Müller, Eduard (1912–1983)


Organist, Cembalist

Porträt von Eduard Müller

Signatur: Mus NL 125

Musikmanuskripte, Musikdrucke, Textmanuskripte, Briefe, Bildmaterial, Varia. - 1.9 m.
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Eduard Müller, geboren am 12. Oktober 1912 in Sissach (BL), erwarb 1933 das Orgeldiplom beim damaligen Basler Münsterorganisten Adolf Hamm, anschliessend folgte ein Studienaufenthalt in Leipzig beim Straube-Schüler Günther Ramin. Ab 1934 wirkte Müller als Organist und Chorleiter an der Pauluskirche in Basel, 1939 wurde er als Lehrer für Orgel und Generalbass an die Musikakademie Basel und als Lehrer für Cembalo an die Schola Cantorum Basiliensis gewählt. 1970 erfolgte seine Berufung als Organist an das Basler Münster, ein Amt, das er bis zu seinem Tode innehatte. 1978 wurde Müller von der Theologischen Fakultät der Universität Basel mit dem Titel eines Ehrendoktors ausgezeichnet. Schwerpunkt seiner Tätigkeit als Kirchenmusiker war die liturgisch-musikalische Gestaltung des Gottesdienstes, insbesondere in der Auseinandersetzung mit dem Schaffen Johann Sebastian Bachs (mehrmalige Aufführung des gesamten Orgel- und Cembalowerks). Von gleicher Wichtigkeit war ihm auch die Beschäftigung mit der Orgelliteratur des 19. Jahrhunderts und mit den Werken Olivier Messiaens. Sein Lehrauftrag bei der Schola Cantorum Basiliensis machte ihn neben August Wenzinger zu einem Pionier in der Aufführungspraxis Alter Musik und führte daneben zu zahlreichen Einspielungen für die Archiv-Produktion der Deutschen Grammophon Gesellschaft. Zu seinem grossen Schülerkreis gehört u.a. auch der niederländische Organist und Cembalist Gustav Leonhardt. Eduard Müller verstarb am 16. Mai 1983 in Bottmingen (BL).