Ein Brief der chinesischen Thronfolgerin?

An Weihnachten 1827 unterzeichnete die deutsche Dichterin und Malerin Amalie von Helvig (1776−1831) diesen Brief an ihre Freundin Henriette Karoline Charlotte von Bardeleben (1780−1852) mit «La Princesse Chan-Yeou-Tien-Tang, héritière du royaume de Chine». Es handelt sich um einen Scherzbrief, der in der Autographensammlung Ott zum Vorschein gekommen ist.
Der Zürcher Kauffmann Hans Konrad Ott-Usteri (1788−1872) hat einerseits durch Tausch und Kauf, andererseits durch Schenkungen eine beachtliche und vielseitige Sammlung an Autographen aufgebaut. Durch sein Präsidentenamt bei der Allgemeinen Musikgesellschaft und der Museumsgesellschaft Zürich hatte er zudem Zugang zu interessanten Dokumenten der Mitglieder.
1917 übernahm die neu eröffnete Zentralbibliothek Zürich die Sammlung, die rund 8'400 Schriftstücke umfasst.
Die Vielzahl unterschiedlicher Briefe, Gedichte, Zeichnungen und Notenblätter bietet einen Einblick in das Leben und Schaffen bekannter Politiker, Geistlicher, Kunstschaffender sowie Gelehrter. Die Mehrheit der Unterlagen stammt aus dem 17. bis 19. Jahrhundert. Auch eigenhändige Schriftstücke von Frauen lassen sich auffinden. Darunter sind beeindruckende Persönlichkeiten wie die Schriftstellerinnen Bettina von Arnim (1785−1859) und Ludmilla Assing (1821−1880), die italienische Freiheitskämpferin Cristina Belgioioso (1808−1871) und Mozarts Ehefrau Constanze Mozart (1762−1842).
Neugierig? Im Rahmen unseres Nägeli-Projekts wurde eine Auswahl von Briefen digitalisiert. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Stöbern auf e-manuscripta.
Sarah El Hamamsy
Handschriftenabteilung