Kaufmann, Nico (1916–1996)


Komponist, Pianist

Signatur: Mus NL 27

Musikmanuskripte, Musikdrucke, Textmanuskripte, Druckschriften, Briefe, Filmmaterial, Varia. - 0.8 m.
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Der Komponist und Pianist Nico Kaufmann wurde als Sohn des Zürcher Arztes Willy Kaufmann am 24. Juni 1916 in Zürich geboren. Willy Kaufmann, selbst komponierend tätig – seine Marsch- und Wanderlieder unter anderem kannte und sang man zu damaliger Zeit – förderte den hochbegabten Sohn von früh an. So studierte Nico Kaufmann bereits während seiner Schülerjahre am Konservatorium Zürich Klavier und Komposition und absolvierte parallel zur Matura das Klavierdiplom unter seinem Lehrer Walter Lang.

Im April 1937 erhielt Nico Kaufmann die wegweisende Gelegenheit, dem berühmten Pianisten Vladimir Horowitz vorzuspielen und wurde sein einziger Schüler während dessen europäischen Jahren. Wichtiges Zeugnis dieses gemeinsamen Unterrichts und ihrer kurzen, aber intensiven Freundschaft ist der rege Briefwechsel der Jahre 1937–1939. Darüber hinaus hielt Kaufmann die Erinnerungen an diese Zeit in seinen unvollendet gebliebenen Memoiren fest. Nach Horowitz' Übersiedlung 1939 in die USA setzte Kaufmann seine Studien in der Konzertausbildungsklasse von Emil Frey fort und schloss mit dem Konzertdiplom ab.
Schweizer Pressestimmen reflektieren den Beginn einer erfolgreichen pianistischen Laufbahn. Dazu treten Preise: Nachdem Kaufmann 1943 beim Klavierwettbewerb in Genf einen zweiten Preis erhalten hatte, gewann er gleichenorts zwei Jahre später den ersten Preis. (Unter Ansermet und dem Orchestre de la Suisse Romande spielte Kaufmann im Schlusskonzert Liszt's A-Dur Konzert.) Während dieser Periode war der legendäre Dinu Lipatti Kaufmanns Mentor.

Trotz Karriere versprechender, erfolgreicher Konzertauftritte verlagerte Nico Kaufmann im Verlauf der 1940er Jahre seine pianistische Betätigung entsprechend der Vielfalt seiner Fähigkeiten: er wurde Arrangeur und musikalischer Leiter des Kabaretts "Cornichon" in Zürich. In seinen späteren Jahren war er zudem als Barpianist auf höchstem Niveau beliebt. Schwerpunkt seiner Tätigkeit bildete die kompositorische Arbeit. In den 40er und 50er Jahren schuf Kaufmann neben mehreren Schauspielmusiken eine Reihe von Ballettkompositionen, mit denen er Europa- und Amerika-Tourneen unternahm. 1960 entstand die Filmmusik zu dem Kunstfilm Ça c'est Lausanne. Sein Oeuvre umfasst daneben Klaviermusik für zwei Klaviere, Kammermusik, Chansons und Lieder; so vor allem der gewichtige Liederzyklus über Gedichte von Hermann Hesse.

Nico Kaufmann starb am 23. November 1996 in Zürich.