Alfred Polgar

ALFRED POLGAR (Wien 1873 – 1955 Zürich)

ALFRED POLGAR (Wien 1873 – 1955 Zürich)

Alfred Polgar entstammt einer kleinbürgerlichen jüdischen Familie, arbeitet bis 1919 bei der "Wiener Allgemeinen Zeitung" als Journalist und zieht später nach Berlin. Seine scharfsinnigen, witzig-ironischen Feuilletons und Theaterkritiken, von Autoren wie Robert Musil, Kurt Tucholsky, Walter Benjamin und Joseph Roth bewundert, erweisen ihn als herausragenden Meister der „kleinen Form“. Seine von der Wiener Kaffeehaus-Atmosphäre geprägte Prosa wird im Laufe der Zeit zunehmend zeitkritischer und antimilitaristisch. Nach dem Reichstagsbrand flieht er über Prag nach Wien, das er 1938 ebenfalls verlassen muss. Er kommt nach Zürich, wo ihm aber aufgrund eines Gutachtens des Schweizerischen Schriftstellerverbands Aufenthalts- und Erwerbsbewilligung verweigert werden. Dank Carl Seelig kann er trotzdem ein Jahr bleiben. Danach zieht er in die USA. 1952 kehrt er nach Zürich zurück, wo er 1955 im Hotel Urban stirbt.