Der Lehrmittelverlag Zürich feiert Geburtstag

Haben Sie Ihre Schulbücher noch in Geschenkpapier eingefasst und Ende Schuljahr an den nächsten Jahrgang weitergegeben? Oder gehören Sie einer Generation an, die in allen Fächern eigene Bücher hatte? Schulbücher verändern sich – nicht nur in der Handhabung, auch bezüglich Inhalt und Konzept. Seit 175 Jahren ist der Lehrmittelverlag Zürich Teil und Treiber dieses gesellschaftlichen Wandels zwischen Buchdeckeln.
Mit dem Jubiläumsbuch «Bitte nicht ins Buch kritzeln!» hat der Verlag für einmal kein Lehrmittel veröffentlicht, sondern eine Anthologie, die in erster Linie unterhalten will – was auch bestens gelingt. Verlagsleiter Dirk Vaihinger hat eine illustre Runde zusammengetrommelt: Der Band vereint Beiträge von Peter Stamm, Charles Lewinsky, Seraina Kobler, Thomas Strässle, Silvia Steiner und von vielen weiteren bekannten und auch etwas weniger bekannten Namen aus Kultur, Politik und Pädagogik. Neben Erinnerungen an Schulbücher und die eigene Schulzeit birgt sie zudem ein literaturhistorisches Highlight: den Maturaufsatz von Max Frisch aus dem Jahr 1930, der nach Jahrzehnten wieder aufgetaucht ist. Die Geschichte hinter diesem Sensationsfund liefert der Band gleich mit. Ebenfalls zu Wort kommen die, die dank Lehrmitteln etwas lernen sollen: heutige Schülerinnen und Schüler.
Als Kantonsbibliothek sammelt die Zentralbibliothek Zürich alle Publikationen des Lehrmittelverlags Zürich – im ausleihbaren Bestand sowie im Verlagsbucharchiv, das Forschenden zur Verfügung steht.