Wer nicht über eine Universitätsbibliothek Zugang zu kostenpflichtigen wissenschaftlichen Artikeln hat, steht oft vor der sogenannten «Bezahlschranke»: um einen Text lesen zu können, muss man ihn bezahlen. Aber auch gut ausgestattete Bibliotheken wie die Zentralbibliothek können nicht alles lizenzieren und wichtige Inhalte bleiben für die Hochschulangehörigen verborgen.

Doch immer mehr wissenschaftliche Artikel werden von den Forschenden - zusätzlich zur Verlagsveröffentlichung - frei im Internet zur Verfügung gestellt. Und nun kommt das Beste: Es gibt Browser-Erweiterungen, die Sie beim Browsen auf frei verfügbare Versionen wissenschaftlicher Artikel hinweisen – kostenlos, ganz legal und ohne langes Suchen:

Stossen Sie beim Browsen auf einen wissenschaftlichen Artikel ohne Zugriff, prüfen alle drei Tools automatisch den alternativen Zugang aus über 25 Millionen frei verfügbaren Artikeln. Ist dies erfolgreich, erscheint im Browser automatisch ein Button, den Sie nur noch anklicken müssen, um zur freien Version zu gelangen. 

Das funktioniert sehr gut, in Einzelfällen kann der Hinweis aber auch mal fehlen. Zum Beispiel, wenn auf der Seite, auf der Sie sich befinden, der relevante Identifikator für einen Artikel fehlt. Dennoch sind die Erweiterungen eine sehr hilfreiche Sache – sie kosten nichts und machen keine Arbeit.

Warum gibt es frei verfügbare Versionen? Ein wenig Hintergrund zu Open Access

Die aktuelle Corona-Krise hat noch einmal mit aller Deutlichkeit gezeigt, wie wichtig der freie Zugang zu neuen und relevanten Forschungsergebnissen ist. Doch auch ohne Pandemie und Krise fordern Forschende, Bibliotheken und die Politik den unbeschränkten und kostenlosen Zugang zu wissenschaftlicher Information im Internet. Denn im bisherigen System zahlt die Öffentlichkeit mehrfach: Öffentlich finanzierte Bibliotheken müssen die Ergebnisse aus öffentlich finanzierter Forschung von privaten Verlagen kaufen, damit diese gelesen werden können.

In einer idealen Welt…

… wäre das Publikationswesen so gestaltet, dass Verlage nicht für das Lesen, sondern das Veröffentlichen vergütet werden. Dann wären alle Veröffentlichungen sofort für alle frei und kostenlos lesbar. Das ist das sogenannte «Goldene» Open Access. An diesem Ziel wird international und auf vielen Ebenen gearbeitet

Auf dem Weg dahin

Die sogenannte Transformation des Publikationswesens zu Open Access ist ein langer Weg – der auch einiges kostet. Bis dahin braucht es auch pragmatische Lösungen. Zum Beispiel können wie oben beschrieben Forschende ihre Arbeiten zusätzlich zur Veröffentlichung im Internet frei zugänglich machen, oft auf dem Publikationsserver ihrer Hochschule. Das ist das sogenannte «Grüne» Open Acces», dessen Nutzung mit den oben vorgestellten Tools unterstützt wird.

Auf der nationalen Ebene wird in der Schweiz das Ziel verfolgt, Open Access zum Standard zu machen: mit einer nationalen Open Access-Strategie wonach bis 2024 sämtliche Publikationen aus öffentlich finanzierter Forschung in Open Access zugänglich sein sollen. Dies ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu Open Science.



Koordination Open Access