Jacobi, Erwin Reuben (1909–1979)


Musikwissenschaftler

Signatur: Mus Jac

Musikmanuskripte, Musikdrucke, Textmanuskripte, Druckschriften, Briefe, Bildmaterial, Varia. - 18 m.
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Publizierte Findmittel: Musikbibliothek Erwin R. Jacobi, zsgest. von Regula Puskás, 3., erg. und rev. Aufl. Zürich 1973
Siehe auch Handschriftenabteilung


Jacobi, am 21. September 1909 in Strassburg geboren, studierte in München und Berlin Volkswirtschaft. Von 1934 bis 1952 lebte er in Israel, wo er während der letzten zwei Jahre (1951/52) bei Frank Pelleg (Cembalo) und Paul Ben-Haim (Musiktheorie) studierte. Seine musikalische Ausbildung setzte er bei Wanda Landowska, Curt Sachs und Eduard Müller fort. An der Universität Zürich doktorierte er 1957 bei Paul Hindemith über die "Die Entwicklung der Musiktheorie in England nach der Zeit von Jean-Philippe Rameau". Ab 1956 lebte er in der Schweiz und war als Interpret und Dozent (ab 1961 unterrichtete er am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Zürich) tätig.

Jacobi forschte vorwiegend im Gebiet der Musiktheorie und -praxis des 17. und 18. Jahrhunderts und edierte u.a. die Gesamtausgabe der theoretischen Werke von Jean-Philippe Rameau. Für seine Rameau-Forschungen verlieh ihm 1975 die französische Regierung den Titel eines Chevalier de l'Ordre des Arts et des lettres. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt galt Albert Schweitzer, einem Freund der Familie, dessen Schriften er ebenfalls edierte. Jacobi starb am 27. Februar 1978 in Zürich.

Ein wesentlicher Teil seiner über Jahre aufgebauten Musikbibliothek, die Quellen der Musiktheorie vom Mittelalter bis in die Neuzeit, französische barocke Cembalomusik und mehr als 300 Autographen von Albert Schweitzer umfasst, befindet sich heute in der Zentralbibliothek Zürich.

 

Literatur:

The new Grove dictionary of music and musicians. 2nd ed., New York 2001