Stader, Maria (1911–1999)


Sängerin

Signatur: Mus NL 16

Musikmanuskripte, Musikdrucke. - 1.3 m.
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Maria Stader, geboren am 5. November 1911 in Budapest, kam nach dem Ersten Weltkrieg mit einem Transport des Roten Kreuzes in die Schweiz und wuchs bei Pflegeeltern in Romanshorn am Bodensee auf. Ihren ersten Gesangsunterricht erhielt sie bei Mathilde Baerlocher-Keller in St. Gallen (1926–1930) und später bei deren Vater Hans Keller in Konstanz (1930–1934). Anschliessend studierte Maria Stader bei Ilona Durigo in Zürich (1935–1938), wo sie intensiven Kontakt u.a. zu Walther Schulthess und seiner Frau Stefi Geyer pflegte und bei Lily Reiffs wöchentlich stattfindendem „Mittwoch-Club“ auf viele namhafte Musiker und Musikinteressierte der Zeit traf. Ihre Gesangsausbildung beendete Maria Stader bei Therese Schnabel-Behr in Tremezzo (1938) sowie bei Giannina Arangi Lombardi in Mailand (1938). Mit dem Erringen des ersten Preises beim Internationalen Musikwettbewerb in Genf 1939 konnte die junge Sängerin ihren ersten grossen Erfolg verbuchen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann Maria Staders internationale Karriere, die sich fast ausschliesslich auf Konzertpodien abspielte – eine Karriere auf der Opernbühne blieb der Sängerin wegen ihrer geringen Körpergrösse versagt. Dennoch belegen die zahlreichen Schallplatten-Einspielungen, darunter mehrere Operngesamtaufnahmen, ihr sängerisches Talent auch auf diesem Gebiet. Zu ihrem umfangreichen Konzertrepertoire zählten insbesondere Kompositionen von Mozart, mit dessen Konzertarien sie einst ihren Ruf als die Mozart-Interpretin begründet hatte. Daneben sang sie auch Werke von Schweizer Komponisten wie Othmar Schoeck, Rolf Liebermann, Walther Schulthess oder Hermann Suter. Für ihre Leistungen als Sängerin wurde sie mehrfach ausgezeichnet: 1950 erhielt sie vom Mozarteum Salzburg die Lilly-Lehmann-Medaille, 1956 in Salzburg die silberne Mozart-Medaille, 1962 von der Stadt Zürich die Hans-Georg-Nägeli-Medaille, und 1964 wurde ihr der Österreichische Verdienstorden für Kunst und Wissenschaft verliehen.

Neben ihrer Konzerttätigkeit war Maria Stader auch als Musikpädagogin tätig. Bis 1951 unterrichtete sie Gesang an der Musikakademie in Zürich. Nach der Beendigung ihrer künstlerischen Laufbahn 1969 gab sie bis in die 90er Jahre hinein Meisterkurse in Zürich und in den USA.

Maria Stader starb am 27. April 1999 in Zürich.