Hat Sabine Boss beim Verfassen der berndeutschen Dialoge bereits die Stimme von Goalie-Darsteller Marcus Signer im Ohr? Finden sich diese Dialoge im fertigen Film telquel wieder?

Wie kommt Peter Luisi bei der Arbeit an Gottfried Kellers «Kleider machen Leute» auf die irrwitzige Idee, Beat Schlatter während einem Fussballspiel nackt aufs Feld zu schicken? Und was hat «Flitzer» mit Gottfried Kellers Novelle am Hut?

Was geht Micha Lewinsky durch den Kopf, wenn er für seinen brandneuen Film über den Fichen-Skandal den Titelsong von Franz Schnyders 1941 entstandenem «Gilberte de Courgenay» ausgräbt?

Flitzer – Moskau – Goalie

Dieses und vieles mehr diskutieren wir mit den Autor*Innen von «Dr Goalie bin ig», «Flitzer» und «Moskau Einfach!» ausgehend von Stellen, die sie aus ihren Drehbüchern vorlesen.

Dies zum einen, weil uns Wunder nimmt, wie Schweizer Filme entstehen. Dies aber auch, weil Drehbücher in Archiven und Bibliotheken ein Aschenbrödel-Dasein führen und es im filmaffinen 21. Jahrhundert höchste Zeit ist, sie aus ihrem Dornröschenschlaf zu wecken.

 Die Veranstaltung finden Sie hier.

Drehbücher, ein Kulturgut

Anders, als man annehmen möchte, sind Drehbücher keine schludrig verfassten Anleitungen für einen Film, sondern eine eigenständige literarische Gattung, verwandt dem Drama. Auch zeugen sie in mannigfaltiger Weise nicht nur von der Kreativität ihrer Verfasser, sondern als Kulturgut auch von der Zeit und der Gesellschaft, in der sie entstehen.

Die Zentralbibliothek Zürich sammelt in Zusammenarbeit mit der Zürcher Filmstiftung und der Cinémathèque seit knapp 20 Jahren Schweizer Drehbücher.

Im Rahmen der anlässlich des am 27. Oktober stattfindenden Welttag des Audiovisuellen Erbes organisierten Veranstaltung bietet die Zentralbibliothek eine einmalige Gelegenheit solche Drehbücher zu entdecken und drei der derzeit erfolgreichsten Schweizer Drehbuchautor*Innen kennen zu lernen. Damit wer die Filme nicht bereits kennt auch weiss, wie diese auf Leinwand aussehen, zeigt das Kino Stüssihof diese in Sondervorstellungen am Sonntag, 25. Oktober und Mittwoch, 28. Oktober.



Filmjournalistin und ZB-Fachreferentin für Film