Veröffentlicht am 22.10.2020


Im neuen internen Weiterbildungsformat der ZB, dem Methodencafé, erproben wir neue Arbeitsweisen und -techniken.

Was ist das Methodencafé?

Einmal im Quartal sind alle Kolleginnen und Kollegen eingeladen, zu einem Thema oder einer Fragestellung den gesamten Ideenfindungsprozess durchzuspielen. Wir vom Methodencafé-Team stellen dafür jedes Mal verschiedene Methoden vor.

Machen statt Zuhören

Wir wärmen uns jeweils mit einer Aktivierungsmethode auf, entwickeln viele Ideen mit einer Entwicklungsmethode und denken die besten davon mit einer Ausarbeitungsmethode weiter. Die erarbeiteten Ideen sind in diesem Moment zweitrangig, wir wollen die Methoden kennenlernen und sie direkt anwenden. Uns ist es wichtig, einen Raum zu bieten, in dem die Teilnehmenden diese neuen Arbeitstechniken selbst erfahren können.

Top oder Flop?

Bücher nach jeder Ausleihe entsorgen und neu kaufen, Benutzende gratis und unbegrenzt drucken und kopieren lassen, Geschäftsautos für alle Mitarbeitenden. Diese Ideen entstanden mit der Entwicklungsmethode «Flip-Flop» beim Thema «Grüne Bibliothek». Statt direkt nach Ideen für eine nachhaltigere ZB zu fragen, haben wir uns überlegt, wie die ZB die Umwelt maximal belasten könnte. Durch den Umweg über diese destruktiven Ideen – der übrigens sehr viel Spass machte und für viele Lacher sorgte – entstanden viele hilfreiche Vorschläge: optimierte Beleuchtung in allen Räumen, Prämie für klimafreundlichen Arbeitsweg, Förderung von papierlosem Arbeiten und Home-Office. Wir waren beeindruckt davon, wie viele gute Ideen in kurzer Zeit zusammengekommen sind.

Weshalb brauchen wir überhaupt Kreativitätstechniken?

Aus unserer Erfahrung sind Ideen und Lösungen immer stärker gefragt, gerade weil Anforderungen und Rahmenbedingungen in vielen Arbeitszusammenhängen immer komplexer werden. Ob in Projekten, Teamsitzungen oder der Entwicklung neuer Services: methodisch vorzugehen, lohnt sich – für sich alleine und gemeinsam. Wir alle verbringen viel Zeit in Sitzungen, in denen wir uns in Details verlieren. Wir äussern oft erstmal unsere Bedenken mit einem «Ja, aber» oder geben uns mit der erstbesten Idee aus einem Brainstorming zufrieden. Dabei gehen viel Potenzial, Motivation und Zeit verloren. Und richtig zufrieden sind wir mit dem Ergebnis oft auch nicht. In den Kreativmodus zu wechseln, ist nicht schwierig und bringt Energie für frische Ideen.

Ein neues Weiterbildungsformat

Das Methodencafé ist ein niedrigschwelliges Angebot. Alle Kolleginnen und Kollegen sind eingeladen, teilzunehmen und mitzumachen, unabhängig von Funktion und Abteilung. Dadurch ergibt sich ein schöner Nebeneffekt: Wir können uns intern begegnen, uns austauschen und vernetzen, auch über Abteilungsgrenzen hinweg.

Von der Theorie in die Praxis

Ein wichtiger Teil jedes Methodencafés ist der Abschluss: Wir nehmen uns bewusst etwas Zeit, um gemeinsam zu überlegen, welche Methoden wir in unseren Arbeitsalltag integrieren können. So entsteht nach und nach ein Repertoire an Techniken und Methoden, mit welchem wir im Arbeitsalltag jederzeit ohne viel Vorbereitung in den Kreativmodus wechseln können.

Das Methodencafé in Zeiten von COVID-19

Bisher hat das Methodencafé davon gelebt, dass wir uns physisch in einem Raum getroffen haben. Gemeinsam haben wir grosse Blätter beschrieben und Post-Its auf Wände geklebt. In der Zeit, in der Teamsitzungen per Videokonferenz zur Normalität werden, ist es angezeigt, dass wir unseren persönlichen Methodenkoffer um digitale Werkzeuge erweitern. Auch was eine virtuelle Durchführung des Methodencafés angeht, werden wir in Zukunft einiges ausprobieren.




Leiterin Innovationsmanagement und Projektportfolio

Wissenschaftliche Projektmitarbeiterin