Ankündigung der Schaustellung eines Löwen, [1715]

Haben Sie die ersten Tage im neuen Jahr frei und unternehmen gerne etwas Spannendes? Geniessen Sie vielleicht die Abwechslung eines Theater- oder Zoobesuchs?

Bereits vor 300 Jahren liessen sich die Zürcher und Zürcherinnen mit aufregenden Darbietungen unterhalten. So konnte man 1715 einen lebenden Löwen beim Gasthaus «Storchen» bestaunen. Für das Ereignis wurde ein Flyer gedruckt, der waghalsige Kunststücke ankündet: «Sein [des Löwen] Meister tuht seine Hand in seinen Rachen / und ziehet seine Zunge herauß / […] deßgleichen stekt er auch seinen Kopf in seinen Rachen…» Aber auch die Zuschauer und Zuschauerinnen durften ihren Mut unter Beweis stellen, denn «[d]er Löu lässt sich auch anrühren von allen Leuthen ohne Schaden…». Besonders Furchtlose konnten sogar «ein Glaß Wein auf seinem Rücken sitzend trinken», allerdings nur, «wann sein Meister dabey ist».

Weitere solch seltene Zeugnisse der Zürcher und Schweizer Vergangenheit finden Sie in unserer neuen e-rara-Kollektion «Ephemera». Sie wird laufend angereichert.

– Dr. Nicole Matter