«Kleines Backwerk»

Mailänderli, Spitzbuben, Zimtsterne - Weihnachtszeit ist Guetzli-Zeit. Was backen Zürcherinnen und Zürcher? Und was backten sie in früheren Zeiten? Wer diesen Winter Lust auf mehr als die üblichen Guetzli-Sorten hat, findet in unserer Zürich-Sammlung Guetzli-Rezepte bekannter und unbekannter Zürcher Köchinnen.
«Kleines Backwerk» nennt Anna Bosshard, Zürcher Kochbuchautorin während der Jahrhundertwende, die Guetzli-Klassiker, Butterringli und Pfaffenkappen, die sie in ihrem «Bürgerlichen Kochbuch» empfiehlt. In Gertrud Haemmerli-Schindlers Büchlein «Alti Züri-Rezäpt für Sunntig und Wärchtig», erstmals um 1950 publiziert, finden sich weitere Guetzli-Rezepte, unter anderem für Quittenschäumli, Kracher und Nütschnitten. Die einstige Präsidentin der Zürcher Frauenzentrale hat Rezepte anonymer Hausangestellter gesammelt. Mit ihrem Kochbuch gibt sie diesen stillen Zeuginnen der Zürcher Kulturgeschichte eine Stimme. Anleitungen für «Dekorations- und Weihnachtgebäck» in Form von Tannenbäumchen, Sternen mit Kerzen, Körbchen und Tannzapfen gibt Elisabeth Fülscher im Eintrag Nummer 1524 ihres säuberlich durchnummerierten Kochbuchklassikers.
Für unbedarfte Bäckerinnen und Bäcker sind historische Rezepte eine Herausforderung: Guetzli sollen «in guter Hitze», «in mässiger Hitze» und «in Mittelhitze» gebacken werden. Betty Bossi wird in «Guetzle mit Betty Bossi» zum Glück um einiges deutlicher. Nicht umsonst gibt die von der Zürcher Werberin Emmi Creola-Maag erfundene Köchin eine Garantie für das Gelingen. Und wer gar nicht weiterweiss, schlägt den «Tiptopf» beim Abschnitt «Verarbeiten von Kleingebäck» auf.