Die von Orelli – eine Zürcher Familie aus Locarno

Katholisch werden oder auswandern? Vor diese Entscheidung standen im 16. Jahrhundert die protestantischen Bewohnerinnen und Bewohner Locarnos. Die de Orello wanderten aus – nach Zürich, wo sie zu den von Orelli wurden. Die Familie brachte einflussreiche Persönlichkeiten, aber auch Verbrecher und Gescheiterte hervor. Eines der namhaftesten Familienmitglieder ist Johann Caspar von Orelli (1787−1849), Gründervater der Universität Zürich und Oberbibliothekar der Stadtbibliothek, einer Vorgängerinstitution der Zentralbibliothek Zürich.
In der Neuerscheinung «Die von Orelli. Glaube – Seide − gute Partien» stellen die Historikerinnen Helene Arnet und Denise Schmid rund 30 von Orelli vor. Auch interessante Frauenfiguren erhalten in den leichtfüssigen Texten eine Bühne, etwa die Dichterin Bertha von Orelli-Ziegler (1819−1891) und die Frauenrechtlerin Mathilde Schneider-Orelli (1883−1983). Thematische Essays strukturieren die Porträts und leiten sie ein, kurze Hintergrundtexte skizzieren den historischen Rahmen. Im Auftrag der Familie von Orelli haben die Autorinnen eine gehaltvolle Familiengeschichte in bekömmlichen Happen geschrieben, die bis in die Gegenwart führt.
«Die von Orelli» steht in unserer Turicensia Lounge zum Blättern, bald auch im Freihandmagazin zum Ausleihen bereit. Neugierig geworden? Wer noch mehr über die Familie von Orelli wissen möchte, wird bei uns in weiteren Publikationen und im Manuskript «Locarnische Verfolgung» fündig. Wir bewahren zudem das Familienarchiv, einen Nachlass sowie Johann Caspar von Orellis Privatbibliothek auf.