Schmid, Erich (1907–2000)


Komponist, Dirigent

Porträt von Erich Schmid

Signatur: Mus NL 37

Musikmanuskripte, Musikdrucke, Textmanuskripte, Druckschriften, Briefe, Tonträger, Bildmaterial, Varia. - 9.5 m.
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Erich Schmid wurde am 1. Januar 1907 in Balsthal (Kt. Solothurn) geboren. Er ging ans Lehrerseminar Solothurn, wo er bei Erich Schild und Max Kaempfert Musikunterricht genoss. Ein entscheidendes Erlebnis war für ihn die erste Begegnung mit einem Werk Arnold Schönbergs, nämlich eine Aufführung von Friede auf Erden im Basler Münster. 1927 ging Schmid ans Hoch'sche Konservatorium in Frankfurt a. M., wo er bei Bernhard Sekles, Fritz Malata und Hermann von Schmeidel studierte. 1928 erhielt er den Frankfurter Mozart-Preis für Komposition. 1930 bis 1931 war Schmid Schüler von Schönberg in Berlin. Danach lebte er wieder in Frankfurt, wo er als freier Mitarbeiter am Rundfunk tätig war. Infolge der politischen Entwicklungen in Deutschland kehrte Schmid 1933 in die Schweiz zurück. Von 1934 bis 1949 war er als Musikdirektor in Glarus tätig. 1949 wurde er Nachfolger von Volkmar Andreae als Dirigent des Tonhalle-Orchesters in Zürich. Von 1957 bis 1970 war er Chefdirigent des Radioorchesters Beromünster. Schmid war auch als Gastdirigent im Ausland tätig, vor allem in England, wo er neben Auftritten bei der BBC auch regelmässig das City of Birmingham Symphony Orchestra dirigierte.

1960 wurde Schmid Präsident der Pro Musica, der Zürcher Ortsgruppe der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik. Auch als Dirigent setzte er sich für die zeitgenössische Musik ein. Er hat viele Uraufführungen dirigiert (z.B. von Werken von Othmar Schoeck, Robert Blum, Karl Amadeus Hartmann und Klaus Huber) und hat schweizerische Erstaufführungen von Werken der Zweiten Wiener Schule geleitet.

Erich Schmid starb am 17. Dezember 2000 in Zürich.

Als Komponist hat Schmid ein kleines aber hochkarätiges Oeuvre geschaffen. Über seine Musik hat er wie folgt geschrieben: "Schon bevor ich bei Schönberg war, beschäftigte ich mich mit der Reihenkomposition, und zwar im Sinne der völligen Aufhebung der traditionellen Tonalität. Mir scheint auch darin die grösste Tat Schönbergs zu liegen . . . bei meinen Arbeiten [ist mir eigentlich immer] das unbedingte Festhalten am sogenannten atonalen Stil viel wichtiger gewesen als die schulmässige Anwendung der Reihentechnik."

 

Literatur:

Fischer, Kurt von, Erich Schmid, Zürich 1992 (176. Neujahrsblatt der Allgemeinen Musikgesellschaft Zürich)

Schmid, Erich, "[Autobiographie]", Musik der Zeit, 10 (1955), S. 41–42

Schuh, Willi (Hrsg.), Schweizer Musiker-Lexikon 1964, Zürich 1964