grundlegende philologische Arbeiten in den textbasierten Geisteswissenschaften verändert. Die digitale Editorik ist zu einem zentralen Anwendungsbereich der Digital Humanities geworden, und entsprechende Kenntnisse sind für angehende Geisteswissenschaftler*innen von zunehmender Bedeutung. Die Winter School der Zentralbibliothek Zürich soll in die Aufgabenbereiche und Standards digitaler Editionen einführen.
Zu diesen Standards gehören die «Guidelines» der Text Encoding Initiative (TEI), welche die Codierung von Textdaten regeln. Die nach diesen Richtlinien ausgezeichneten Texte können auf vielfältige Weise verwendet und nachgenutzt werden. Die Winter School bietet einen Crashkurs im Codieren mit TEI/XML und zeigt die Relevanz dieser Codierung in unterschiedlichen Editionsbereichen. Die Teilnehmenden sollen nach der Winter School ihr erworbenes Wissen in bestehende Projekte einbringen können und zur Vertiefung für die Konzeption eigener Editionsvorhaben motiviert werden. Der Fokus richtet sich dabei auf die Texterstellung für digitale Briefeditionen, die zu den wichtigsten editionswissenschaftlichen Arbeitsfeldern zählen.
Die Teilnehmenden sollen in die Lage versetzt werden, Editionsvorhaben in ihren Arbeitsschritten und -aufwänden überblicken und allenfalls auch erkennen zu können, wo noch zusätzliches Know-how erworben oder beigezogen werden sollte.
Die Summer School bietet eine praxis- und anwendungsbezogene Einführung in das Thema «digitale Briefeditionen» an. Sie beinhaltet Übungen in der Textauszeichnung nach TEI und editionswissenschaftliche Reflexionen über die Textkommentierung. Ebenso bietet sie Hinweise zur projektübergreifenden Vernetzung mittels Normdaten. Durchgeführt wird die Summer School vom Editionsteam der Forschungsstelle Jeremias Gotthelf der Universität Bern unter der Leitung von PD Dr. Christian von Zimmermann in Zusammenarbeit mit der ZB Zürich.
Weitere Informationen finden Sie hier.
Summer School 2023: Einführung in die digitale Editorik. Briefe mit TEI codieren und publizieren.
30. bis 31. August 2023, Zentralbibliothek Zürich

Regalfüllende kritische Editionen werden zunehmend durch digitale Editionen ergänzt oder gar ersetzt. Damit haben sich viele grundlegende philologische Arbeiten in den textbasierten Geisteswissenschaften verändert. Die digitale Editorik ist zu einem zentralen Anwendungsbereich der Digital Humanities geworden, und entsprechende Kenntnisse sind für angehende Geisteswissenschaftler*innen von zunehmender Bedeutung. Die Winter School der Zentralbibliothek Zürich soll in die Aufgabenbereiche und Standards digitaler Editionen einführen.
Zu diesen Standards gehören die «Guidelines» der Text Encoding Initiative (TEI), welche die Codierung von Textdaten regeln. Die nach diesen Richtlinien ausgezeichneten Texte können auf vielfältige Weise verwendet und nachgenutzt werden. Die Winter School bietet einen Crashkurs im Codieren mit TEI/XML und zeigt die Relevanz dieser Codierung in unterschiedlichen Editionsbereichen. Die Teilnehmenden sollen nach der Winter School ihr erworbenes Wissen in bestehende Projekte einbringen können und zur Vertiefung für die Konzeption eigener Editionsvorhaben motiviert werden. Der Fokus richtet sich dabei auf die Texterstellung für digitale Briefeditionen, die zu den wichtigsten editionswissenschaftlichen Arbeitsfeldern zählen.
Die Teilnehmenden sollen in die Lage versetzt werden, Editionsvorhaben in ihren Arbeitsschritten und -aufwänden überblicken und allenfalls auch erkennen zu können, wo noch zusätzliches Know-how erworben oder beigezogen werden sollte.
Die Summer School bietet eine praxis- und anwendungsbezogene Einführung in das Thema «digitale Briefeditionen» an. Sie beinhaltet Übungen in der Textauszeichnung nach TEI und editionswissenschaftliche Reflexionen über die Textkommentierung. Ebenso bietet sie Hinweise zur projektübergreifenden Vernetzung mittels Normdaten. Durchgeführt wird die Summer School vom Editionsteam der Forschungsstelle Jeremias Gotthelf der Universität Bern unter der Leitung von PD Dr. Christian von Zimmermann in Zusammenarbeit mit der ZB Zürich.
Summer School 2022: Raum und Affekt. Einführung ins Text Mining literarischer Texte
29. bis 30. Juni 2022, Zentralbibliothek Zürich

Distant Reading und Text Mining sind als Verfahren der Digital Humanities inzwischen in aller Munde – und doch gehören sie für viele noch längst nicht zum geisteswissenschaftlichen Kernbereich. Zu voraussetzungsreich, zu viel Aufwand für zu wenig Ertrag, unterkomplex: das sind die gängigsten Vorurteile. Und doch hat die Literaturwissenschaft immer auch von der produktiven Irritation gelebt, von Möglichkeiten, den eigenen Gegenstand neu zu perspektivieren, gängige Annahmen zu hinterfragen.
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe «Aus der digitalen Werkstatt. Zu Theorie und Praxis der Digitalisierung» soll LiteraturwissenschaftlerInnen die Möglichkeit gegeben werden, dem vermeintlichen Paradigmenwechsel selbst auf den Zahn zu fühlen und in einen anregenden, textorientierten Diskurs zwischen Hermeneutik und Algorithmik, Close und Distant Reading einzutreten.
An zwei Tagen wird in der Zentralbibliothek Zürich im Rahmen einer Summer School das Text Mining als eines der aktuell bedeutsamsten Analyseverfahren ausprobiert und diskutiert. TeilnehmerInnen, die hier auch absolute beginners sein dürfen, sind eingeladen, in einer Workshopatmosphäre digitale Verfahren probeweise anzuwenden und Analysen am Objekt, unterstützt von Tutorenteams, selbst durchzuführen.
Die Summer School wird geplant und durchgeführt als Kooperation der ZB mit dem von Prof. Dr. Berenike Herrmann (Bielefeld) geleiteten SNF-Projekt «High Mountains Low Arousal? Distant Reading Topographies of Sentiment in German Swiss Novels in the early 20th Century». Neben der Methodenvermittlung in Form eines aktivierenden Tutorials sind vielfältige Momente zur Reflexion der Verfahren und des Vergleichs vorgesehen. Zwei öffentliche Abendvorträge erschliessen einem breiteren Publikum aus Wissenschaft und interessierter Allgemeinheit den spezifischen Diskussionsraum nicht zuletzt auch aus einer bibliothekarischen Perspektive.
Weitere Informationen erhalten Sie hier.



