Details of the event

Thursday, 28. May 2026

18:00 - 19:00 o'clock

Begegnungsraum im Lesesaal im Erdgeschoss

Mit diesem Vortrag wird das Bild von Robert S. Gessner als Künstler ergänzt und erweitert: Sein Archiv eröffnet Einblicke in zahlreiche weitere Facetten seiner Persönlichkeit – als Grafiker, Lehrer, Reisender, Nachbar, Freund und Sohn.

Gessner gestaltete Bücher, Inserate, Verpackungen, Schaufenster und Ausstellungen für kommerzielle Auftraggeber; ebenso finden sich Entwürfe für Theaterkostüme, Marionetten und Bühnenbilder in seinem Archiv.

Wie Zeitkapseln lesen sich viele erhaltene Briefe. Mit Künstlerfreunden wie Max Bill, Richard Paul Lohse, Max Frisch oder Warja Honegger-Lavater stand er in oft freundschaftlichem, zuweilen aber auch angriffig geführtem Austausch. Schreiben von Kurator*innen wie Helen Bitterli oder Rudolf Koella sowie von Stadtpräsidenten wie Emil Landolt oder Sigi Widmer führen gedanklich in die 40er bis 60er Jahre zurück – in eine Zeit, in der moderne Ansichten vehement verteidigt werden mussten.

Auch private Dokumente wie genealogische Unterlagen, Skizzen, Fotografien oder ein aufgeregter Briefwechsel mit seinem Vermieter vervollständigen das Bild einer Persönlichkeit, die ebenso herzlich wie enthusiastisch und kämpferisch war.

Der Eintritt ist kostenlos. Da die Platzzahl begrenzt ist, bitten wir Sie um Anmeldung. 


Zur Referentin:

Annette Schindler ist Kunsthistorikerin und Archivarin. Während des Studiums in Zürich arbeitete sie für die Arteba-Galerie, welche den Nachlass von Gessner übernommen hatte. Sie organisierte so bereits in den späten 1980er Jahren Gessners Archiv und verfasste einen umfangreichen Text zu seinem künstlerischen Werk. Nach ihrem Studium leitete Annette Schindler das Kunsthaus Glarus (1992–1997), das Swiss Institute in New York (1997–2000), die Medienkunstinstitution plug.in in Basel (2000–2011) und das Animationsfilmfestival Fantoche in Basel (2012–2021). Anschliessend bildete sie sich als Archivarin weiter und ist seit 2022 selbständig mit Spezialisierung auf private Familienarchive und Künstlerarchive.


Bildlegende: Robert S. Gessner, Alle Probleme künstlerischer Gestaltung freuen mich! Gessner, Inserat, Farblithografie, um 1932/35


Für ZB Veranstaltungen (Führungen, Lehrveranstaltungen, Vorträge) stehen für Personen mit Höreinschränkung Audio-Hilfen (inkl. Induktionsschleifen für Hörgeräte) zur Verfügung. Bei Bedarf bitte kommunikation@zb.uzh.ch kontaktieren.