Thew, Warren (1927–1984)


Pianist, Komponist, Dichter, Zeichner

Porträt von Warren Thew

Signatur: Mus NL 88

Musikmanuskripte, Textmanuskripte, Druckschriften, Tonträger, Varia. - 0.6 m.
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Siehe auch Handschriftenabteilung


1927 in Fairport (New York) geboren, beendete Warren Thew 1949 sein Studium an der Eastman School of Music in Rochester als Pianist und Komponist und war zunächst in Washington D. C. tätig. Dort gab er 1951 nicht nur sein Debüt als Konzertpianist, sondern realisierte ausserdem seine erste Schallplattenaufnahme, unter anderem mit Weltersteinspielungen von Werken Sergej Rachmaninows. Eine Europareise führte Warren Thew 1956 schliesslich nach Zürich. Dort sesshaft geworden, setzte er für kurze Zeit sein Studium bei Max Egger fort und entwickelte in den folgenden Jahren eine rege internationale Konzerttätigkeit. Daneben leitete er von 1965 bis 1972 eine Konzertausbildungsklasse an der Musikakademie. Sein Repertoire umfasste die Klaviermusik aller Epochen. Besondere Erwähnung verdient sein Engagement für das zeitgenössische Schweizer Musikschaffen, insbesondere in Form von (Ur-)Aufführungen mehrerer Werke von Zürcher Komponisten wie Max Kuhn und Hermann Haller.

Dass Thew sich jedoch keineswegs dem Klavierspiel allein widmete, belegen seine insgesamt 3500 Gedichte und etwa 1000 Zeichnungen, Aquarelle und Karikaturen einerseits sowie seine rund 60 Kompositionen andererseits. Hervorzuheben ist schliesslich sein aussergewöhnliches Interesse an der rätoromanischen Sprache, wie sie in der Gemeinde Sent im Unterengadin – seinem langjährigen Feriendomizil – gesprochen wurde. Nicht allein seine zahlreichen Gedichte, sondern auch die etwa 40 Chorlieder mit Texten von Jon Guidon, Andri Peer und Armon Planta, die neben den Klavierwerken einen grossen Teil seines Œuvres bilden, dokumentieren, dass die rätoromanische Sprache in den letzten zwei Jahren seines von Krankheit geprägten Lebens eine wichtige Rolle spielte.

Warren Thew starb am 31. Dezember 1984.

 

Quelle:

www.guildmusic.com/artists/theww.htm