Bestandesgeschichte

Die alte Stadtbibliothek bewahrte in ihrer 1676 eingerichteten Kunstkammer einige wenige Ansichten und Landkarten auf. Die eigentliche Geschichte der Graphischen Sammlung beginnt jedoch erst 1854 mit dem Eingang einer umfangreichen Helvetica-Sammlung, die als Legat von Leonhard Ziegler zum Egli (1782–1854) in die Stadtbibliothek gelangte. 1886 nahm die Stadtbibliothek Helvetica in ihr Sammelprogramm auf. Die schon zu ihrer Zeit berühmte Zieglersche Sammlung von Ansichten, Landkarten, Porträts und anderen landeskundlichen Dokumenten bildete den Grundstock für die spätere Ikonothek, die in der heutigen Graphischen und Kartensammlung der Zentralbibliothek aufgegangen ist.

Im grossen Stil wuchs die Sammlung primär durch Schenkungen und Nachlässe, namentlich von Hans Conrad von Muralt (um 1854), Hans Jakob Pestalozzi (1857), Adrian Ziegler (1885), Emil Egli (1909), Ulrich Meister (1910), Wilhelm Heinrich Füssli (1911), Heinrich Appenzeller (1912), Johann Rudolf Rahn (1912), Heinrich Angst (1922), August Gessner (1929), Gerold Meyer von Knonau (1931), Anna Berta Dobler-Schulthess (1941), Jakob Escher-Bürkli (1945), Rudolf von Schulthess-Rechberg (1951) sowie in neuerer Zeit von Peter Meyer (1981), Ella Ninck-Schindler (1988), Marie-Louise Bodmer-Preiswerk (1999) und Fritz Schnorf (1999).

Bedeutenden Zuwachs brachten der Ankauf der beiden Ansichtensammlungen Jacques Simmler (1903) und Wilhelm Steinfels (1930, vormals Martin Usteri-von Muralt) aus dem späten 18. Jahrhundert sowie der Ankauf der Porträtgemälde aus dem Zieglerschen Ahnensaal im Grossen Pelikan (Nachlass Bertha Ziegler 1981) und der Exlibris-Sammlung Fritz Amberger (1996). Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf topographischen Ansichten und Porträts, ferner auf Fotografien, Einblattdrucken, Geschichtsblättern, Karikaturen und Exlibris.

In den letzten Jahren wurde durch eine gewandelte Sammlungsstrategie der Horizont der Graphischen Sammlung erweitert. Durch Schenkungen künstlerischer Nachlässe konnten komplette Œuvres von Kunstschaffenden der Gegenwart in die Kollektion aufgenommen werden.

Unter den in den letzten zehn Jahren eingegangenen künstlerischen Vor- und Nachlässen sind diejenigen von Otto Baumberger (2008), Oskar Dalvit (2001–2002), Isa Hesse-Rabinovitch (2004), Max Hunziker (2002), Warja Lavater (2002–2004), Gregor Rabinovitch (2004) und Hans Witzig (2000–2001) zu nennen.

Für das Fotoarchiv mit seinen rund 470'000 Fotografien wurde 2004 ein vollständig klimatisiertes Magazin eingerichtet. Die Sammlung umfasst topographische Aufnahmen der Schweiz (Sammlung Künzli, 1965), Fotografien der Stadt Zürich (Sammlung Breitinger, 1933), den Nachlass Heinrich Weber-Dressler (1982) mit Ansichten von Alt-Zürich-Wollishofen, Alben mit Gebirgsfotografien (Nachlass Carl Seelig, 1965), das Fotoarchiv der Firma Welti-Furrer, Daguerrotypien, Porträts von Sängerinnen und Sängern (Depositum Allgemeine Musik-Gesellschaft Zürich), Porträtfotografien von Kunstschaffenden aus der Schenkung Werner Gadliger, die Nachlässe von Renée Schwarzenbach-Wille (1980) und der Porträtfotografinnen Bettina (1999) und Barbara Kruck (2006) sowie die Pressebildarchive des «Tages-Anzeiger», der «Handelszeitung» und der «Finanz und Wirtschaft».