Ausstellung 6.9.–7.12.2024

Ein Ausschnitt der «Kurs-Karte der schweizerischen Postverwaltung» von 1850 mit dem Keyvisual der Ausstellung (Bild: ZB Zürich)

Information – ein bibliothekarisches und gesellschaftliches Kernthema 

Information ist für Bibliotheken der wichtigste Rohstoff. Bibliotheken sammeln, erschliessen und vermitteln Information. Das ist ihre zentrale Aufgabe, auch in einer Zeit, da Informationen scheinbar überall und jederzeit zugänglich sind. So ist es naheliegend, dass die Zentralbibliothek Zürich eine Ausstellung zum Thema «Wissensdurst – Information und wir» präsentiert.

Natürlich ist Information nicht nur Rohstoff für Bibliotheken, sondern für die Gesellschaft als Ganzes. Man kann sich nicht nicht informieren, um ein berühmtes Zitat von Paul Watzlawick abzuwandeln – Information ist ein Thema, dass jede und jeden betrifft.


Ein grosses Thema, kulturwissenschaftlich betrachtet

Informationen ohne Ende: Exponate aus den Sammlungen der Zentralbibliothek Zürich. (Bilder: ZB Zürich / Bild links: Fritz Kahn und Fritz Schüler, © Kosmos)

Das Thema Information ist eigentlich zu umfassend, um ihm in einer Ausstellung gerecht zu werden. Als dreiköpfiges Kurationsteam haben wir uns trotzdem auf diese Herausforderung eingelassen, auch wenn uns von Anfang an klar war, dass wir nur Ausschnitte zeigen und Schlaglichter auf das Thema werfen können.

Wir entschieden uns für einen breit abgestützten kulturwissenschaftlichen Blick in die Vergangenheit und die Gegenwart. Die Gegenwart sind unter anderem unsere Ausstellungsbesucherinnen und -besucher, während die Vergangenheit in den Sammlungen der ZB schlummert. Unterstützt durch die Spezialsammlungen stöberten wir im Bestand, bis sich fünf Unterthemen herauskristallisierten:

  • Information im Wandel der Zeit
  • Information verbreiten
  • Information visualisieren
  • Information und Macht
  • Information sammeln, ordnen, bewahren


Informationen über Information vermitteln

Die Ausstellung «Wissensdurst – Information und wir» zeigt kulturhistorische Exponate und bietet interaktive und partizipative Stationen – digital und analog.  (Bilder: ZB Zürich)

Der Ausstellungsgegenstand verpflichtet, über Information wollen wir in der Ausstellung wohlüberlegt informieren. Als Ausgangspunkt diente uns Rainer Kuhlens Verständnis von Information als «Wissen in Aktion». Deshalb vermitteln wir das Thema so, dass sich die Ausstellungsbesucherinnen und -besucher aktiv mit «Information» auseinandersetzen können. Weil das Thema alle betrifft, sollen zudem alle Gelegenheit haben, ihre eigenen Erfahrungen einzubringen.

Das Format Exponat plus Text erweitern wir deshalb durch interaktive, partizipative und multimediale Elemente. Dank dem Einsatz, Wagemut und dem Entgegenkommen zahlreicher Kolleginnen und Kollegen konnten viele Ideen verwirklicht werden. Das Rad haben wir nicht neu erfunden, aber das Realisierte trägt hoffentlich dazu bei, dass sich die Besucherinnen und Besucher nicht «nur» informieren, sondern das Ausstellungsthema auch erleben können. Die Ausstellungsgestaltung durch das Atelier Schmauder Und trägt ebenfalls zum Ausstellungserlebnis bei.


Rahmenprogramm: die Lange Nacht und Talks, Workshops, Führungen 

Bald ist es soweit, am 6. September beginnt die Ausstellung. Wir wünschen viel Vergnügen. Zur Ausstellung haben wir ausserdem ein Rahmenprogramm zusammengestellt. Den Auftakt macht die Lange Nacht der Zürcher Museen. Dazu kommen zwei Eschertalks, Führungen und verschiedene Workshops, die das Thema vertiefen.




Abteilung Turicensia


 Fachreferent Kunst, Architektur, Archäologie





Leiter Fachreferate Kultur- und Geschichtswissenschaften