Für viele ist der deutsche Bibliothekartag das Ereignis des Jahres: Man informiert sich dort nicht nur über die neusten Themen und Trends in der Bibliothekswelt und kann sich darüber mit vielen Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Ländern und unterschiedlichen Bibliothektypen austauschen. Der Bibliothekartag ist darüber hinaus auch ein hervorragender Ort der Netzwerkpflege.

Ein Jahr Pause, nun bald in Bremen und an anderen Orten

Nachdem der Bibliothekartag im vergangenen Jahr aufgrund der Pandemie abgesagt werden musste, war das Bedauern in der Community gross und man hörte hier und da leise hoffend: «Aber dann im nächsten Jahr wieder…?» Ja, in diesem Jahr findet der Bibliothekartag wieder statt und zwar vom 16. bis 18. Juni in Bremen. Und nicht nur dort, sondern eigentlich auch an vielen weiteren Orten, denn coronabedingt wird die Veranstaltung hybrid durchgeführt: Einige wenige sind nach Bremen eingeladen, die meisten schalten sich jedoch von ihren jeweiligen Wohn- oder Arbeitsorten aus zu.

Virtuelle Durchführung als Chance

Mit Blick auf den informellen Austausch, auf die sich zufällig ergebenden Gespräche und Begegnungen ist das sicher ein kleiner Wermutstropfen. Die virtuelle Durchführung eröffnet vielen jedoch auch die Möglichkeit zur spontanen Teilnahme oder zur Teilnahme nur an einzelnen Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden, ohne dass man eine lange Anreise auf sich nehmen muss; ohne dass die Abwesenheiten abgestimmt und Dienstpläne angepasst werden müssen; oder ohne das Budget mit weiteren Spesen zu belasten. Für viele, vor allem kleinere Bibliotheken, kann dies wohl als grosses Plus gewertet werden. Man darf also gespannt sein, wie sich die hybride Durchführung des Bibliothekartags bewährt.

Auch die ZB ist aktiv dabei

Passend zu diesem für den Bibliothekartag neuen Format lautet das diesjährige Motto gut hanseatisch «buten un binnen – wagen un winnen» (deutsch: In der Fremde und Zuhause – wagen und gewinnen) und stellt einmal mehr die Innovationskraft von Bibliotheken ins Zentrum. Das Programm ist, wie man das aus den Vorjahren kennt, enorm breit und reichhaltig und es sind auch einige Mitarbeitenden der ZB unter den Referierenden:

  • Christian Oesterheld referiert zusammen mit Benjamin Scher (Universität St. Gallen) über die Strategiepraxis an der ZB. Sie geben Einblicke in ein gemeinsam mit dem RISE Management Innovation Lab der Universität St. Gallen dazu durchgeführtes Forschungsprojekt.
  • Susanne Uhl informiert zusammen mit Lukas Hefti (Kantonsbibliothek Thurgau) über die Revision der Schweizer Bibliotheksstatistik.
  • Claudius Lüthi erläutert, wie Scrum und agile Produktentwicklung im Projekt- und Arbeitsalltag der ZB eingesetzt werden.
  • Stefan Wiederkehr zeigt auf, welche neuen Chancen sich aus Citizen Science gerade für wissenschaftliche Bibliotheken ergeben.

Bibliothekartag – man kann eigentlich nur gewinnen

Und übrigens: Der Bibliothekartag ist nicht nur etwas für Bibliothekarinnen und Bibliothekare. Stöbern Sie im Programm und lassen Sie sich inspirieren. Eine Anmeldung ist auch noch während der Veranstaltung möglich. Alle notwendigen Informationen können der Website entnommen werden.

    

Wissenschaftliche Mitarbeiterin Direktion