Vor 50 Jahren erhielten die Schweizerinnen endlich das Stimm- und Wahlrecht. Wir haben uns das Jubiläum zum Anlass genommen, darüber nachzudenken, wie sich Frauen vorher eine Stimme verschafft und welche Spuren sie in der Geschichte Zürichs hinterlassen haben. Entstanden ist die Ausstellung «Starke Zürcherinnen – Wie sie vor 1971 Einfluss nahmen». Sie ist noch bis zum 11. Dezember im Themenraum Turicensia und in der Schatzkammer der Zentralbibliothek zu sehen.

Frauenleben erforschen

Für die Ausstellung haben wir unsere Sammlungen nach spannenden Dokumenten von und über Frauen durchforscht, um Besucherinnen und Besuchern Einblick in Zürcher Frauenleben vor 100, 300 oder 500 Jahren zu geben. Unsere Schau kann aber nur einige wenige der Frauen würdigen, die Zürich mitgeprägt haben. Viele Geschichten warten noch darauf, entdeckt zu werden. Deshalb haben wir in Kooperation mit dem Frauenstadtrundgang Zürich einen Workshop entwickelt, um Interessierte in die Frauengeschichtsforschung einzuführen. Wenn Sie sich für die Erforschung von Frauenleben in früheren Zeiten interessieren und mehr darüber erfahren möchten, wie uns Schriftstücke aus Archiven und Bibliotheken Einblicke in diese Lebenswelten ermöglichen, sind Sie bei uns genau richtig.

Abschnitt zur Geschichte des Fraumünsters in Heinrich Bullingers «Tigurinerchronik»

Blick in die Archive

Obwohl sich Historikerinnen und Historiker seit dem letzten Viertel des 20. Jahrhunderts vermehrt mit Frauengeschichte auseinandergesetzt haben, wird heute noch vergleichsweise wenig zu Frauen geforscht. Ein Grund dafür sind auch die Quellen: Viele Archive bewahren hauptsächlich Dokumente aus Gesellschaftsbereichen auf, die lange Zeit von Männern dominiert wurden. Ein Beispiel dafür sind Nachlässe von einflussreichen Persönlichkeiten aus der Politik, der Wirtschaft oder der Wissenschaft. Das Familien- und Arbeitsleben von Frauen, aber auch von Männern aus den unteren sozialen Schichten, ist hingegen weniger gut dokumentiert.

Spurensuche in der ZB

Um Quellen zur Frauengeschichte ausfindig zu machen, ist deshalb oft etwas Findigkeit gefragt. Expertinnen und Experten aus der ZB und vom Frauenstadtrundgang verraten Ihnen, wie man vorgeht, teilen Recherchetipps und -tricks und zeigen historische Originaldokumente. Sie erfahren auch, welche Quellenbestände in der ZB aufbewahrt werden, und wie man mit Archivmaterialien arbeitet.

Diplom von Marie Heim-Vögtlin, der ersten Schweizer Ärztin

Interesse geweckt?

Die Veranstaltung richtet sich an alle Geschichtsinteressierten, die mehr über die Zürcher Frauengeschichte und die Sammlungen der ZB wissen möchten. Es sind keine besonderen Vorkenntnisse notwendig. Der Workshop findet zweimal statt, und zwar am 13. und 20. November jeweils von 14 bis 15.30 Uhr. Melden Sie sich jetzt an!



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