«Die furchtbare Gletscherwelt des Berner Hochgebirges»
«Da liegt dem Schauenden die furchtbare Gletscherwelt des Berner Hochgebirges offen vor Augen.» Dies ist ein Zitat aus der 1832 herausgegebenen Abhandlung «Das Faulhorn im Grindelwald: ein Topographie- und Panorama-Gemälde entworfen von mehreren Alpen-Freunden». Darin wird die herrliche, mit ihrer Mannigfaltigkeit, Ausdehnung und Schönheit einmalige Fernsicht von diesem Berg nicht zuletzt mit dem darin enthaltenen «Panorama vom Faulhorn im Berner-Oberland» von Franz Schmid gewürdigt. Herausgegeben wurde das Büchlein vom Zürcher Johann Jakob Schweizer, der von 1825 bis 1843 Pfarrer in Trub war. Die Einleitung und den ersten Teil über die neue Gastwirtschaft, heute eines der ältesten Berggasthäuser der Alpen, verfasste Schweizer selbst. Zur Topografie des Faulhorns schrieben in ihrer Zeit anerkannte Fachleute Beiträge, unter ihnen Bernhard Studer (1794-1887), Professor der Mineralogie und Mathematik in Bern.
Im letzten, der Aussicht gewidmeten Teil beschreibt, vergleicht, lobt und kritisiert Gottlieb Samuel Studer (1804-1890) das Panorama des Schwyzer Künstlers Franz Schmid (1796-1851). Der Berner Bergsteiger und Pionier des Alpinismus war als Sachbuchautor und Panoramazeichner bekannt, und so wundert es wenig, wie detailliert er das Schmidsche Werk analysiert und auf Unstimmigkeiten aufmerksam macht: «Fehlerhaftes findet sich auf diesem Blatte nur Weniges; doch beliebe man Folgendes darin zu berichtigen: Rechts vom Silberhorn an der Jungfrau fehlt das Mittagshorn, das sichtbar ist und dessen Umrisse auf der Zeichnung mit dem Silberhorn verschmolzen sind. Die Geissfluh sollte von den Wallenstöcken getrennt dargestellt sein, da das Engelbergerthal zwischen diesen beiden Ketten liegt.»
Ist Studers Kritik gerechtfertigt? Finden sich weitere Lücken oder gar Fehler? Um dies zu beurteilen, lohnt es sich, auf den Gipfel zu steigen. Nehmen Sie dann «das neueste, dieser Schrift als ein unentbehrlicher Wegweiser und Leitstern beigelegte, erst im Sommer 1831 von Franz Schmid aufgenommene und auf Stein radierte Panorama zur Hand, das vor den bisherigen die ausgezeichnetsten Vorzüge hat, und die vollständigste Rundzeichnung dieser Prachtsaussicht giebt».
- Ylva Gasser
Karten und Panoramen
