Fritz Pauli (1891–1968)

Der gebürtige Berner Künstler Fritz Pauli (1891–1968) gehört neben Ignaz Epper und Robert Schürch, mit denen er befreundet war, zu den drei grossen expressionistischen Vertretern in der Schweiz. Expressionismus meint, dass diese Kunstwerke eine übersteigerte und aufgewühlte Innenwelt abbilden, wie etwa in Paulis frühem Meisterwerk Gethsemane von 1917. Paulis Hauptarbeitsgebiet war die Druckgrafik, vor allem die Radierung. Bevor sich der Künstler im Tessin niederliess, arbeitete er von 1914 bis 1936 in seinem Zürcher Atelier im Kaspar-Escher-Haus.
Fritz Pauli fand bereits in der Zeit zwischen den Weltkriegen internationale Anerkennung. Seine Porträts, Landschaften und religiösen Themen überzeugen noch heute durch ihre technische Meisterschaft und ein intensives Formerlebnis. Die Kunstwerke zeichnen sich durch einen visionären Charakter, eine bisweilen geheimnisvolle Phantastik und durch einen von humanistischen Überzeugungen angetriebenen Impuls aus.

Im Frühling 2023 erhielt die Graphische Sammlung der Zentralbibliothek Zürich von den Erben von Franz Schatzmann (1914–1961) dessen Sammlung als grosszügige Schenkung. Der Berner Buchbinder war ein früher Förderer und enger Freund des Künstlers und einer seiner bedeutendsten Sammler. Dieser wertvolle Bestand von rund 280 Zeichnungen und 520 Grafiken aus den Jahren 1907–1964 enthält einmalige Probe- und Zustandsdrucke, die den Katalog des graphischen Werkes des Künstlers zu vervollständigen halfen, wie der Autor Paul Freiburghaus 1982 festhielt.
Einer der Söhne von Fritz Pauli war übrigens der Architekt Manuel Pauli, der 1972/73 in Zürich die sogenannte Gemüsebrücke neu erbaute.
- Jochen Hesse
Graphische Sammlung