Veit Stauffer – «Jetzt, denn morgen ist es zu spät»

«… sei kein Patriarch, bleib ein Revoluzzer, verbessere die Welt …», schreibt die Künstlerin Doris Stauffer ihrem Sohn Veit zum 17. Geburtstag. Gesund soll er bleiben. Und «ein Künstler» werden. Veit «Feifi» Stauffer besucht damals die F+F Schule für experimentelle Gestaltung, die das Künstlerpaar Doris und Serge Stauffer mitbegründet hat.
Schliesslich wird er nicht nur Künstler, sondern auch, was er schon nach der Sekundarschule werden wollte: Schallplattenverkäufer. Und was für einer. Sein Plattenladen Rec Rec ist ein Begriff in Zürich und schweizweit. Auch Stadtpräsidentin Corine Mauch hat ein CD-Abo bei Veit Stauffer, bevor er die Türen seines Ladens Ende 2020 für immer schliesst.
Danach setzt er die Arbeit an seinen Memoiren fort, deren erster Teil «Halbweiss» schon 1983 erschienen ist. Viel Zeit bleibt ihm nicht, Veit Stauffer erkrankt schwer und stirbt 2024; das Projekt bleibt unvollendet. Ein anderes Buchprojekt kann er abschliessen: Mit dem Bildband «Feifi Zeig» lässt er die Leserinnen und Leser vor allem als Betrachtende in seine ganz besondere Welt eintauchen.
Das Buch ist Ende letzten Jahres erschienen. Familienfotos aus Kindertagen und Auszüge einer Privatedition sind darin zum ersten Mal veröffentlicht. Auch seine Abschlussarbeit für die F+F, die 1977 an der Züspa zu sehen war und von Bice Curiger im Tages-Anzeiger besprochene wurde, zeigt das Buch – neben zahlreichen weiteren Arbeiten und Erinnerungen. Mit diesem persönlichen, aber nie zu persönlichen Einblick in sein Universum hat Veit Stauffer ein einmaliges Zeitzeugnis geschaffen.