Wälterlin, Oskar (1895–1961)


Regisseur, Theaterleiter, Schauspieler

Porträt von Oskar Wälterlin

Signatur: Nachl. O. Wälterlin

Musikdrucke. - 0.7 m.
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Oskar Wälterlin wurde am 30. August 1895 in Basel geboren. Von 1914 bis 1918 studierte er an der Universität Basel Germanistik und wurde mit einer Dissertation mit dem Titel „Schiller und das Publikum“ promoviert. Neben dem Studium erhielt er Sprechtechnik-Unterricht bei Michael Isailowits. Ab 1919 arbeitete Wälterlin als Regisseur und Schauspieler am Stadttheater Basel, wo er neben dem Sprechtheater auch Opern inszenierte. 1925 zum Direktor gewählt, kündigte Wälterlin 1932 den Vertrag unter anderem aufgrund der öffentlichen Anfeindungen in Zusammenhang mit seiner Homosexualität. 1933 wurde Wälterlin zum Oberspielleiter der Oper an die Städtischen Bühnen Frankfurt am Main berufen, wo er u.a. 1937 die Uraufführung von Orffs Carmina Burana inszenierte. Nachdem er dem politischen Druck der Nationalsozialisten nicht mehr standzuhalten vermochte, übernahm Wälterlin 1938 die Leitung des Zürcher Schauspielhauses, wo er während des Zweiten Weltkrieges mit emigrierten Schauspielern zahlreiche Ur- und Erstaufführungen von Stücken herausbrachte, die in Deutschland und Österreich verboten waren. Oskar Wälterlin starb am 4. April 1961 in Hamburg.

 

Literatur:

Festschrift für Oskar Wälterlin. Anlässlich seines 60. Geburtstages, 30. August 1955, Die Basler Festspiele, 1923-1951, Basel 1955

Oskar Wälterlin. Ansprachen bei der Trauerfeier für Oskar Wälterlin im Zürcher Schauspielhaus am 9. April 1961, [Zürich 1961]

Loeffler, Michael Peter, Oskar Wälterlin. Ein Profil, Basel 1979