Geschichte(n) des Wissens online – die ältesten Dissertationen der Universität Zürich digital zugänglich

Wie haben junge Forschende im 19. Jahrhundert gedacht, geforscht und argumentiert? Die digitale Plattform ZOP der Zentralbibliothek Zürich macht es jetzt möglich, diesen Fragen nachzugehen. Dort erscheinen neu fortlaufend Dissertationen der Universität Zürich aus den Jahren 1833 bis 1900 – derzeit sind 82 digitalisierte Arbeiten weltweit frei zugänglich, durchsuch- und analysierbar.
Darunter finden sich Namen, die Geschichte schrieben. Alfred Escher, als Unternehmer und Politiker eine prägende Figur des liberalen Bundesstaates nach 1848, promovierte 1842 zum Umgang mit Zeugen im Römischen Recht. Johann Jakob Baader, später Nationalrat und Mitgestalter des modernen Gesundheitswesens in Baselland, erforschte einen bösartigen Netzhauttumor.
Auch zahlreiche deutsche Studierende, die aufgrund ihrer revolutionär-demokratischen Bestrebungen das Land verlassen mussten, fanden in Zürich Zuflucht. Einer von ihnen war Ernst Dieffenbach, der später durch seine naturwissenschaftliche Erschliessung der Flora, Fauna und Geologie Neuseelands von sich reden machte. Er beschäftigte sich an der Uni Zürich mit der Anatomie der Urniere.
Die Online-Sammlung auf ZOP wächst stetig und eröffnet digitale Forschungsmöglichkeiten zur Wissensgeschichte. Sie lädt Forschende und Geschichtsinteressierte ein, die akademische Kultur des 19. Jahrhunderts und die Anfänge der Universität Zürich zu erkunden.
- Marco Geissbühler
Turicensia