Arbeiterbewegung und Film in der Schweiz

Ab und zu entsteht in der Schweiz ein Spielfilm, der – wie jüngst Cyril Schäublins «Unrueh» – die Anliegen und Geschichte der Arbeiterklasse auf Leinwand bringt.
Zusammengekommen sind Schweizer Film und Arbeiterschaft allerdings nicht auf dem Parkett der Unterhaltung, sondern im Bereich des Dokumentarischen und der Sozialpolitik: 1931 stieg die Sozialdemokratische Partei der Schweiz erstmals mit einem Film – «Ein Werktag» von Richard Schweizer – in den Kampf und die Nationalratswahlen.
Das kam beim Volk derart gut an, dass diverse Arbeiterorganisationen den Film fortan für ihre Propagandazwecke zu nutzen begannen. Nachzulesen ist die Geschichte der sogenannten «Kampagnenfilme» in Stefan Länzlingers und Thomas Schärers 2009 erschienenem Buch «Stellen wir diese Waffen in unseren Dienst. Film und Arbeiterbewegung in der Schweiz».
Das Buch ist kurzweilig geschrieben und enthält eine kommentierte Filmografie. Daraus finden sich sieben Filme auf einer dem Buch beigelegten DVD, andere auf Memobase+. Diese können Sie im Lesesaal unserer Musikabteilung einsehen, der eine von schweizweit 50 Arbeitsstationen für die urheberrechtlich geschützten Filme auf Memobase+ beherbergt.
- Irene Genhart
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