«Kinder des Friedens. 500 Jahre Täufertum in der Schweiz» herausgegeben von Oliver Dürr, Urs B. Leu, Hanspeter Jecker, Tobias Jammerthal

Vor 500 Jahren fanden in der Stadt Zürich die ersten Erwachsenentaufen statt. Die Täuferbewegung hatte es nicht leicht, die «Kinder des Friedens» wurden verfolgt, vertrieben – und umgebracht. So etwa der Täufermärtyrer Felix Mantz, den Zürich zum Tod verurteilte und 1527 in der Limmat ertränken liess.  

Fünf Autorinnen und Autoren zeichnen im Buch «Kinder des Friedens» die Geschichte der Täuferbewegung nach. Einer davon ist Dr. Urs B. Leu, Leiter unserer Abteilung Alte Drucke und Rara, der auch als Mitherausgeber fungiert. Im Rahmen seiner Forschung zur Reformationsgeschichte stiess Leu vor gut dreissig Jahren eher zufällig auf die «sogenannte Sektengeschichte» der Täufer. Seither hat sie ihn nicht mehr losgelassen.

Das Buch soll auch für «Nichteingeweihte» interessant sein und das ist gelungen. Es begleitet den Dokumentarfilm «Kinder des Friedens», für den Leu als Fachexperte tätig war, sowie die von Leu kuratierte Ausstellung «Verfolgt, vertrieben vergessen» bei uns in der Zentralbibliothek. Zugleich steht es für sich allein.

«Kinder des Friedens» steht bald in unserer Turicensia Lounge zum Blättern sowie im Freihandmagazin zum Ausleihen bereit. Das 2007 erschienene Buch «Die Zürcher Täufer 1525–1700» und die Quellensammlungen zum Täufertum finden Sie bei uns ebenfalls.

Der etwa einstündige Dokumentarfilm wird am 29. Mai im Schweizer Fernsehen gezeigt, die öffentliche Premiere findet Anfang Juni im Rahmen einer Fachtagung an der Universität Zürich statt.