Bibliotheken sollen sich für mehr Offenheit in Wissenschaft und Gesellschaft einsetzen und den Zugang zu Information für die ganze Bevölkerung möglich machen. Bibliotheken sollen barrierefrei und inklusiv sein: Das heisst einen uneingeschränkten Zugang für alle Nutzenden gewährleisten, unabhängig von ihren Einschränkungen und eine gleichberechtigte Teilhabe an unseren Angeboten. Das betrifft nicht nur Menschen mit körperlichen Einschränkungen, sondern auch solche in prekären sozialen Verhältnissen wie zum Beispiel Sans-Papiers. 

Wer sind Sans-Papiers? 

Sans-Papiers sind Migrantinnen und Migranten ohne geregelten Aufenthaltsstatus. Über die Anzahl der Sans-Papiers in der Schweiz gibt es keine genauen Zahlen. Nach den aktuellsten Schätzungen leben alleine im Grossraum Zürich 19’000 Sans-Papiers. 

Es gibt unterschiedliche Gründe, warum eine Person Sans-Papiers wird. Primäre Sans-Papiers haben nie einen Aufenthaltsstatus in der Schweiz besessen (zum Beispiel Personen mit verfallenem Touristenvisum, nicht bewilligter Familiennachzug, Einreise ohne Visum). Sekundäre Sans-Papiers haben aus unterschiedlichen Gründen ihre Bewilligung in der Schweiz zu leben verloren (zum Beispiel ehemalige Saisonniers oder Migrantinnen und Migranten mit abgelaufener Aufenthaltsbewilligung für eine Ausbildung). Mehr Informationen zu den Sans-Papiers findet man hier. 

Zusammenarbeit mit der PBZ und der SPAZ 

Die PBZ Pestalozzi-Bibliothek Zürich (PBZ) und Zentralbibliothek Zürich (ZB) führen in Zusammenarbeit mit der Sans-Papiers Anlaufstelle Zürich (SPAZ) den Zugang zur Medienausleihe für Sans-Papiers ein. Ab 1. April haben Sans Papiers Zugang zur Bücherausleihe beider Häuser. 

Bis anhin war die Einschreibung für ein Bibliothekskonto für Sans-Papiers in diesen beiden Institutionen nicht möglich, da ein gültiger amtlicher Ausweis für eine Mitgliedschaft nötig war. Ein Postulat des Gemeinderats der Stadt Zürich gab den Anstoss, nach Lösungen zu suchen, um auch Sans Papiers den Zugang zu Büchern und anderen Medien zu ermöglichen. 

Mit dieser nun gemeinsam ausgearbeiteten Regelung machen die PBZ mit ihren 14 und die ZB, als eine der grössten Schweizer Bibliotheken, einen weiteren Schritt, der ganzen Bevölkerung der Stadt Zürich und des Kantons Zürich Zugang zur Bücherausleihe zu ermöglichen. 


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