Die Zürcher Fotografin Gertrud Vogler

Gertrud Vogler (1936–2018) hielt eine bewegte Zeit in Bildern fest: Sie fotografierte Strassenproteste und Hausbesetzungen, das Drogenelend auf dem Platzspitz und am Letten, die Frauenbewegung, Randgruppen, aber auch Arbeiterinnen und Arbeiter sowie den ganz normalen Alltag. Ihre Reportagen und Fotoporträts entstanden zu einem grossen Teil in Zürich und dokumentieren das letzte Viertel des 20. Jahrhunderts auf eindrückliche Weise. Die autodidaktische Fotografin, die während über 20 Jahren für die WOZ arbeitete, war nah dran und begegnete den Porträtierten stets auf Augenhöhe.
Die Neuerscheinung «Gertrud Vogler. Soziale Brennpunkte. Fotografien aus einer Zeit im Umbruch 1975–2000» zeigt zahlreiche ihrer sozialdokumentarischen Bilder. Die Fotografien sind thematisch gebündelt und werden von einordnenden Texten begleitet. So schreibt WOZ-Journalistin Daniela Janser über Voglers Porträts, die Historikerinnen Elisabeth Joris und Anne-Christine Schindler sprechen über die Frauenbewegung und der Stadtforscher und emeritierte Professor Christian Schmid erzählt von Zürich als Stadt im Ausnahmezustand.
Der Bildband ist eine überzeugende Hommage an die Zürcher Fotografin Gertrud Vogler und die erste Monografie zu ihrem Schaffen, das im Schweizerischen Sozialarchiv aufbewahrt wird. Zugleich erzählt das Buch ein Stück Zeitgeschichte. In unserer Turicensia Lounge steht es zum Blättern, im Freihandbestand zum Ausleihen bereit. Weitere Bücher mit Fotografien von Gertrud Vogler finden Sie bei uns ebenfalls.