Künstlerische Intervention: Untersuchte beobachtete Natur (Cornelia Hesse-Honegger)
Thursday, 23. October 2025
18:00 - 19:00 o'clock
Cornelia Hesse-Honegger (*1944) bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Kunst. Ihre Eltern waren Warja Lavater, eine bedeutende Book Art-Künstlerin, und Gottfried Honegger, ein wichtiger Exponent der konstruktiv-konkreten Kunst. Nach dem Vorkurs an der Kunstgewerbeschule absolvierte Cornelia Hesse-Honegger ihre Ausbildung als naturwissenschaftliche Zeichnerin am Zoologischen Institut der Universität Zürich.
Bereits ab 1967 befasste sie sich mit Mutationen bei Frucht- und Stubenfliegen, die im Labor erzeugt wurden: «Sie wurden für mich zu Prototypen, zu Visionen einer zukünftigen menschgemachten Naturform.» Seit der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl (1986) dokumentierte die «Wissenskünstlerin» Deformationen von Blattwanzen (Heteroptera) in den vom radioaktiven Fallout betroffenen Gebieten ebenso wie im Umfeld von Atomkraftwerken mit Niedrigstrahlung. In ihren frühen Werken setzte sie sich seit den 1980er-Jahren für den Erhalt der Artenvielfalt ein.
Mit ihrer engagierten Arbeit macht die Künstlerin auf das zerstörerische Potenzial der Radioaktivität aufmerksam. 2015 erhielt sie den Nuclear-Free Future Award in der Kategorie Aufklärung.
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