Seit 1988 ist eine deutliche Erwärmung auf der Erde feststellbar, die im Unterschied zu früheren Warmzeiten schnell und global vor sich geht. Naheliegenderweise beschäftigt sich die interdisziplinäre Forschung mit den Ursachen für diesen Prozess und möglichen Szenarien, wie er gebremst werden könnte. Die momentane Situation ist auch Anlass in die Vergangenheit zu blicken, um die Abläufe der Gegenwart in einen historischen Kontext setzen zu können. In den letzten Jahren sind zahlreiche Arbeiten publiziert worden, die eine Rekonstruktion des Klimas für die Schweiz zulassen. Die gesammelten Daten reichen bis in die Vorgeschichte zurück. Anhand von archäologischen Funden und zahlreichen historischen Dokumenten wird in der Ausstellung die Klimageschichte Zürichs beleuchtet, und zwar von den neuen Grabungen beim Opernhaus (Neolithikum) bis zur letzten «Seegfrörni» von 1963. Ein besonderer Fokus liegt auf den Arbeiten des Zürcher Universalgelehrten Johann Jakob Scheuchzer, der vor genau 350 Jahren geboren ist (2. August 1672) und nicht nur als erster Schweizer barometrische Höhenmessungen vornahm, sondern auch instrumentelle meteorologische Daten erhob und an einem europäischen Netzwerk zur Wetterbeobachtung und Wettervorhersage arbeitete.