Aus der digitalen Werkstatt
«Zu Theorie und Praxis der Digitalisierung» werden zwei bis drei Mal jährlich ausgesuchte Themen aus dem Bereich der Digitalisierung erörtert und gemeinsam diskutiert.
Zukünftige Veranstaltungen
Werden an dieser Stelle zu gegebenem Zeitpunkt kommuniziert.
Nichts mehr verpassen!
Über unseren monatlichen Newsletter halten wir Sie neben neuen Veranstaltungen aus der digitalen Werkstatt auch über zahlreiche weitere Angebote der ZB auf dem Laufenden.
Vergangene Veranstaltungen
8. Juli 2025: Vortrag
Digitales Edieren an Gedächtnisinstitutionen am Beispiel der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
Abendvortrag von Dr. Johannes Mangei (HAB, Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel) im Rahmen des Workshops «Digitales Edieren in Gedächtnisinstitutionen»
«Grössere Textmengen am Bildschirm lesen, ist mir zu anstrengend.» «Eine Edition als gedrucktes Buch ist mir lieber, ich finde das schöner, es funktioniert ohne Rechner und es ist ganz einfach dauerhaft verfügbar.» «Digitale Editionen sollen doch Wissenschaftler an Hochschulen und Universitäten machen, und nicht Bibliothekare.»
Mit solchen oder ähnlichen Äusserungen wird man an Gedächtnisinstitutionen gelegentlich konfrontiert, wenn die Rede auf Digitale Editionen kommt. Andere Stimmen betonen die Vorzüge von Digitalen Editionen: Häufig werden die Durchsuchbarkeit, die leichtere Überarbeitung, Nachnutzung und Zugänglichkeit adressiert. Der angekündigte Abendvortrag als Beitrag zum Workshop «Digitales Edieren in Gedächtnisinstitutionen» beruht auf der institutionellen Erfahrung von mehr als zwanzig Jahren digitalem Edieren an der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel. Dabei werden neben den angesprochenen Punkten weitere Aspekte wie Kooperationen, Standards, Transformationen, Meta- und Forschungsdaten thematisiert, und anhand konkreter Beispiele auch Herausforderungen des Arbeitsgebiets dargestellt.
Dr. Johannes Mangei ist seit 2018 Leiter der Abteilung Neuere Medien, Digitale Bibliothek und Stellvertretender Direktor der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (HAB). In seinen Zuständigkeitsbereich fallen somit u.a. die digitalen Editionen, die an der HAB entstehen. Davor war er in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar sowie in der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen tätig.
Der Vortrag findet vor Ort im Hermann-Escher-Saal der ZB statt und wird live via Zoom übertragen: t.zbzuerich.ch/zoom080725
8. Juli 2025: Workshop
Digitales Edieren in Gedächtnisinstitutionen
Seit der ‚Digitalen Wende‘ sind Gedächtnisinstitutionen mit neuen Aufgaben befasst: Neben der traditionellen Erschliessung von Materialien und Beständen sowie der digitalen Präsentation von Quellen und Dokumenten übernehmen sie in zunehmendem Masse auch weitreichende Aufgaben im Bereich der digitalen Editorik. Sie verfolgen eigene digitale Editionsprojekte, in denen sie ausgewählte Bestände nach philologischen Kriterien öffentlich zugänglich machen, oder arbeiten mit Forschungsteams in Projekten zusammen.
Der Workshop möchte sich näher mit dem digitalen Edieren in Gedächtnisinstitutionen befassen und die gemachten Erfahrungen zusammentragen. Aus der spezifischen Perspektive dieser Institutionen soll der editorische Prozess von der Projektidee über die Umsetzungen bis hin zum Projektabschluss in den Blick genommen werden. Es geht dabei um einen Austausch, der dos und dont’s thematisiert und möglicherweise auch dazu beitragen kann, zukünftige Projekte effizienter zu gestalten und durchzuführen.
Folgende Institutionen haben neben der ZB Zürich ihre Teilnahme zugesagt und werden aus ihren jeweiligen Projekten berichten: Staatsarchiv des Kantons Zürich, Schweizerisches Literaturarchiv (Bern), Universitätsbibliothek Bern, Literaturarchive ETH Zürich (Thomas Mann/Max Frisch), Stadtarchiv der Ortsbürgergemeinde St.Gallen. Die aktive Teilnahme weiterer Editionsprojekte ist ausdrücklich erwünscht! Weitere Informationen
22. März 2023: Der virtuelle St. Galler Globus – Ein Werkstattgespräch

Der berühmte St. Galler Globus ist seit Ende November 2022 online. Dank dem neuen kostenlosen Angebot können Interessierte den Globus aus dem 16. Jahrhundert digital entdecken: https://3dglobus.ch
Der St. Galler Globus gehört zu den bedeutendsten kulturhistorischen Objekten der Schweiz. Untersuchungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass er von Tilemann Stella konzipiert und um 1576 fertiggestellt wurde. Er kombiniert Himmel und Erde auf derselben Kugeloberfläche. Das Original gehört der Zentralbibliothek und steht heute im Landesmuseum in Zürich. Eine originalgetreue Replik befindet sich in der Stiftsbibliothek St. Gallen. Der neu entwickelte Online-Globus ermöglicht es, orts- und zeitunabhängig, bequem alle Details an dem 2.3 Meter hohen Instrument zu betrachten.
Der St. Galler Globus Online wurde nach mehrjährigen Vorarbeiten in Zusammenarbeit mit der Forschungsgruppe Knowledge Visualization der Zürcher Hochschule der Künste erarbeitet und ist jetzt für die Öffentlichkeit zugänglich. In dem Werkstattgespräch wird erläutert, welche Herausforderungen dabei zu meistern waren und mit welchen konzeptionellen, gestalterischen und technischen Lösungen man ihnen begegnet ist. Es soll auch ein Ausblick getan werden, welche weitere Umsetzungen auf diesem Basismodell aufbauen können.
Sprecher:
- Niklaus Heeb, Leiter Knowledge Visualization, ZHdK
- Dr. Jost Schmid-Lanter, Leiter Abteilung Karten und Panoramen, ZB ZH
- Jonas Christen, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Knowledge Visualization, ZHdK
3. November 2021: Bullingers Briefwechsel
Öffentliche Vorstellung des digitalen Erschliessungsprojekts «Bullinger digital»
Vom Zürcher Reformator Heinrich Bullinger (1504-1575) sind rund 12‘000 Briefe überliefert, die er selbst geschrieben oder erhalten hat. In den vergangenen drei Jahrzehnten wurde rund ein Viertel der Briefe vom Institut für Schweizerische Reformationsgeschichte der Universität Zürich ediert. Mit dem Projekt «Bullinger digital» soll nun der gesamte Briefwechsel gescannt, digital erfasst, durchsuchbar und übers Internet zugänglich gemacht werden. Dafür kommen modernste Technologien zum Einsatz, um den zeitaufwändigen Prozess der Transkription und die Übersetzung der vorwiegend in Latein und Frühneuhochdeutsch verfassten Briefe in modernes Deutsch zu beschleunigen. Nach knapp einem Jahr Projektlaufzeit bietet sich im Rahmen der Veranstaltungsreihe «Aus der digitalen Werkstatt» die ideale Gelegenheit, die verschiedenen Aspekte von «Bullinger digital» zu beleuchten.
Im Staatsarchiv Zürich und in der Zentralbibliothek Zürich liegt der Grossteil von Bullingers Korrespondenz. Beide Institutionen sind als Projektpartner von «Bullinger digital» gegenwärtig mit der Digitalisierung der Briefe beschäftigt.
31. August 2021: Einführung in Theorie und Praxis der OCR mit neuronalen Netzwerken
Optical Character Recognition (OCR), die automatische Texterkennung, ist eine der wichtigsten Methoden im Bereich der Retrodigitalisierung. Dadurch werden grosse Textmengen maschinell lesbar und durchsuchbar gemacht. Insbesondere die Texterkennung von gedruckten historischen Dokumenten weist Erfolge auf, bleibt aber nach wie vor anspruchsvoll: Frakturschrift, Flecken auf den Seiten, durchscheinender Text sowie verschiedene Schriftgrössen führen dazu, dass ältere OCR-Systeme oft unverständliche und verstümmelte Texte extrahieren. Hier funktioniert die Textsuche anschliessend nur schlecht. Moderne auf neuronalen Netzwerken basierende OCR-Systeme schaffen neuerdings Abhilfe und sind in der Lage, Buchstaben zuverlässig und korrekt zu erkennen.
In unserem 90-minütigen Workshop erklärten wir im ersten Teil die theoretischen und technischen Grundlagen von OCR, im zweiten Teil wendeten wir uns der Praxis zu. Mit Hilfe des Tools «Transkribus» konnten die Teilnehmenden digitale Dokumente für die Texterkennung vorbereiten und erlernten zudem, wie das Trainieren eines eigenen Modells funktioniert.
05. März 2020: Quality Assurance für Digitalisierungsprojekte
Martina Hoffmann: «Ein Überblick über Quality Assurance Workflows für Digitalisierungsprojekte»
Die Digitalisierung von Manuskripten, Büchern oder anderem Kulturerbe gehört mittlerweile für viele Institutionen zum Tagesgeschäft. Inzwischen gibt es globale Standards für ein «gutes» Digitalisat und unzählige Software-Pakete unterstützen den Digitalisierungsworkflow oder scheinen diesen gar massgeblich zu steuern. Wie findet man sich im Dschungel der Möglichkeiten zurecht? Worin unterscheiden sich Digitalisierungsprojekte und worin gleichen sie sich? Welche Grundkenntnisse sind zentral für eine erfolgreiche Quality Assurance? Der Vortrag gibt darauf Antworten.
Florian Steffen: «Die Teil-Automatisierung des Zeitungsdigitalisierungsprozesses in der NB»
Bei der Digitalisierung von Zeitungen treffen zwei Faktoren aufeinander: der Umfang der zu digitalisierenden Seiten und die strukturelle Komplexität des Mediums Zeitung. Beides zusammen führt zu komplexen Datenmengen, deren Qualität geprüft werden muss. Die Schweizerische Nationalbibliothek setzt dazu auf einen vollständig kontrollierten, IT-gestützten Digitalisierungsprozess und strebt einen möglichst hohen Automatisierungsgrad an. Der Vortrag stellt diesen Prozess vor und erläutert, wie sich die Quality Assurance in der NB in den letzten Jahren zu diesem Modell hin entwickelt hat.
30. Oktober 2019: The present and future use of the Metamorfoze Preservation Imaging Guidelines
The speaker
Hans van Dormolen worked in the Metamorfoze programme (the Netherlands‘ national programme for the preservation of paper heritage), which is situated in the National Library of the Netherlands in The Hague (Koninklijke Bibliotheek). He’s the author of several important Preservation Imaging Guidelines, e.g. the «Metamorfoze Preservation Imaging Guidelines, Image Quality, Version 1.0». He was awarded in 2014 for his work in objective capture practices for cultural heritage imaging by the Society for Imaging Science and Technology (IS&T). Van Dormolen works now as an independent imaging consultant (Imaging & Preservation Imaging, Haarlem, The Netherlands).
The lecture
Hans van Dormolen will give an introduction of the Metamorfoze Preservation Imaging Guidelines. He explains the what, why and how of its basic principle «What you see is what you get». This basic principle is granted in all three Metamorfoze quality levels. And he will present the new elements of version 2.0 of the Metamorfoze Preservation Imaging Guidelines. Version 2.0 is under construction now and will be published later this year.