Anna Fries portätiert von Betsy Meyer im April 1877.Am 11. Juli 2026 jährt sich der Todestag von Anna Susanna Fries (1827–1901) zum 125. Mal. Die Künstlerin kam 1827 in Zürich zur Welt und startete hier ihre Karriere. Als Porträtistin bereits in jungen Jahren sehr gefragt, schuf sie Bildnisse für die höhere Gesellschaft Zürichs, wie ein Porträt der kindlichen Bertha Rieter-Bodmer mit Blumen oder des altehrwürdigen Geologen Arnold Escher von der Linth (heute im Besitz der ETH).

Bald wandte sich die Malerin auch der künstlerischen Wandgestaltung in der Sgraffitotechnik zu und präsentierte ihre Entwürfe unter anderem 1873 erfolgreich an der Weltausstellung in Wien. Eine weitere grosse, vielleicht die wichtigste Leistung von Fries war die Gründung einer «Kunstschule für Damen» in Florenz, die sie von 1871 bis 1875 leitete. Zu ihren Schülerinnen zählten neben Clara von Rappard auch Jenny Hippenmeyer und Emma Bindschedler oder die Norwegerin Harriet Backer. Immer wieder zog es die Künstlerin in die Ferne, ausser Italien auch weiter nach Ägypten und in den Nahen Osten, wovon einige Skizzen und Ölstudien zeugen.

Heute wissen wir nur noch wenig von der Künstlerin, die zu ihrer Zeit vielbeschäftigt und geschätzt war, nach ihrem Tod aber in Vergessenheit geriet. In der Zentralbibliothek Zürich war 2025 ein Selbstporträt von Fries aus Privatbesitz als zentrales Stück der Ausstellung «In Frauenhand | In Her Hand» zu sehen. Inzwischen ist auch ein Bestand an Werken der Künstlerin in der Graphischen Sammlung der ZB entstanden. Vermutlich hängen noch einige Porträts von ihrer Hand in Zürcher Wohnungen, oft schlicht signiert mit «A. Fries».


Header-Bild: Ausschnitt aus Fries, Anna. [Porträt Bertha Rieter-Bodmer im Alter von vier Jahren]. Zürich, 1861, https://doi.org/10.7891/e-manuscripta-189244