Röttinger, Glasmaleratelier (1848–1948)

Eingang: 2008

Provenienz: Rudolf H. Röttinger, Zürich.

Bestand: Knapp 1'100 Maquetten und Zeichnungen, circa 200 Bleirisse, 7 Skizzenbücher, Vorlagenmaterial (8 Schachteln sowie 24 Mappen und Bücher), rund 650 Fotoplatten, 8 Fotoalben und rund 100 Fotografien. Der Bestand ist durch ein Inhaltsverzeichnis aufgeschlüsselt. Der schriftliche Nachlass (Handschriftenabteilung) ist chronologisch und alphabetisch inventarisiert. Der graphische Nachlass ist durch Zuordnung an den Vater Johann Jakob Röttinger (1817–1877) und den älteren Sohn Jakob Georg Röttinger (1862–1913) sowie an den jüngeren, geschäftsführenden Sohn Heinrich (1866–1948) erschlossen. Das gesamte Quellenmaterial ist ausserdem in einer Filemaker-Datenbank erfasst.

Beim Bestand handelt es sich um eine einmalige Sammlung im Bereich der Glasmalerei des 19. und 20. Jahrhunderts. Der aus Nürnberg stammende Johann Jakob Röttinger (1817–1877) bezeichnete sich in Anspielung auf die Düsseldorfer Malerakademie als Spätnazarener. Er zählt zu den frühen Glasmalern, die durch innovatives Handeln und Experimentieren die Qualität der wieder aufgenommenen Glasmalerei verbesserten und die Wertschätzung für das fast vergessene Kunstgewerbe wieder aufleben liessen. Sein Sohn Jakob Georg Röttinger (1862–1913) war einer der bekanntesten Glasmaler der Schweiz zur Zeit der Jahrhundertwende.

Literatur: Eva Zangger Hausherr, «Zur Erwirkung des einheitlichen harmonischen Ergusses». Von der Idee zur Glasmalerei: Studien zum Werk von Jakob Georg Röttinger, Bern 2015 (Publications du Vitrocentre Romont, 2015); Eva-Maria Scheiwiller-Lorber, «... gemäss den Regeln und Gesetzen der Ästhetik und der christlichen Kunst ...». Johann Jakob Röttinger: ein Glasmalerpionier im Dienste des Historismus, Bern 2014 (Publications du Vitrocentre Romont, 2014); Eva-Maria Scheiwiller-Lorber, «Der Lehrende Christus». Studie zu einem zentralen Motiv im sakralen Werk des Glasmalers Johann Jakob Röttinger (1817-1877), in: Zeitschrift für Schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte, 71, 2014, 4, S. 269–286; Elgin Vaassen, «Röttinger, Johann Jakob», in: www.sikart.ch.