Brecher, Gustav (1879–1940)


Komponist, Dirigent, Musikschriftsteller

Porträt von Gustav Brecher

Signatur: Mus NL 14

Musikmanuskripte, Musikdrucke, Briefe, Bildmaterial. - 0.1 m.
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Gustav Brecher wurde am 5. Februar 1879 in Eichwald bei Teplitz-Schönau (heute Dubí, Tschechien) geboren. Er war Protégé von Richard Strauss, welcher die Sinfonische Dichtung Rosmersholm (op. 1) seines Schülers 1896 in Leipzig uraufführte. Später sollten weitere Werkaufführungen folgen.

Seine Laufbahn als Dirigent begann Brecher 1899 als Volontär am Leipziger Stadttheater. Ab 1900 wirkte er neben Gustav Mahler an der Wiener Hofoper und war ab 1902 am Stadttheater in Olmütz, ab 1903 am Hamburger Stadttheater beschäftigt. Zwischen 1903 und 1911 dirigierte er dort Opernpremieren von Siegfried Wagner, Eugen d’Albert und Clemens Freiherr von und zu Franckenstein, 1912 leitete Brecher die Uraufführung von Ferruccio Busonis Die Brautwahl, von der er auch Widmungsträger war. 1911 wurde er erster Kapellmeister an der Kölner Oper und ging fünf Jahre später an die Oper in Frankfurt/Main. Von 1921 bis 1923 war er Lehrer am Stern’schen Konservatorium in Berlin, von 1923 bis 1933 Generalmusikdirektor und Operndirektor in Leipzig, wo er die Premieren von Ernst Kreneks Jonny spielt auf (1927) und Leben des Orest (1930) sowie Kurt Weills Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny (1930) leitete. Brecher komponierte neben zahlreichen Liedern u.a. die Sinfonie Aus unserer Zeit (1897) und war als Musikschriftsteller tätig (Opern-Übersetzungen, 1911).

Auf der Flucht vor den Nationalsozialisten nahm er sich im Mai 1940 auf See, in der Nähe von Ostende (Belgien), zusammen mit seiner Frau Gertrude Deutsch das Leben.

 

Quelle:

The new Grove dictionary of music and musicians. 2nd ed., New York 2001

Deutsche Biographische Enzyklopädie (DBE): Online Edition (11.12.2009)