Hans Schaeuble um 1930

Zu unseren meistgespielten Komponisten gehört Hans Schaeuble, dessen Nachlass in der ZB aufbewahrt wird.

Der Apothekerssohn aus Arosa besuchte Internate in Trogen und Lausanne, wo er Ernest Ansermet hörte und beschloss, Komponist zu werden. So studierte er 1927–1930 am renommierten Konservatorium in Leipzig und liess sich hernach als freier Komponist in Berlin nieder. Dort tobte die Moderne, doch Schaeuble schuf Traditionelles, das später im «Dritten Reich» Gehör finden sollte. Ab 1937 erschienen seine Werke beim bedeutenden Verlag Bote & Bock, 1939 erfolgte als Höhepunkt seiner Karriere die Uraufführung der Sinfonischen Musik für grosses Orchester op. 22 in der Philharmonie.

Schaeuble, der als Bergbub jeden Winter nach Arosa zum Schneesport gefahren war (s. Abbildung), kehrte 1942 endgültig in die Schweiz zurück. Auch dort erlebte er erstklassige Aufführungen, konnte aber nicht mehr an die ganz grossen Erfolge anschliessen und stiess aufgrund seiner Karriere im nationalsozialistischen Deutschland zunehmend auf Ablehnung. So hörte Schaeuble 1968 mit dem Komponieren auf und beschränkte sich auf die Überarbeitung der 51 geschaffenen Werke: Orchester-, Kammer- und Vokalmusik sowie eine Oper, die allerdings nie aufgeführt wurde. Verstorben am 19. Dezember 1988 in Zürich, hinterliess er eine Stiftung, die fortan Musiker und Musikwissenschaftler fördern sollte, die sich seines Werkes annehmen.

Der Nachlass von Hans Schaeuble ist in ZBcollections verzeichnet.