Jakob Eggli, Uster von Hasenbühl aus, zwischen 1847 und 1856, Gouache

Jakob Eggli stammt aus Dachsen im Zürcher Weinland. Er spezialisierte sich auf Landschaften und Ortsansichten der Kantone Zürich, Schaffhausen und Thurgau sowie Süddeutschlands. Seine Kunstwerke haben einen hohen Wiedererkennungswert: Sie zeichnen sich durch einen eigentümlichen, leicht naiven Malstil, eine skizzenhafte Zeichnung, satte Farben und ein leicht hingeworfenes, paradiesisch anmutendes Laubwerk aus.

Seine Ausbildung erhielt Eggli bei Heinrich Uster in Feuerthalen, einem Vertreter der von Johann Heinrich Bleuler gegründeten gleichnamigen Malerschule. Von seinem Lehrer übernahm Eggli die Technik der Gouachemalerei, der er Zeit seines Lebens treu blieb. Auch Eggli wurde Mitarbeiter im Verlag von Bleuler, der seinen Sitz auf Schloss Laufen hatte. Wie sein Patron erwarb er mit Schloss Widen in der Gemeinde Ossingen bei Andelfingen einen standesgemässen Sitz und gründete dort 1836 einen eigenen Verlag. Obwohl seine Kunstwerke begehrt waren, trieb ihn der Schlossbesitz 1840 in den Ruin.

Egglis Ortsansichten sind von hohem dokumentarischem Wert für die Siedlungsstruktur im zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts. Traditionell ist die Dekoration der Ansichten mit rahmenden Bäumen und Staffagefiguren im Bildvordergrund in Gestalt von arbeitenden Bauern oder Spaziergängern.

Eine Auswahl an Bildern Jakob Egglis ist zugänglich auf e-manuskripta.