Hess, Ernst (1912–1968)


Dirigent, Komponist, Musikwissenschaftler

Porträt von Ernst Hess

Signatur: Nachl. Ernst Hess

Musikmanuskripte, Musikdrucke, Tonträger. - 3 m.
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Ernst Hess wurde am 13. Mai 1912 in Schaffhausen geboren. Zunächst absolvierte er von 1928 bis 1932 er eine Ausbildung am kantonalen Lehrerseminar Küsnacht (ZH). Danach studierte er zwei Jahre am Konservatorium Zürich (u.a. bei Paul Müller-Zürich, Volkmar Andreae, Willi Schuh) und an der Universität Zürich (Antoine-Elisée Cherbuliez, Fritz Gysi), bevor er nach zwei Jahren Kompositionsunterricht an der École Normale de Musique (Paul Dukas, Nadia Boulanger) in Paris sein Studium abschloss.

Hess kehrte 1935 in die Schweiz zurück und wirkte als Chor- und Orchesterdirigent, ab 1938 auch als Lehrer für Musiktheorie am Konservatorium Winterthur. 1956 erhielt er einen Lehrauftrag am Musikwissenschaftlichen Seminar der Universität Zürich, 1959 ernannte ihn die Universität auch zum Dirigent des Akademischen Orchesters und der Zürcher Singstudenten.

Hess war 1940 Mitbegründer Mozart-Gesellschaft Zürich, 1956 wurde er Mitglied des Zentralinstituts für Mozart-Forschung der Internationalen Stiftung Mozarteum Salzburg. Als bedeutender Mozart-Forscher war er massgeblich an den Vorarbeiten zur Neuen Mozart-Ausgabe beteiligt. Zudem stand Hess ab 1957 der Allgemeinen Musik-Gesellschaft Zürich als Präsident vor und wurde 1961 zum Inspektor der schweizerischen Militärspiele ernannt. Er erhielt 1947 den Kompositionspreis der Conrad-Ferdinand-Meyer-Stiftung und wurde 1966 mit der Hans-Georg-Nägeli-Medaille der Stadt Zürich ausgezeichnet.

Ernst Hess starb am 2. November 1968 in Egg (ZH).

 

Literatur:

Die Musik in Geschichte und Gegenwart, 2., neubearb. Ausg., Kassel 1994–2008

Schuh, Willi (Hrsg.), Schweizer Musiker-Lexikon 1964, Zürich 1964

Harry Graf [et al.], Ernst Hess, Zürich 1970 (154. Neujahrsblatt der Allgemeinen Musikgesellschaft Zürich)