«Chateau de Laeken. Edwin Ganz, 19. I. 1903.» Fotograf unbekannt. <br>(Bild: ZB Zürich, FA Ganz 26)

Dass die Graphische Sammlung der ZB Kunstwerke hütet, ist bekannt. Doch wer über Kunstschaffende und Kunst forscht, tut gut daran, auch die vielfältigen Archivalien vom Mittelalter bis in die neuste Zeit in der Handschriftenabteilung einzubeziehen: vom umfangreichen Künstlernachlass eines Oskar Kokoschka, eines Johannes Itten oder einer Isa Hesse-Rabinovitch über die Tagebücher, Texte und Werkdokumentationen von Hermann Hubacher oder «Pitschi»-Erfinder Hans Fischer und einzelne Künstlerdossiers im Archiv der Galerie Susanna Kulli bis hin zum raren Einzelstück.

Da wären zuerst die Originalkunstwerke zu nennen: Buchmalereien in Gebetbüchern des 15. und 16. Jahrhunderts, die noch längst nicht alle ihren Werkstätten zugeordnet werden konnten, Einträge in Freundschaftsalben, humorvolle Briefzeichnungen, kleinformatige Landschaftsaquarelle und Porträts oder Entwürfe zu künstlerischen Werken. Als Beispiele seien Johann Friedrich Overbeck, David Hess, Joan Miró und Jean Tinguely genannt.

Unsere Sammlung eigenhändiger Künstlerbriefe von Johann Heinrich Füssli und Angelika Kauffmann über Sophie Taeuber-Arp bis Thomas Hirschhorn dokumentiert Lebensstationen, Netzwerke und das Selbstverständnis dieser Kunstschaffenden. Zu nennen sind auch die Dokumente bedeutender Kunsthistoriker und -kritiker wie Gotthard Jedlicka, dessen Werk zurzeit neu ediert wird, SIK-Direktor Marcel Fischer und «DU»-Redaktor Manuel Gasser.

Wer Zeit in die Recherche investiert, kann bisher nicht Beachtetes entdecken. Manchmal ist es nur ein kleines Detail, das Aufschluss zur Biografie oder zum Stilideal gibt, beispielsweise die Unterschrift der Thurgauer Kunststudentin Martha Haffter im Gästebuch der Rudolf-Koller-Jubiläumsausstellung im Kunsthaus 1898. Manchmal wird ein ganzes Künstlerleben in einem Bündel Archivalien wachgehalten. Wir zeigen dazu eine Fotografie des in Zürich geborenen Militär- und Pferdemalers Edwin Ganz. Seine Briefe und Fotos zwischen 1888 und 1932 berichten das Wesentliche über seine heute vergessene Karriere in Belgien.

Gerne berät Sie die Handschriftenabteilung bei Ihren Recherchen zu Kunstschaffenden und zur Kunstgeschichte.

 - Monica Seidler-Hux
Handschriftenabteilung