Studienbibliothek zur Geschichte der Arbeiterbewegung (SGA)

Umfang: 50’000 Monographien und Zeitschriften
Signaturen: SGA, SGA P, SGA K

Die «Studienbibliothek zur Geschichte der Arbeiterbewegung» gelangte 2001 als Schenkung in die Zentralbibliothek. Hinter der umfangreichen Sammlung steht das Lebenswerk von Amalie (1910–1996) und Theo Pinkus (1909–1991). Theo Pinkus, Sohn einer aus Breslau zugewanderten jüdischen Familie, fühlte sich zeitlebens dem Buch und der Politik verpflichtet. 1940 gründete er einen Büchersuchdienst, acht Jahre später die auf Sozialismus und Arbeiterbewegung spezialisierte Buchhandlung und ein Antiquariat in der Zürcher Altstadt.

Das legendäre Ehepaar war seit Ende der zwanziger Jahre in der kommunistischen Bewegung aktiv. Das Schwergewicht der rund 50’000 Einheiten umfassenden Sammlung liegt denn auch in den Zeugnissen dieser Bewegung: Publikationen aus den Bereichen Frühsozialismus, kommunistische Arbeiterbewegung, Widerstand, Flüchtlingspolitik und Exil während des Nationalsozialismus, Neue Soziale Bewegungen, wie sie mit und nach 1968 entstanden. In der «Studienbibliothek» sind u.a. Klein- und Tarnschriften der Linken zu finden, nach denen man in den durch Nationalsozialismus und Krieg zerstörten Beständen europäischer Bibliotheken vergeblich sucht. Sie ist deshalb für die einschlägige Forschung und Wissenschaft von grösstem Wert.

Die Sammlung ist jedoch keineswegs nur auf politische Literatur beschränkt. Amalie und Theo Pinkus-De Sassi sammelten privat ebenso kenntnisreich Belletristik und Kunst, da sie mit zahlreichen Autoren und Künstlern ihrer Zeit in Kontakt standen, deren Werke dem Büchersturm zum Opfer fielen.

Mit der «Studienbibliothek» gelangten auch der umfangreiche Nachlass von Amalie und Theo Pinkus in die Zentralbibliothek sowie einige weitere Personennachlässe und Körperschaftsarchive, die heute in der Handschriftenabteilung aufbewahrt werden.