Ulmer Ptolemäus 1482
Die Zentralbibliothek lässt zurzeit ihre wertvollsten und seltensten Atlanten einscannen, um sie auf e-rara.ch für die Öffentlichkeit und die Forschung online zugänglich zu machen. Darunter befinden sich Kartendrucke, die zu den frühesten überhaupt zählen. Die in Ulm 1482 gedruckte Ausgabe einer Ptolemäus-Kosmographie zeigt im Kartenteil («Tabulae») altkolorierte Landkarten, die nach den Instruktionen des alexandrinischen Gelehrten Claudius Ptolemäus im 2. Jahrhundert n. Chr. angefertigt wurden.
Nur zehn Jahre war es her, da die erste Karte überhaupt im Druck erschienen war: Es handelt sich dabei mehr um ein Diagramm, das die bewohnte Welt als einen Kreis mit einem eingeschriebenen «T» darstellt (T-O Schema). Um 1400 wurde die ptolemäische Kosmographie im lateinischen Westen wiederentdeckt, worauf die daraus resultierende Kosmologie und Kartographie die bislang vor allem christlich dominierten Weltbilder ablöste. Mit dem neuen Druckverfahren und der entsprechenden Vervielfältigung erlangte Ptolemäus’ Werk nicht nur eine Wiedergeburt, sondern auch eine noch nie dagewesene Verbreitung in ganz Europa.
