Stadtzürcher Baupolitik im Wandel – die Ära Ursula Koch

«Die Stadt ist gebaut.» Dieser vielzitierte Satz stammt aus einer Rede, die Ursula Koch, damals Stadträtin und Stadtzürcher Bauvorsteherin, 1988 gehalten hat. Zwölf Jahre später ist sie keine öffentliche Figur mehr: Nach ihrem Rücktritt als SP-Präsidentin und Zürcher Nationalrätin verschwindet sie im Jahr 2000 so komplett von der Bildfläche, dass die Presse sich immer mal wieder fragt, ob sie überhaupt noch lebt.
2019 bricht Ursula Koch ihr Schweigen für ein Gespräch mit Philippe Koch (nicht verwandt), heute der Stadtzürcher Delegierte Wohnen. Das Interview wird zur Grundlage für das Buch «Zürich lebenswert umbauen», das Konflikte, Machtverhältnisse und Wandel während ihrer Zeit als Zürichs Bauvorsteherin thematisiert. Die Rede mit der vielzitierten Aussage und das exklusive Interview sind darin abgedruckt.
Koch galt als Verhinderin, doch sie wollte nicht verhindern, sondern die Stadt «zu einem lebenswerteren Zürich» umbauen. In diesem Sinn deutet das Autorentrio die Ära Ursula Koch um. Regula Iseli, Professorin am Institut Urban Landscape der ZHAW, der freischaffende Architekt Simon Mühlebach und Philippe Koch kontextualisieren Ursula Kochs Aussagen mit informativen Sachtexten. Ausgewählte Zeitdokumente, darunter Presseartikel und Tagesbefehle der umtriebigen Stadträtin, zeigen die Ära Koch aus einem zusätzlichen Blickwinkel. Neben den spannenden Inhalten lädt auch die sorgfältige Buchgestaltung zum Lesen ein.
Die Neuerscheinung steht in unserer Turicensia Lounge zum Blättern und bald im Freihandmagazin zur Ausleihe bereit.